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Vorstoß
Flandern: Katholische Kirche will gleichgeschlechtliche Paare segnen
Die flämischen Bischöfe wollen auf Schwule und Lesben zugehen, halten allerdings an der Minderwertigkeit von gleichgeschlechtlichen Beziehungen fest.

Teile der katholischen Kirche wollen auf Schwule und Lesben zugehen (Bild: #liebegewinnt)
- 21. September 2022, 09:08h 2 Min.
Die katholische Kirche in der belgischen Region Flandern will den Weg für die Segnung von gleichgeschlechtlichen Paaren freimachen. Die Bischöfe unter Führung des Brüsseler Kardinals Jozef De Kesel veröffentlichten dazu am Dienstag ein Schreiben mit dem Titel "Für eine einladende Kirche, die niemanden ausschließt" (PDF). Damit widersetzen sich die flämischen Bischöfe einem erst im letzten Jahr vom Vatikan erneuerten Segnungs-Totalverbot für nichtheterosexuelle Paare (queer.de berichtete).
In dem Papier gibt es neue liturgische Vorgaben für entsprechende Gebete und eine kirchliche Sonder-Segnungsfeier. Gleichzeitig halten die Bischöfe am Ehe-Verbot für Schwule und Lesben fest: Es müsse ein Unterschied zu dem, was die Kirche unter einem Sakrament versteht, deutlich bleiben, heißt es in dem Dokument. Allerdings wolle man mehr für die Integration queerer Menschen in der Kirche tun. So solle etwa in jedem Bistum eine Kontaktperson benannt werden, die sich um das Thema Homosexualität kümmert.
"Meine Begeisterung hält sich doch sehr in Grenzen"
#OutinChurch-Initiator Jens Ehebrecht-Zumsande warnte vor zu viel Enthusiasmus angesichts des flämischen Papiers. Zwar sei es begrüßenswert, dass sich die Bischöfe "in diesem Thema nach vorne zu bewegen versuchen", schrieb er auf Facebook. "ABER: meine Begeisterung hält sich doch sehr in Grenzen. Wenn man sich den Brief der Bischöfe mal anschaut, dann ist das doch eher ernüchternd."
Es gehe bei der angeblichen Einführung von Segensfeiern tatsächlich um "eine Art Segensgebet im Rahmen eines seelsorglichen Gespräches", so Ehebrecht-Zumsande. "Das hat nun aber gar nichts mit einem Segnungs-Gottesdienst anlässlich einer standesamtlichen Trauung eines gleichgeschlechtlichen Paares zu tun."
Diese Meldung wird gerade von vielen bejubelt und fleißig geteilt. Natürlich ist das grundsätzlich erstmal...
Posted by Jens Ehebrecht-Zumsande on Tuesday, September 20, 2022
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In Belgien hatte es in den letzten Monaten wie auch in Deutschland wiederholt Proteste gegen das Segnungsverbot des Vatikans gegeben. Das Land hat eine lange Tradition der Toleranz gegenüber sexuellen Minderheiten: Homosexualität wurde dort bereits 1795 legalisiert – also 174 Jahre vor Deutschland. Außerdem öffnete Belgien bereits 2003 die Ehe für Schwule und Lesben. Mit Elio Di Rupo hatte das Land bereits zwischen 2011 und 2014 einen offen schwulen Regierungschef. (dk)
















Lächerlich. Die können sich ihre okkulten Riten gerne behalten.
Alles was nicht 100% Gleichstellung ist, ist per definition Diskriminierung. Und 100% Gleichstellung wäre nur die Eheöffnung und sonst nichts.