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Vor Spiel gegen Ungarn

Falscher Regenbogen beschäftigt Nationalmannschaft

Kurz vor der Fußball-WM in Katar steht die Haltung der deutschen Nationalmannschaft zu Menschenrechten – inbesondere Rechten queerer Menschen – im Mittelpunkt. Hansi Flick meint, es gehe nicht nur um den Regenbogen.


Kapitän Manuel Neuer, der wegen einer Corona-Infektion derzeit nicht für die Nationalmannschaft auflaufen kann, mit der kritisierten Binde (Bild: DFB)

  • 23. September 2022, 09:40h 16 3 Min.

Zwei Monate vor dem ersten WM-Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Japan reißt die Debatte um die angemessene Haltung gegenüber Turnier-Gastgeber Katar nicht ab. Im Fokus der Kritik steht dabei aktuell die als Symbol gegen Diskriminierung gedachte Kapitänsbinde der DFB-Elf und anderer großer Fußball-Nationen wie England, Frankreich oder den Niederlanden mit einer an die Regenbogenflagge angelehnten Farbgebung. Topstars wie Manuel Neuer, Englands Mittelstürmer Harry Kane oder Frankreichs Weltmeister-Torwart Hugo Lloris wollen sie in Katar als gut sichtbares Zeichen am Oberarm tragen. In sozialen Medien gab es bereits scharfe Kritik, weil die Regenbogenfahne so versteckt und die Botschaft verwässert werde (queer.de berichtete).

"Das wirkt schon schwach. Es ist noch nicht einmal die Pride-Flagge, es sind andere Farben darauf abgebildet. Wenn es das einzige ist, was an Haltung vom DFB kommt, wäre das peinlich bis katastrophal. Ich erwarte vom DFB und denke auch, dass da mehr kommen wird", sagte der Vertreter der Fan-Organisation "Unsere Kurve", Dario Minden, in einem Interview der Zeitung "Der Tagesspiegel".

Minden war durch eine verbale Konfrontation mit dem katarischen Botschafter in Deutschland bei einem DFB-Kongress am vergangenen Montag zum Gesicht der Katar-Kritiker geworden. "Ich habe Sex mit anderen Männern. Das ist normal. Gewöhnen Sie sich daran oder verschwinden Sie aus dem Fußball", hatte Minden auf dem Podium dem Diplomaten gesagt und dafür im Netz viel Lob erhalten.

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Die Rechtslage für Angehörige der queeren Community in Katar steht derzeit im Zentrum der Kritik – mehr noch als die bedenkliche Lage für Gastarbeitende. In dem Emirat drohen auf Homosexualität mehrjährige Haftstrafen – muslimische Gläubige können nach dem archaischen Scharia-Recht sogar zum Tode verurteilt werden. Zuletzt sorgte die Empfehlung der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch an queere Fußballfans für Aufregung – diese sollten sich demnach aus Selbstschutz lieber nicht nach Katar aufmachen (queer.de berichtete).

Hansi Flick: Es geht nicht nur um Regenbogenfarben

Die Nationalspieler werden im Rahmen der aktuellen Länderspiele in der Nations League gegen Ungarn und England praktisch täglich mit dem Thema konfrontiert. Keine leicht zu lösende Situation, so Hansi Flick: "Es ist einfach, immer zu kritisieren, wenn man irgendwo sitzt und nicht die Entscheidung trifft", sagte der Bundestrainer vor der Ungarn-Partie in Leipzig. "Es geht jetzt darum, dass es nicht nur die Regenbogenfarben sind, sondern alle. Es sind alle damit gemeint, jeder Einzelne, der hier sitzt, der auf der Welt ist. Darum geht es, dass wir gleich sind", argumentierte der 57-Jährige.

/ DFB_Team

Mehrere Workshops über "Katar-Problematik" für Nationalspieler

Die Nationalspieler wurden vom DFB in mehreren Workshops für die Katar-Problematik sensibilisiert. "Das wird nicht die einzige Aktion sein, die wir erleben. Wir versuchen, unseren Beitrag zu leisten. Einfach wegzublicken, wäre das schlimmere Übel", sagte der Gladbacher Jonas Hofmann bei der Präsentation der Spielführerbinde mit dem "One Love"-Aufdruck. Auf die Kritik an den falschen Farbnuancen reagierte der 30 Jahre alte Profi gelassen. "Ein paar Farben vom Regenbogen waren drin. Jeder weiß, was gemeint ist", sagte Hofmann.

DFB-Direktor Oliver Bierhoff hatte zu Wochenbeginn bei dem Verbandskongress zur Menschenrechtslage in Katar den Konflikt für die Fußball-Profis zwischen Sport und gesellschaftlicher Erwartungshaltung verdeutlicht. "Wir müssen darauf achten, diesen Spagat zu finden, zwischen der Verantwortung und dem Bewusstsein, das wir als Menschen haben. Auf der anderen Seite gehen wir als deutsche Fußball-Nationalmannschaft rüber. Wir vertreten unser Land, wir wollen erfolgreich Fußball spielen", sagte der 54-Jährige. (dpa/cw)

-w-

#1 Gnurfel42Anonym
  • 23.09.2022, 13:03h
  • Sie hätten ja wenigstens die Farben einer anderen Pride-Flagge nehmen können und nicht so seltsame Zufallsfarben, die nichts bedeuten. Aber nicht mal das konnten sie tun. So lächerlich.

    Oder noch besser: Katar boykottieren. Aber DAS geht natürlich nicht, denn wäre ja eine echte Entscheidung, für die man Eier in der Hose haben müsste. Haben sie aber nicht. Da ist das liebe Geld halt doch wichtiger als Menschenleben und die Freiheit der anderen.

    Lieber diskutieren wir um irgendwelche Farben. LOL.

    Alles Egoisten!
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#2 FischAnonym
#3 nichtbinärePersonAnonym