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Verleihung in LA

Coming-out-Stand-up und "White Lotus" bei Emmys geehrt

Bei der Show aus Los Angeles wurde unter anderem der 35-jährige Komiker Jerrod Carmichael als Autor seines HBO-Specials ausgezeichnet.


Jerrod Carmichael mit seinem Emmy (Bild: Screenshot Youtube / Television Academy)

  • 13. September 2022, 09:43h - 3 Min.

Bei den 74. Primetime Emmy Awards, die am Montagabend in Los Angeles verliehen wurden, vergaben die rund 20.000 Abstimmenden der Television Academy die Preise insgesamt recht breit gestreut und oft an Altbekannte. So waren "Succession" (HBO, Beste Dramaserie wie bereits 2020), "Ted Lasso" (Apple, Beste Comedyserie wie im Vorjahr) und" The White Lotus" (HBO, Beste Miniserie) die größten Erfolge.

Sie setzten sich in der auf NBC übertragenen Verleihung gegen neuere und oft mutigere Stoffe durch – beispielsweise hätte mit der düsteren südkoreanischen Gesellschaftskritik "Squid Game" erstmals ein nicht-englischsprachiges Drama gewinnen können. Auch für den Comedy-Quotenhit "Abbott Elementary" über das Leben an einer unterfinanzierten Schule gab es letztlich eher Trostpreise in Drehbuch- und Nebenrollen-Kategorien.

Direktlink | Zendaya bei der Preisverleihung
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Auch drei der vier Hauptdarsteller*innen-Preise gingen an Stars, die diese Auszeichnungen für ihre Rollen schon einmal ins Regal stellen durften: Jason Sudeikis in der "Ted Lasso"-Titelrolle als US-Footballtrainer, der ein britisches Team übernimmt, und Jean Smart als alternde Comedienne in "Hacks" hatten auch schon 2021 gewonnen. Auch Zendaya, mit 26 Jahren immerhin noch eine Newcomerin, hatte schon 2020 als queere Hauptrolle Rue im schonungslosen Teenage-Drama "Euphoria" gesiegt – die für "Killing Eve" beide nominierten Jodie Comer und Sandra Oh mussten sich ihr geschlagen geben. Einzig der Südkoreaner Lee Jung-jae in "Squid Game" als bester Drama-Darsteller war eine Überraschung.

Gesellschaftssatire aus Hawaii unter Abräumern

In der zuletzt immer wichtigeren Sparte mit Auszeichnungen für Miniserien und Fernsehfilme war "The White Lotus" der große Abräumer und holte zehn Auszeichnungen – mehr als jedes andere Format in diesem Jahr. Die Urlaubssatire über einen Mord und viele Sonderwünsche von Superreichen in einem Luxusressort auf Hawaii ging unter anderem mit Preisen für die beste Miniserie, die beste Regie und das beste Drehbuch einer Miniserie nach Hause, genauso wie für die besten Nebendarsteller Murray Bartlett und Jennifer Coolidge.

Der 51-jährige Bartlett dankte in seiner Rede unter anderem seinem Partner Max, der seine "Zuflucht" sei. Der Australier spielt in der recht queeren Serie den Hotelmanager – eine Rimming involvierende Sexszene mit einem Angestellten sorgte für viel Gesprächsstoff in sozialen Netzwerken. Eine zweite Staffel der in Deutschland bei Sky Atlantic ausgestrahlten Gesellschaftssatire ist in Arbeit; sie soll mit anderen Gästen auf Sizilien spielen.

In vielen weiteren Nebenkategorien gab es die bekannten Sieger: John Oliver siegte zum siebten Mal in Folge für seine Sketch-Nachrichtensendung "Last Week Tonight" als beste Unterhaltungs-Talkshow. Und gegen Dauersieger "Saturday Night Live" konnte die "Black Lady Sketch Show" nichts ausrichten: "SNL" gewann zum sechsten Mal in Folge die erst 2015 eingeführte Kategorie für die beste Unterhaltungs-Sketch-Serie. Insgesamt kommt die seit 1975 laufende Live-Comedy nun laut der Datenbank IMDB auf 87 Emmys bei mehr als 300 Nominierungen.

Preis für Jerrod Carmichael

Soweit ersichtlich, spielten queere Themen bei den diesjährigen Primetime Emmys keine größere Rolle. "RuPaul's Drag Race" musste sich in der Kategorie "Best Competition Program" der Amazon-Show "Lizzo's Watch Out for the Big Grrrls" geschlagen geben, nach diversen Siegen in der Kategorie in den Vorjahren.

Für das HBO-Stand-up-Comedy-Special "Rothaniel" wurde allerdings der Komiker Jerrod Carmichael ausgezeichnet (Kategorie "Writing, Variety Special"). Der 35-Jährige, der früher von Beziehungen zu Männern und Frauen sprach, hat darin unter anderem sein Coming-out als schwuler Mann und berichtet, allein auf einem Sessel sitzend, von dem langen Weg dorthin.

Eine Woche vor der Ausstrahlung der Primetime Emmys aus dem Microsoft Theater waren am 3. und 4. September die Creative Arts Emmy Awards vergeben worden. In diesen Nebenkategorieren wurde unter anderem RuPaul für die Beste Moderation in einer Reality- oder Wettbewerbsshow ausgezeichnet. "Queer Eye" holte den Sieg in der Kategorie Beste strukturierte Realityshow. Carmichael war, für einen Auftritt in "Saturday Night Live", als Bester männlicher Gaststar in einer Comedyserie nominiert, musste sich aber Nathan Lane für "Only Murders in the Building" geschlagen geben. (dpa/cw)

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