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Hessen

AfD-Fraktion erntet mit Antrag zur Schulaufklärung über LGBTI heftige Kritik

Im Wiesbadener Landtag macht die AfD mal wieder Stimmung gegen queere Menschen.


Der AfD-Politiker Heiko Scholz will die Uhren bei Schulaufklärung über LGBTI zurückdrehen (Bild: Hessischer Landtag)

  • 22. September 2022, 13:38h 2 2 Min.

Mit einem Antrag zum Thema Schulaufklärung ist die AfD-Fraktion im hessischen Landtag auf den versammelten Widerstand des restlichen Parlaments gestoßen. Dem Beitrag liege "eine massive Abwertung von Menschen zugrunde, die in ihrer sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität vom ausschließlich heterosexuellen Leitbild der AfD abweichen", sagte der Grünen-Abgeordnete Frank Diefenbach am Donnerstag in Wiesbaden. Die SPD-Vertreterin Nina Heidt-Sommer erklärte, die AfD wolle "die pädagogische und gesellschaftliche Rückkehr in finstere Vorzeiten".

Die AfD-Fraktion hatte eine Rückkehr zu einer früheren Fassung des Sexualerziehungslehrplans an den Schulen gefordert. Der bildungspolitische Sprecher Heiko Scholz kritisierte unter anderem, dass der aktuelle Lehrplan nicht mehr wie in der Version bis 2016 zur "Toleranz" von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, trans- und intersexuellen Menschen erziehen soll, sondern zur "Akzeptanz". "Die als Bildungs- und Erziehungsziel ausgewiesene Akzeptanz im Sinne von Gutheißen geht sowohl über Respekt als auch Toleranz weit hinaus", erklärte der Lehrer.

"Das Problem ist ein Klima der Angst, das durch die AfD geschürt wird"

Die FDP-Abgeordnete Wiebke Knell sagte, die AfD stelle die Grundsätze eines respektvollen Miteinanders infrage. "Das Problem der Kinder ist nicht die Vielfalt von sexuellen Identitäten in unserer Gesellschaft. Das Problem ist ein Klima der Angst, das durch die AfD geschürt wird." Kultusminister Alexander Lorz (CDU) betonte, es gebe keine Beschwerden über den Lehrplan. Die Behauptungen der AfD, es würden bestimmte Praktiken oder gar operative Eingriffe propagiert, seien "dummes Zeug".

Die AfD hat bereits wiederholt Stimmung gegen Schulaufklärung über LGBTI gemacht. Entsprechende Projekte wurden immer wieder mit dem Kampfwort "Frühsexualisierung" bekämpft (queer.de berichtete). Wie zuvor in Stuttgart in Baden-Württemberg hatte es 2016 und 2017 Kundgebungen des queerfeindlichen Bündnisses "Demo für alle" in Wiesbaden gegeben, um gegen den damals neuen queer-inklusiven Lehrplan in Hessen vorzugehen (queer.de berichtete). (dpa/dk)

-w-

#1 SebiAnonym
  • 22.09.2022, 16:10h
  • Wieso wollen die Kinder dumm halten?

    Da an Schulen Beschimpfungen wie "schwule Sau", "Schwuchtel", "Schwulette", etc. Alltag sind, ist mehr Aufklärung dringend notwendig. Erstens damit Schule für alle Schüler ein sicherer Ort ist, wo man gerne und angstfrei hingeht. Und zweitens damit auch Heteros nicht vom Hass zerfressen durchs Leben gehen.

    Die Aufklärung erfolgt dabei immer altersgerecht. Oder glaubt irgendwer, dass gerade in Deutschland, wo alles reglementiert ist und wo gerade an Schulen alles durch zig Gremien bestätigt werden muss, Aufklärung nicht alterskonform erfolgt.

    Hier werden bewusst (falsche) Ängste geschürt und Kinder instrumentalisiert, um daraus politisch Kapital zu schlagen.

    Pfui.
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#2 MagsAnonym
  • 22.09.2022, 18:09h
  • Antwort auf #1 von Sebi
  • Ähhh, das ist die generelle Vorgehensweise der AfD. Falsche Ängste schüren und daraus politisches Kapital schlagen. Die können garnicht anderes. Ob jetzt auf dem Rücken von Kindern, Migranten, Queers oder sonst einer "Opfergruppe".

    Wer übrigens auch so vorgeht schreib ich jetzt Mal lieber nicht, sonst heißt es wieder ich betreibe Katholiken-bashing...
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