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Katholische Kirche

Bischof Dieser: "Liebe kann nicht Sünde sein"

Für den Aachener Bischof ist Homosexualität "gottgewollt". Zudem gibt er zu, dass sich seine Sicht verändert habe.


Helmut Dieser ist seit 2016 Bischof von Aachen (Bild: Domsteinchen / wikipedia)

  • 7. September 2022, 13:08h 5 2 Min.

Der katholische Bischof von Aachen, Helmut Dieser, hat Homosexualität als "gottgewollt" bezeichnet. "Homosexualität ist keine Panne Gottes, sondern gottgewollt im selben Maß wie die Schöpfung selbst", sagte der 60-jährige Geistliche der "Zeit"-Beilage "Christ & Welt". Er habe in diesem Punkt dazugelernt. "Ja, meine Sicht hat sich verändert."

Die katholische Kirche betrachtet Homosexualität traditionell als Sünde. Heute wird für gewöhnlich zwar betont, dass Homo­sexuelle auf keinen Fall diskriminiert werden dürften und dass die Veranlagung an sich noch keine Verfehlung sei. Doch gleichzeitig pocht die Zentrale der katholischen Weltkirche darauf, dass Homosexualität nicht ausgelebt werden dürfe. Im vergangenen Jahr hatte die Glaubenskongregation noch einmal klargestellt, dass es "nicht erlaubt" sei, gleich­geschlechtliche Partnerschaften zu segnen, da solche Verbindungen "nicht als objektiv auf die geoffenbarten Pläne Gottes hingeordnet anerkannt werden" könnten (queer.de berichtete).

Aachener Priester dürfen trotz Vatikan-Verbot Homo-Paare segnen

Bischof Dieser sagte, ihm sei klar, dass Rom Homosexualität immer noch als Sünde deute. Das sei hier jedoch ein fragwürdiger Begriff: "Wenn es aber um Liebe geht, um diese Spielart der Liebe, die ja dann eine erotische Form ist, wenn der Leib Ausdruck dieser Liebe wird und die Sprache dieser Liebe, dann denke ich: Liebe kann nicht Sünde sein." Ob ein Priester in seinem Bistum homosexuelle Paare segne, sei eine persönliche Gewissensentscheidung. So geschehe es in Aachen auch.

Am Donnerstag beginnt in Frankfurt/Main die vierte Synodalversammlung der deutschen Katholiken zur Reform der Kirche. Bischof Dieser leitet das Synodalforum zu Partnerschaft und Sexualität. Er gilt als einer der fortschrittlichsten katholischen Bischöfe in Deutschland. (dpa/dk)

-w-

#1 KilianEhemaliges Profil
  • 07.09.2022, 15:38h
  • Könnte es wohl so sein, dass diese "Sichtveränderung" des Herrn Kirchenoberen mit den Austritten im Bistum Aachen zusammenhängt und weniger mit einer neu entflammten Menschenliebe?

    Selbiges hat von 2001 bis 2021 weit mehr als 100.000 Schäfchen (oder vielmehr Lämmer) verloren und erstmals eine Mitgliederzahl von unter 1.000.000 Menschen zu verzeichnen, wobei 2021 ein Rekordjahr war, in dem doppelt so viele Mitglieder austraten, als in allen anderen Jahren zuvor.

    www.kirchenaustritt.de/christentum/bistum-aachen.htm
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#2 Elton 69cAnonym
  • 07.09.2022, 17:04h
  • Die Ansicht, Argumentation und lebensbejaende Einstellung dieses Bischofs begeistert und gibt Hoffnung.
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#3 Lucas3898Anonym