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"Wir Spieler können wenig beeinflussen"

Schlotterbeck zu Katar-WM: "Fußball muss für alle da sein"

Der Nationalspieler aus Dortmund weist darauf hin, dass Funktionäre und die Politik, aber nicht die Spieler, die Weltmeisterschaft in das Emirat vergeben haben.


Nico Schlotterbeck bei der Vertragsunterzeichnung in Dortmund (Bild: BVB)

  • 23. September 2022, 09:11h 17 2 Min.

In der Debatte um WM-Gastgeber Katar sieht der deutsche Nationalspieler Nico Schlotterbeck nicht zuerst die Fußballprofis in der Pflicht. "Wir Spieler können aus meiner Sicht ohnehin wenig beeinflussen, das ist in erster Linie eine Sache der Funktionäre und der Politik. Wir Sportler haben das Turnier nicht nach Katar vergeben", sagte der 22-Jährige BVB-Profi dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Die Aufgabe der Spieler sei es, bei der Weltmeisterschaft maximalen sportlichen Erfolg zu haben.

Die Weltmeisterschaft in Katar steht wegen der Situation für ausländische Arbeiter*­innen und der Menschenrechtslage stark in der Kritik. So steht auf Homosexualität im Emirat sieben Jahre Haft – muslimische Gläubige können sogar nach archaischen Scharia-Gesetzen zum Tode verurteilt werden. Die Regierung des Emirats weist die Vorwürfe weitgehend zurück.

"Fußball steht für Vielfalt"

Schlotterbeck sagte, die Situation im Gastgeberland sei nicht zufriedenstellend. "Ich wünsche mir, dass die WM zu einer weiteren Öffnung in Katar beitragen kann. Ich hoffe, dass jeder, der Bock auf die WM hat, auch vor Ort sein kann und wird", sagte der Abwehrspieler. "Der Fußball muss für alle da sein und allen offenstehen. Er steht für Vielfalt."

Mit der deutschen Nationalmannschaft wird Schlotterbeck am Freitagabend in der Nations League am Freitag gegen Ungarn (20.45 Uhr, ZDF) und am Montag in England (20.45 Uhr, RTL) im Einsatz sein.

Human Rights Watch hatte erst kürzlich schwulen und lesbischen Fans von einer Reise nach Katar abgeraten (queer.de berichtete). Er glaube zwar nicht, dass viel passieren werde, weil die ganze Welt zuschauen werde, sagte Wenzel Michalski, der Deutschland-Direktor der Menschenrechtsorganisation. Aber eine Garantie dafür gebe es nicht. (dpa/dk)

-w-

#1 Die anderenAnonym
  • 23.09.2022, 11:57h
  • "Wir Spieler können aus meiner Sicht ohnehin wenig beeinflussen, das ist in erster Linie eine Sache der Funktionäre und der Politik. Wir Sportler haben das Turnier nicht nach Katar vergeben".

    Natürlich nicht in der Vehemenz, doch von der Denke her das gleiche Muster: Das sportliche "Ich habe doch nur Befehle verfolgt".

    Denn:
    "Wir Spieler können aus meiner Sicht ohnehin wenig beeinflussen," - doch, könnt ihr. Denn ohne euch wird es beim eigentlich "interessanten" Teil, beim Spiel, sehr leer aussehen. Deshalb ja: Ihr könntet. Wenn ihr wolltet. Aber ihr wollt nicht. Und ich wollt auch nicht offen sagen, dass euch Geld und "kein Gegenwind" aus den Chefetagen -die, das ist natürlich unbestritten, euch und jeden empathisch nicht völlig verwahrlosten Fan in eine sehr unschöne Lage gebracht haben- wichtiger ist als ein global verdammt wichtiges und Zeichen zu setzen.

    Die Verantwortung dabei von sich zu schieben, das ist sogar nachvollziehbar. Nicht gutzuheißen, aber nachvollziehbar. Denn ich denke, dass ihr genau wisst, dass ihr nicht nur kein Zeichen für Menschenrechte, sondern durchaus eins GEGEN Menschenrechte setzt. Denn wenn die WM ohne spürbaren Gegenwind vonstatten geht, kommt genau das bei den Menschenhassern an: "Die labern immer schön rum, aber die tun nichts. Wir können mit ihnen machen was wir wollen. Und wenn sie die Rechte und Würde von diesen haram Perversen nicht mal durch ein starkes Symbol 'schützen' wollen, dann werden sie auch keine Wirtschaftssanktionen ausrufen, wenn wir verfolgen/'bekehren'/ausmerzen."

    Tja, ist und bleibt halt so:
    Wenn du denkst, es kann nicht noch widerlicher, menschenverachtender oder empathiebefreiter im internationalen Sport kommen, kommt irgendwer aus dem System daher und beweist dir das Gegenteil. Gern auch in Tagesfolge.

    Spielt ihr mal.
    Ich hoffe nur, dass ihr es nicht nur mit eurem Gewissen, sondern vielleicht -ja, ich weiß, völlig unbegründete Hoffnung- auch dann mit den Reaktionen der Fans im Nachgang ausmachen müsst.

    Armselig und eine völlige Bankrotterklärung in Sachen Würde und Empathie. Aber nicht, dass mich das wunderte oder gar überraschte.
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#2 KilianEhemaliges Profil
  • 23.09.2022, 12:15h
  • "Ich wünsche mir, dass die WM zu einer weiteren Öffnung in Katar beitragen kann."

    Die Verblödung in Deutschland schreitet mit Siebenmeilenstiefeln voran. Ich schlage vor, Herr Schlotterbeck, Sie beschäftigen mal eingängig mit der überwältigenden "Öffnung" in Russland und China, nach den dort ausgetragenen Olympiaden. Alternativ, als Deutscher, mit dem Öffnungsprozess nach 1936 in Berlin.

    Das könnte helfen, sich in der Öffentlichkeit nicht als Sprechblasenkastrat des DFB zu outen.
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#3 LothiAnonym