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Baden-Württemberg

Störungen und Attacken auch beim Ulmer CSD

Die Pride-Parade in Ulm fand bereits vor zwei Wochen statt. Doch jetzt wurde bekannt: Auch die Demonstrierenden in der süddeutschen Großstadt mussten queerfeindliche Störungen erdulden.


Auch in Ulm wurde der Christopher Street Day von Störern ins Visier genommen. Die Aufnahme stammt aber aus Dublin (Bild: William Murphy / flickr)
  • 9. September 2022, 15:41h 1 3 Min.

Wie erst jetzt bekannt wurde, ist es auch während des Pride-Marsches in Ulm am 27. August zu Störungen und Anfeindungen gegenüber den queeren Demonstrierenden gekommen. Es kam zu Beschimpfungen, Handgreiflichkeiten – und einem sexuellen Übergriff.

Antifaschist*­innen aus Ulm machten lokale Aktivisten der rechtsextremen "Identitären Bewegung" als Verursacher*­innen der Attacken aus. Doch auch zufällig anwesende Passant*­innen und Teilnehmer eines Junggesellenabschieds sollen unter den Störenden gewesen sein.

Bühnenredner*innen misgendert

Über die Vorfälle berichtete am Mittwoch nachträglich die "Schwäbische Zeitung" (Bezahlschranke) . 800 Menschen sollen zu der CSD-Demonstration gekommen sein.

Die Zeitung sprach mit der Anmelderin und Versammlungsleiterin der Demonstration, Julia Gann, die auch im Vorstand des Vereins Young and Queer Ulm tätig ist. Der Verein trat als Veranstalter der Pride-Parade auf.

Demnach seien Teilnehmer*innen von Passant*innen angepöbelt worden, etwa mit dem Spruch "schweiß Schwuchtel". Das Bühnenprogramm sei immer wieder durch störende Zwischenrufe bewusst gestört worden – etwa, indem Redner*innen bewusst misgendert wurden. Auch seien sie als "hässlich" beschimpft worden.

Außerdem berichtete Grann der Zeitung von einem sexuellen Übergriff. Demnach sei ein Teilnehmer "von einer außenstehenden Person, der das bunte Treiben ein Dorn im Auge war, unvermittelt geküsst worden". Der Verein hatte mit Störungen gerechnet und hatte durch die Bildung eines Awareness-Teams versucht, dem entgegen zu wirken. Doch selbst zu Handgreiflichkeiten vonseiten der Störer*innen gegenüber Teilnehmenden sei es gekommen. Verletzt wurde dabei aber niemand.

Grann stellt so auch gegenüber der Regionalzeitung eine Zunahme derartiger Vorfälle fest. "Es macht einem Angst", fasste sie die Stimmung unter denjenigen zusammen, die immer wieder derlei Attacken mitbekommen oder von ihnen lesen.

Vermummte Einschüchterung

Antifaschist*innen aus Ulm berichteten auf ihrem Online-Blog, sie hätten 18 Personen aus den Reihen der "Identitären Bewegung" unter den Störer*innen ausgemacht, außerdem einzelne der AfD zuzuordnende Personen. Ausgangspunkt der rechten Störaktionen sei ein Treffpunkt in der Ulmer Karlstraße gewesen. Dort hätten sich die Rechten erst gesammelt und seien dann einzeln in Richtung der Pride-Parade gesickert.

Die Antifaschist*innen beobachteten auch, dass zwei der Rechten versuchten, sich als Teilnehmer der Pride zu tarnten, indem sie sich einreihten. Andere begleiteten die Demonstration vor, hinter oder auch neben den Teilnehmer*innen. Außerdem fertigten sie Bild- und Videomaterial der queeren Demonstrant*innen an.

In der Hirschstraße soll ein IB-Mitglied drohend auf Teilnehmer*innen der Demo zugegangen und von seinen Begleitern abgehalten worden sein. Der Abbau der Abschlusskundgebung wurde demnach wiederum von Vermummten eingeschüchtert.

Am Tag der Ulmer Pride-Parade fand auch das CSD-Straßenfest in Münster statt, bei dem der Teilnehmer Malte C. von einem jungen Mann niedergeschlagen wurde (queer.de berichtete). Eine knappe Woche später erlag der transgeschlechtliche Pride-Besucher seinen Verletzungen (queer.de berichtete). (jk)

-w-

#1 dellbronx51069Anonym
  • 11.09.2022, 06:59h
  • Was kommt da als nächste Eskalationsstufe ? Mensch möchte es sich nicht vorstellen.
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