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Gesundheit
RKI: Immer weniger Affenpocken-Infektionen erfasst
Die Zahl der Affenpocken-Fälle in Deutschland ist in den vergangenen Wochen stark gesunken. Nach jüngsten Angaben ist die Dauer der Inkubationszeit deutlich kürzer als angenommen.

Bei sexueller Übertragung von MPX liegt die Inkubationszeit offenbar bei teils nur ein bis drei Tage (Bild: Cynthia S. Goldsmith, Russell Regnery, CDC / wikipedia)
- 12. September 2022, 13:44h - 2 Min.
Beim Affenpocken-Ausbruch in Deutschland sinkt die Zahl der pro Woche gemeldeten Infektionen weiter. Nachdem es im Juli zeitweise mehr als 400 Fälle pro Woche gegeben hatte, sind bisher für die beiden vergangenen Meldewochen nur noch 70 beziehungsweise rund 30 registrierte Erkrankungen erfasst worden, wie am Montag aus einer Datenbank des Robert Koch-Instituts (RKI) hervorging.
Auch im besonders betroffenen Land Berlin hält der rückläufige Trend weiter an. Offen ist, inwieweit Nachmeldungen das Bild noch verändern.
Inkubationszeit teils nur ein bis drei Tage
Bei einem Teil der betroffenen Menschen war die Zeit zwischen mutmaßlicher Ansteckung und ersten Krankheitsanzeichen kürzer als angenommen. Wie aus einer kürzlich veröffentlichten RKI-Untersuchung zu einem Teil der in Deutschland erfassten Fälle hervorgeht, betrug die Inkubationszeit teils nur ein bis drei Tage, das sei bisher nur von einer Studie aus Spanien bekannt.
Allgemein würden bislang drei oder vier Tage als untere Grenze angesehen, hieß es. Maximal könne die Inkubationszeit laut Literaturangaben 21 Tage dauern.
"Die Dauer der Inkubationszeit kann vom Übertragungsweg abhängen, was erklären könnte, warum wir bei dem aktuellen Ausbruch mit sexueller Übertragung kürzere Inkubationszeiten beobachtet haben als bei früheren MPX-Ausbrüchen mit anderen Übertragungswegen", schreiben die RKI-Autor*innen.
Deutschland hat mit die meisten Affenpocken-Fälle
Eine kürzere Inkubationszeit sollte laut RKI bei der Impfstrategie bedacht werden, da dies die Wirksamkeit der Impfung nach einem Kontakt zu einem bestätigten Fall einschränken könne. Diese sogenannte Postexpositionsprophylaxe soll so früh wie möglich im Zeitraum von bis zu 14 Tagen nach dem Kontakt erfolgen.
Deutschland gehört laut RKI zu den Ländern mit den meisten Fällen im Rahmen des weltweiten Ausbruchs. Erste Nachweise gab es im Mai, nach Angaben vom Montag waren gut 3.530 Infizierte bundesweit erfasst. (cw/dpa)












