https://queer.de/?43226
Gibt es Hoffnung?
Todesurteile gegen queere Aktivistinnen: Oberster Gerichtshof im Iran soll prüfen
Rudert der Iran zurück? Das Todesurteil gegen zwei queere Aktivistinnen soll nach internationalen Protesten überprüft werden.
- 14. September 2022, 14:47h 2 Min.
Die Todesurteile gegen zwei queere Frauen im Iran sollen vor dem Obersten Gerichtshof überprüft werden. Wie die iranische Nachrichtenagentur Isna am Mittwoch berichtete, soll das Urteil des Revolutionsgerichts der nordwestlichen Stadt Urmia dem Obersten Gerichtshof in Teheran vorgelegt werden.
Die Europäische Union hatte die Todesstrafe gegen die LGBTI-Aktivistinnen am Dienstag verurteilt (queer.de berichtete). Zuvor hatten sich auch die Vereinten Nationen "zutiefst besorgt" geäußert (queer.de berichtete). Menschenrechtsorganisationen zufolge wird den 24 und 31 Jahre alten Aktivistinnen Elham Chubdar und Zahra Sedighi-Hamadani vorgeworfen, Homosexualität "gefördert" zu haben.
Das Urteil wird vom Iran unterdessen anders dargestellt. Nach offiziellen Angaben wurden beide Personen wegen "Korruption auf Erden" zum Tode verurteilt. Sie hätten als Teil einer Gruppe landesweit junge Mädchen mit falschen Versprechen zur Prostitution ins Ausland gelockt und damit ein unmoralisches Verbrechen begangen. Auch ein mutmaßlicher Anführer sowie eine dritte Frau sollen verurteilt worden sein.
Der Iran machte keine Angaben zu möglichen politischen Aktivitäten oder der sexuellen Orientierung der Verurteilten. Eine genaue Einschätzung dieses und anderer Fälle ist schwierig, weil die iranischen Gerichte in ihren Urteilen Formen von unehelichem oder gleichgeschlechtlichem Sex mit sexueller Gewalt oder anderen Delikten vermischen. Zudem ist eine unabhängige Berichterstattung oft nicht möglich und viele Urteile insbesondere in ländlicheren Regionen werden nie öffentlich.
Iranische Staatsführung mit queerfeindlicher Propaganda
Die iranische Führung macht immer wieder Stimmung gegen sexuelle Minderheiten: Der Oberste Führer des Landes, Ali Chamenei, kritisierte Homosexualität im Frühjahr etwa als "Mangel an Moral" (queer.de berichtete). Präsident Ebrahim Raisi ergänzte kürzlich laut "mena-watch", dass Homosexualität "verabscheuungswürdig" sei. (dpa/cw)

















Welch einen Horror durchleben Sie gerade jetzt und die vielen anderen in irgendwelchen Kerkern dort. Man möchte speien!!!