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TV-Duell

Italiens Wahl-Favoritin gegen Adoption durch homo­sexuelle Paare

Die queerfeindliche Fratelli-d'Italia-Politikerin Giorgia Meloni hat große Chancen, künftig Italien mit einer rechten Regierung zu führen.


Meloni am Montag im Duell mit Enrico Letta (l.) (Bild: Screenshot Youtube / Corriere della Sera)

  • 13. September 2022, 14:11h 8 2 Min.

Knapp zwei Wochen vor den Parlamentswahlen in Italien hat sich die mögliche künftige Ministerpräsidentin Giorgia Meloni dagegen ausgesprochen, dass homosexuelle Paare Kinder adoptieren dürfen. In einem Debattenduell der Zeitung "Corriere della Sera" sagte die Parteichefin der postfaschistischen Fratelli d'Italia am Montagabend: "Ich glaube, dass man den Kindern, die ohnehin schon Leid erlebt haben, das Bestmögliche bieten soll." Sie präzisierte, das Bestmögliche "heißt, einen Vater und eine Mutter zu haben, Stabilität in der Beziehung, das was unser Gesetz vorschreibt".

Daraufhin kam es bei dem im Internet gestreamten Duell zu einem Schlagabtausch mit ihrem Gegner, dem Sozialdemokraten Enrico Letta. Dieser erwiderte, dass Kinder vor allem Liebe benötigen. "Aber Liebe spielt hier doch keine Rolle", antwortete Meloni. "Der Staat normt doch die Liebe nicht, Enrico Letta!" Woraufhin der Spitzenkandidat der Mitte-Links-Allianz sagte: "Ganz genau, aber du bist dabei, Liebe zu normen, indem zu sagst, was Liebe ist und was nicht."

Meloni legte danach noch nach: "Ich denke es ist normal für den Staat, eine Auswahl zu treffen, mit der er Kinder gemäß Bedingungen vergibt, von denen er denkt, dass diese perfekt für sie sind. Der italienische Staat sagt auch, dass man bestimmte Einkommenskriterien erzielen muss, um ein Kind zu adoptieren. Ist er dann Armen-phob? Das ist er nicht. Er versucht, Kindern bestmögliche Bedigungen zu geben. Das ist Common Sense."

In Italien dürfen Lesben und Schwulen laut Gesetz bislang keine Kinder adoptieren. Möglich ist aber, dass einer der Partner des homosexuellen Paares das leibliche Kind des anderen adoptiert.

Meloni geht als große Favoritin in die Wahlen am 25. September. Mit ihrer Mitte-Rechts-Allianz – neben den Fratelli gehören noch die ebenfalls queerfeindlichen rechte Lega von Ex-Innenminister Matteo Salvini und die konservative Berlusconi-Partei Forza Italia dazu – winkt ihr eine klare Mehrheit im Parlament. Sie hatte sich in der Vergangenheit immer wieder queerfeindlich geäußert. "Ja zur natürlichen Familie! Nein zur LGBT-Lobby!", brüllte sie im Juni bei einem Auftritt als Gast der rechtsextremen Vox-Partei in Spanien.

Jüngst trieb die Queerfeindlichkeit absurde Blüten: Federico Mollicone, der Kultur-Beauftrage von Fratelli d'Italia, forderte den öffentlichen Sender Rai auf, von einer Ausstrahlung einer bestimmten Folge der Kindersendung Peppa Pig (auf deutsch: Peppa Wutz) abzusehen. In dieser taucht das Eisbärkind Penny auf, das zwei Mütter hat (queer.de berichtete). "Peppa Pig ist eine Zeichentrickserie für Dreijährige", sagte auch Meloni, die befürchtet, dass Kindern "Konzepte aufgedrängt werden". (dpa/cw)

-w-

#1 swimniAnonym
  • 13.09.2022, 16:41h
  • Und der immer so jovial daherkommende Herr Weber EVP wirbt ganz nebenbei für Berlusconi. Was kommt denn da alles noch ins Rutschen?
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#2 MarcAnonym
#3 la_passanteAnonym
  • 13.09.2022, 18:21h
  • Was soll an dieser Allianz eigentlich "Mitte" sein? Die Dame ist eine Neofaschistin, und ihre Allianz ist braun-schwarz. Dagegen ist sogar die CSU noch links.
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