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Beschwichtigungsversuch

Emir von Katar vor UN: Alle Fans bei Fußball-WM willkommen

Der Herrscher der WM-Landes versichert, dass sein Land weltoffen sei und jeden willkommen heiße. Allerdings gibt es daran Zweifel.


Emir Tamim Bin Hamad Al Thani spielt die Staatshomophobie in seinem Land herunter

  • 21. September 2022, 08:59h 4 2 Min.

Katars Emir Tamim Bin Hamad Al Thani hat in einer Rede bei der Vollversammlung der Vereinten Nationen erneut betont, dass alle Fans bei der anstehenden Fußball-Weltmeisterschaft ohne Diskriminierung willkommen seien. "Die Menschen aus Katar werden Fußball-Fans aus allen Gesellschaftsschichten mit offenen Armen empfangen", sagte er am Dienstag (Ortszeit) in New York.

Der Emir hatte aber zuvor diese Offenheit relativiert: So sagte er im Mai in Berlin, dass Besucher*­innen "unsere Kultur respektieren" müssten (queer.de berichtete).

Kurz vor der Rede des Emirs hatte die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch homo­sexuelle Fußballfans vor der Reise zur WM in den Golf-Staat gewarnt (queer.de berichtete). Am besten lasse man es, sagte Wenzel Michalski, Deutschland-Direktor von Human Rights Watch, beim Kongress Bodensee Business Forum der "Schwäbischen Zeitung" in Friedrichshafen.

Er glaube zwar nicht, dass viel passieren werde, weil die ganze Welt zuschauen werde, sagte Michalski – und dass westliche homo­sexuelle Fans, sofern sie sich an die Sitten der Katarer*­innen hielten, dort Fußball schauen können. Aber eine Garantie gebe es nicht. In Katar ist Homosexualität gesetzlich verboten und wird mit bis zu sieben Jahren Gefängnis bestraft, muslimische Gläubige können nach archaischen Gesetzen sogar mit dem Tod bestraft werden.

"Gewöhnt euch daran oder bleibt weg vom Fußball"

Unterdessen hat Fan-Vertreter Dario Minden am Dienstag den Botschafter Katars in Deutschland, Abdulla bin Mohammed bin Saud Al Thani, auf einem Kongress in Frankfurt mit seiner sexuellen Orientierung konfrontiert und Reformen verlangt: "Ich bin ein Mann und liebe Männer. Das ist normal, also gewöhnt euch daran oder bleibt weg vom Fußball", so Minden auf Englisch.

/ sportschau

/ dw_sports

Die Weltmeisterschaft beginnt am 20. November und dauert bis zum 18. Dezember. Katar wird auch immer wieder wegen systematischer Menschenrechtsverstöße und der Ausbeutung von Migrant*innen kritisiert. Die Regierung weist die Vorwürfe zurück und führt Reformen zugunsten der Arbeiter*innen an. (dpa/dk)

-w-

#1 lucdf
  • 21.09.2022, 18:01hköln
  • Es geht nicht um Diskriminierung nach sozialer Schicht sondern Diskriminierung nach sexueller Orientierung. Der Emir versucht das Wasser zu trüben aber wir sind auch nicht von gestern.
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#2 HmmmAnonym
  • 21.09.2022, 19:16h
  • Antwort auf #1 von lucdf
  • Natürlich geht es um soziale Schichten und damit einhergehender Macht, ein Spahn kann sicher bedenkenlos in Katar flanieren und die x Toten Gastarbeiter waren kaum alle LGBTQ....

    Mit Schwulenhass lässt sich nun mal das "Fussvolk" unter Kontrolle halten, solange sie nach unten treten können treten sie nicht nach oben !

    Ganz einfache Politik!
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#3 JuchanmomoAnonym
  • 21.09.2022, 20:09h
  • Wobei zumindest homosexuelle Besucher solange in Katar ja noch sicher sind, solange sie in der Zeit ihre sexuelle Orientierung nicht zeigen.
    Transgender können allein schon Probleme bekommen, wenn sie am Flughafen ihren Reisepass zeigen und ein Geschlecht drin steht, was von der Polizei nachher nicht anerkannt wird, da muss es ja auf jeden Fall Garantien für WM-Besucher*innen geben.
    Schlimm ist das alles, bezweifle aber einen Reformwillen dort, auch in Sachen Homosexualität.
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