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Orga-Team geht auf Distanz

Antisemitismus-Skandal beim Frankfurt-Slubice-Pride

Beim Abschlusskonzert forderte Rapper*in Enana die Menge mehrfach dazu auf, die Parole "From the River to the Sea – Palestine will be free!" zu wiederholen. Die CSD-Veranstalter*innen entschuldigten sich öffentlich.


Sänger*in Enana sorgte für einen Eklat beim Frankfurt-Slubice-Pride (Bild: Promo Slubice-Frankfurt Pride)

  • 14. September 2022, 09:43h 16 3 Min.

Die Veranstalter*innen des Frankfurt-Slubice-Pride haben sich von antisemitischen Äußerungen beim CSD-Abschlusskonzert distanziert. "Wir möchten alle Teilnehmer*innen des diesjährigen Frankfurt-Slubice-Pride darauf hinweisen, dass die Aussage einer Künstler*in auf der After-Event Veranstaltung nicht mit uns abgesprochen wurde", heißt es in einem Statement auf Instagram. "Künstler*innen, die während eines Konzerts auf der Bühne auftreten, sind persönlich für ihre Äußerungen verantwortlich. Jegliche diskriminierenden Inhalte, einschließlich antisemitischer Inhalte, sollten jedoch nicht von unserer Bühne kommen. Wir als Team der diesjährigen Pride lehnen jede Form von Antisemitismus ab." Der Frankfurt-Slubice-Pride fand am 4. September statt.

Welche Äußerungen gefallen sind und vom wen sie stammen, verrieten die CSD-Veranstalter*innen nicht in ihrer Stellungnahme. Nach einem Bericht der "Märkischen Oderzeitung" (Bezahlartikel) ist jedoch trans Rapper*in Enana gemeint. Zwischen zwei Songs ihres neuen Albums soll die in Damaskus geborene und seit 2015 in Berlin lebende nichtbinäre Person der tanzenden Menge auf dem Frankfurter Brückenplatz mehrmals "Free Palestine" (Freies Palästina/Befreit Palästina) zugerufen haben. "Ebenfalls mehrmals forderte Enana auf, die Parole 'From the River to the Sea – Palestine will be free!' (auf Deutsch: 'Vom Fluss bis zum Meer – Palästina wird frei sein!') zu wiederholen", heißt es im Bericht der Regionalzeitung.

Synonym für die Auslöschung Israels

Der Slogan "From the River to the Sea – Palestine will be free!" wird von Expert*innen als israelbezogener Antisemitismus eingestuft. "Gemeint sind der Fluss Jordan und das Mittelmeer – gefordert wird also ein Palästina, das sich über das gesamte Gebiet des heutigen Israel sowie der Westbank und des Gazastreifens erstreckt", heißt es dazu in einem Report der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Bayern. "Für einen jüdischen Staat bliebe da kein Platz, die Parole ist also als Wunsch nach dem Ende Israels zu verstehen." In der angeblichen Forderung nach "Freiheit" stecke "außerdem die Behauptung, das Land sei unter israelischer Kontrolle nicht frei und Israel ein illegitimes Besatzungsregime, das beseitigt werden müsse".

Die antisemitische Parole war bereits im Juli auf der "Internationalistischen Queer Pride" in Berlin zu hören (queer.de berichtete).

CSD-Veranstalter*innen entschuldigen sich

Die CSD-Veranstalter*innen räumen eine Mitschuld ein, dass es zu diesen Äußerungen kommen konnte. "Es war unser Fehler, die Künstler*innen, die an unserer Pride teilnahmen, nicht zu fragen, ob sie öffentliche Statements abgeben wollen", heißt es in der Stellungnahme. "Wir nehmen dies als eine Lehre für unsere nächsten Pride-Veranstaltungen. Wir werden die Künstler*innen in den kommenden Jahren vor ihren Auftritten darauf hinweisen. Es tut uns leid, dass solche Worte während des Konzerts gefallen sind und unsere Gäste, Veranstaltungsteilnehmer*innen und einige Mitglieder unseres Teams persönlich betroffen haben – dafür möchten wir uns aufrichtig entschuldigen."

Der Frankfurt-Slubice-Pride hatte in diesem Jahr bereits mit dem Ausschluss von Parteien und politischen Organisationen für Negativschlagzeilen gesorgt. So wurde dem Verband lesbischer und schwuler Polizeibediensteter (VelsPol) die Teilnahme verwehrt. (cw)

-w-

#1 Langsam nervtsAnonym
  • 14.09.2022, 11:56h
  • Gott, langsam habe ich die Schnauze voll, das uns die Antisemiten ständig missbrauchen und die CSDs so verumglimpfen. Israel ist das einzige Land im Nahen Osten, dass Gays unterstützt, schützt und frei Leben lässt. Der Hass der Araber auf ein demokratisches Land ist unsäglich.
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#2 DestroyaAnonym
  • 14.09.2022, 12:10h
  • Es ist halt auch seltsam, mit Inanna der Göttin Werbung zu machen, wenn man eigentlich ein Islamistisches Regime unterstützen will. In vielen Islamischen Ländern würde auf eine Verehrung von Inanna die Todesstrafe folgen, da es sich um Blasphemie handelt.

    Ich wette, das niemand in Palestina Inanna verehrt. Es gibt heute quasi 0 Polytheisten mehr im islamischen Mittleren Osten.
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#3 StaffelbergblickAnonym
  • 14.09.2022, 12:27h
  • Ups ... mit einer Künstler*in vorher abklären, was auf der Bühne (und was dahinter???) gesagt werden darf .. .das ist doch bestes DDR-Kulturmanagement.
    Wenn ich als Verantwortlicher etwas organisiere ... dann gucke ich mir die Künstler*innen vorher an.
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