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Katholische Kirche
Synodalversammlung: Homosexualität "ethisch grundsätzlich nicht anders zu beurteilen" als Heterosexualität
Dem Papst wird empfohlen, lehramtlich eine Neubewertung der Homosexualität vorzunehmen, heißt es in dem sogenannten Handlungstext, für den auch mehr als zwei Drittel der Bischöfe stimmten.

Die Synodalversammlung am Freitag in Frankfurt am Main (Bild: Synodaler Weg / Maximilian von Lachner)
- 9. September 2022, 19:06h 2 Min.
Mit deutlicher Mehrheit haben die deutschen Katholik*innen auf ihrer vierten Synodalversammlung am Freitagabend für eine kirchliche Neubewertung von Homosexualität gestimmt. Dem Papst werde empfohlen, lehramtlich eine Präzisierung und Neubewertung der Homosexualität vorzunehmen, heißt es in dem sogenannten Handlungstext, für den auch 40 der Bischöfe bei acht Gegenstimmen und acht Enthaltungen stimmten. Damit war die für eine gültige Abstimmung nötige zwei Drittel-Mehrheit auch der Bischöfe vorhanden – insgesamt hatte der Text eine Zustimmung von 92 Prozent erhalten.
"Alle Gläubigen sind dazu verpflichtet, aktiv gegen jede Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung vorzugehen", heißt es etwa in dem Text (PDF). Homosexualität sei "ethisch grundsätzlich nicht anders zu beurteilen als die heterosexuelle Orientierung". Zudem solle sich die Kirche zu dem Leid bekennen, dass sie vielen homosexuellen Menschen zugefügt habe. Aus der Neubewertung der Homosexualität folge zudem, dass niemandem die Übernahme von kirchlichen Ämtern oder die Priesterweihe verwehrt werden könnten.
Zu Beginn der vierten Synodalversammlung hatten die Vertreter der Bischöfe am Donnerstagabend noch ein gemeinsam erarbeitetes Grundlagendokument zur Sexualethik abgelehnt und damit dessen Beschlussfassung blockiert (queer.de berichtete). Die Abstimmung hatte für Entsetzen im Saal gesorgt und für Ärger, dass eine Minderheit der Bischöfe, bei denen eine Zweidrittelmehrheit nötig ist, für die Ablehnung sorgen konnte. Die Mehrheit der Bischöfe unterstützt viele Reformen, die allerdings auch beim Vatikan auf Ablehnung stoßen werden.
Der ursprünglich als eine Reaktion auf kirchliche Missbrauchsskandale ins Leben gerufene Synodale Weg strebt grundlegende Reformen der katholischen Kirche an, unter anderem mit Blick auf das Priesteramt, die Mitwirkung von Laien und die Bewertung von queeren Menschen. Vertreter*innen des Klerus und von katholischen Laienorganisationen arbeiten in dem Diskussionsformat gemeinsam an der Entwicklung eines neuen theologischen Verständnisses, das Reformen in der Kirche vorantreiben soll. (cw/dpa)
Links zum Thema:
» Der Beschluss der Synodalversammlung als PDF















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