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Kuba
Katholische Kirche fordert "Nein" bei Volksentscheid über queere Rechte
Fidel Castro ließ Homosexuelle in Arbeitslager verschleppen, in den viele zu Tode kamen. Jetzt, da sich das Land wandelt, gibt es Proteste aus der katholischen Kirche.

Die katholische Bischofskonferenz will die politische Anerkennung von gleichgeschlechtlichen Paaren verhindern (Bild: Facebook / Conferencia de Obispos)
- 22. September 2022, 06:33h 2 Min.
Die katholische Bischofskonferenz von Kuba hat sich gegen ein neues Familiengesetz ausgesprochen, weil queere Menschen damit mehr Rechte erhalten sollen. Über den Entwurf soll das Volk am Sonntag in dem elf Millionen Einwohner*innen zählenden Land abstimmen (queer.de berichtete). Sollten die Wähler*innen mehrheitlich mit Nein votieren, bleibt das alte Gesetz aus dem Jahr 1975 gültig.
Die Bischöfe schrieben in ihrem zweiseitigen Wahlkampfpamphlet (PDF): "Es ist für die kubanische Familie nicht von Vorteil, die Kriterien der so genannten 'Gender-Ideologie' anzuwenden, welche die Grundlage vieler Vorschläge bilden." So sprechen sich die Bischöfe gegen die geplante Abschaffung des Ehe-Verbots für Schwule und Lesben aus: "Die Ehe zwischen Mann und Frau, die die natürliche Basis für eine Familie ist, kann nicht durch eine andere rechtlich konstruierte Formen verdrängt oder entstellt werden."
Das Papier wendet sich auch gegen die im Familiengesetz geplante weitergehende Anerkennung von trans Menschen sowie die Erlaubnis für lesbische Paare, sich künstlich befruchten zu lassen. Die Bischöfe appellieren an alle Kubanerinnen und Kubaner, "ob gläubig oder nicht", beim Volksentscheid mit Nein zu stimmen. Dabei sollten sie "auch an die künftigen Generationen und an das geistige und materielle Wohl aller Kubaner denken" denken.
Kuba ließ Homosexuelle brutal verfolgen
Das kommunistische Regime in Kuba ließ Homosexuelle ursprünglich brutal verfolgen. Insbesondere in den Sechzigerjahren wurden Männer, die etwa wegen ihrer Kleidung oder ihrer langen Haare für schwul gehalten worden, in Arbeitslager verschleppt, in denen viele zu Tode kamen. Homosexualität wurde als Produkt einer dekadenten kapitalistischen Gesellschaft verurteilt – gegen diese Verfolgung sind keine Proteste der katholischen Kirche bekannt. Erst später änderte sich die Einstellung der Regierung. Diktator Fidel Castro bedauerte kurz vor seinem Tod die Verfolgung von Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung (queer.de berichtete).
Bis heute gibt es LGBTI-Diskriminierung in Kuba: Beispielsweise werden gleichgeschlechtliche Partnerschaften noch immer nicht anerkannt. Zudem wurde in den letzten Jahren vermehrt die freie Meinungsäußerung eingeschränkt, was etwa auch zu CSD-Verboten führte (queer.de berichtete). (dk)
















Übrigens leitet Mariela u.a. das CENESEX / Zentrum für sexuelle Aufklärung, übernommen hat sie es von der aus der DDR stammenden deutschen Gründerin Monika Krause-Fuchs (deren Lebenslauf auf Wikipedia lesenswert ist)