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USA

Neue Hoffnung für LGBTI-Studierendenclub

Die jüdische Yeshiva University in New York weigert sich aus religiösen Gründen, die Yeshiva Pride Alliance als offizielle Vereinigung anzuerkennen. Der Supreme Court gab ihr erst am Freitag vorerst recht, hob die Entscheidung am Mittwoch jedoch wieder auf.


Die Yeshiva Pride Alliance wurde bereits 2018 gegründet (Bild: Yeshiva Pride Alliance)
  • 15. September 2022, 03:37h 3 2 Min.

Der Oberste Gerichtshof der USA hat seine Entscheidung aufgehoben, einer jüdisch-orthodoxen Privatuni die Verweigerung der offiziellen Anerkennung einer LGBTI-Studierendenvereinigung vorerst zu erlauben. Die New Yorker Yeshiva-Universität hatte einen Eilantrag beim Supreme Court gestellt, nachdem ein New Yorker Richter angeordnet hatte, die Uni müsse die LGBTI-Gruppe als offizielle Vereinigung anerkennen. Am Freitag hatte das Oberste Gericht dem Eilantrag stattgegeben (queer.de berichtete).

Am Mittwoch (Ortszeit) hob der Supreme Court diese Entscheidung auf und erklärte, die Universität habe ihre Rechtsmittel auf Ebene des Bundesstaates noch nicht ausgeschöpft. Sollte die Uni auf niedrigerer Gerichtsebene keinen Erfolg haben, könne sie sich später wieder an den Supreme Court wenden.

Uni verweigert Räumlichkeiten und Dienstleistungen

Ein New Yorker Richter hatte die Yeshiva University angewiesen, die Yeshiva Pride Alliance ab Semesterbeginn den Status einer Studierendenvereinigung zuzuerkennen. Die bereits 2018 gegründete Gruppe bekäme damit das Recht, Räumlichkeiten und Dienstleistungen der Hochschule zu nutzen.

Die rund 5.000 Student*innen zählende Yeshiva University erklärte in ihrem Antrag beim Supreme Court, als "zutiefst religiöse" jüdische Hochschule könne sie die Anordnung des Richters nicht umsetzen, weil dies ihre "aufrichtigen religiösen Überzeugungen zu den Werten der Thora" verletze. Der Studierendenclub argumentierte hingegen, die Uni biete auch zahlreiche nicht-religiöse Kurse an und nehme auch nicht-jüdische Student*innen auf. Daher könne sie nicht bestimmten Menschen wegen ihrer sexuellen Orientierung den Zugang zu Ressourcen verwehren.

Schutz vor Diskriminierung vs. Religionsfreiheit

Der Rechtsstreit reiht sich ein in eine anhaltende Kontroverse in den USA über die Gewichtung von Anti-Diskriminierungsgrundsätzen und vermeintlicher Religionsfreiheit. Nach mehreren Neubesetzungen durch den früheren US-Präsidenten Donald Trump sind am Supreme Court die konservativen Richter*innen, die dem Recht auf religiös begründeter Ausgrenzung einen höheren Stellenwert einräumen als dem Schutz vor Diskriminierung, in der Mehrheit. Sechs der neun Supreme-Court-Richter*innen sind dem konservativen Lager zuzurechnen. (cw/AFP)

-w-

#1 CarmillaAnonym
  • 15.09.2022, 12:02h
  • >>> weil dies ihre "aufrichtigen religiösen Überzeugungen zu den Werten der Thora" verletze

    oder auch des Koran oder auch der Bibel. Die sollen endlich aufhören die Religion als Rechtfertigung

    für Homo- und Trans*feindlichkeit zu benutzen. Religiöse Fanatiker hassen uns einfach. So ist es halt.

    Warum? Ganz einfach, weil wir unser Leben so leben wie wir wollen und die (also die Fanatiker)

    sagen ihr (die LGBT Community) lebt nicht so wie wie wir wollen und deshalb sind wir besser als ihr.

    Das ist auch schon alles.
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#2 KlartextAnonym
#3 SebiAnonym
  • 15.09.2022, 13:19h
  • "Schutz vor Diskriminierung vs. Religionsfreiheit"

    Was Religiöse jeglicher Couleur niemals kapieren:
    eigene Freiheitsrechte finden ihre Grenzen immer dort, wo anderen in ihren Freiheitsrechten eingeschränkt werden. Sonst wären es ja keine Freiheitsrechte, sondern Unterdrückungsrechte für einige wenige.

    Oder mal ganz konkret:
    Religionsfreiheit bedeutet, dass man nicht wegen seiner Religion diskriminiert werden darf. Aber es heißt eben nicht, dass man andere (die etwas anderes oder gar nichts glauben) diskriminieren darf. Denn für die gilt dieselbe Religionsfreiheit.
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