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Türkei

Istanbul: Hunderte demonstrieren für Verbot von LGBTI-Verbänden

Während CSD-Märsche in der Türkei seit Jahren verboten werden, warb das staatliche Fernsehen für eine queerfeindliche Kundgebung regierungsnaher Organisationen.


Die Demonstration fand im als traditionell konservativ geltenden Stadtbezirk Fatih statt (Bild: TRT)

Mehrere hundert Menschen beteiligten sich am Sonntag in Istanbul an einer queer­feindlichen Demonstration. Die Teilnehmer*­innen trugen Banner mit Aufschriften wie "Schütze Deine Familie und Deine Generation", wie ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Zudem forderten sie ein Verbot von "LGBT Propaganda" und von Gruppen, die sich für die Rechte queerer Menschen einsetzen. Deren Demonstrationen waren in den vergangenen Jahren in der Türkei untersagt worden.

Zu der Demonstration hatten dutzende konservative Vereinigungen aufgerufen. Unter den Teilnehmern waren viele Unterstützer*­innen von Gruppierungen, die dem Präsidenten Recep Tayyip Erdogan nahestehen. Frauen mit Kopftuch skandierten Parolen wie "Vater und Mutter und Baby gleich Familie". Sie versammelten sich in dem als traditionell konservativ geltenden Stadtbezirk Fatih.

Nach einer Genehmigung durch den türkischen Rundfunkrat wurde im Fernsehen für die Kundgebung geworben, da sie im "öffentlichen Interesse" sei. Dies stieß auf massiven Protest bei Menschenrechtsgruppen. Kritiker*­innen der Demonstration veöffentlichten in Online-Netzwerken Kommentare wie "Nein zu dem Marsch des Hasses", um ihre Solidarität mit der LGBTI-Bewegung zu bekunden. (cw/AFP)

-w-

#1 AchtungAnonym
  • 19.09.2022, 08:52h
  • Es ist halt letztlich so, dass wenn Gruppen an die politische Macht im Staate kommen, die sich nicht mehr an eine moderate Wähler*inneschaft gebunden fühlen und reaktionäre Politik vertreten, dies praktisch Game Over bedeuten kann. Mittels staatlicher Gelder werden dann entsprechende bestehende Ressentiments in der Bevölkerung gefördert und anderswo die entsprechende 'Bildung' platziert um diese, zum eigenen Wahlerfolg beitragenden, Faktoren und Bedrohungsgefühle in breiten Bevölkerungsschichten auch neu zu wecken. Dann geht es anhaltend bergab.
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#2 KilianEhemaliges Profil
  • 19.09.2022, 14:07h
  • Wenig überraschend, baut Erdogan schließlich die Türkei, ein Land, das er als sein Eigen betrachtet, seit Jahren zur islamistischen Diktatur um. Selbstredend geduldet und finanziell unterstützt von der EU und den USA, da er als europäisch-asiatisches Scharnier des sog. Westens fungiert. Zudem sind die von ihm in Syrien getöteten Kurden und die von ihm unterstützten Tötungen in Armenien auch keine weiss gelesenen Menschen. Ukrainer:in oder Inhaber:in von Getreidesilos, Gas- und oder Öl-Quellen müsste man sein, dann sind Menschenrechte ganz groß im Kurs.
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#3 NachbarnAnonym