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Sachsen

Neonazis stören CSD Döbeln – Teilnehmende mit Steinen beworfen

Rund 400 mutige Menschen beteiligten sich am Samstag trotz rechtsextremer Gegenproteste am ersten Christopher Street Day im mittelsächsischen Döbeln. Über 100 Polizist*innen waren im Einsatz.


Das Leittransparent beim CSD Döbeln (Bild: Treibhaus e.V. / twitter)

Trotz eines großen Polizeiaufgebots wurden am Samstag drei Teilnehmer*­innen des ersten Christopher Street Days im sächsischen Döbeln von unbekannten Personen beleidigt und mit Steinen beworfen. Die homofeindliche Attacke ereignete sich laut Polizei um 12.45 Uhr in der Wappenhenschstraße vor Beginn der CSD-Demonstration. Verletzt wurde zum Glück niemand. Die Täter*­innen konnten flüchten.

Bei dem vom RosaLinde Leipzig e.V. und dem Treibhaus e.V. Döbeln organisierten Pridemarsch, an dem sich rund 400 Menschen beteiligten, kam es zu keinen weiteren direkten Angriffen. Allerdings fanden in Sicht- und Hörweite rechtsextreme Gegenproteste statt. So veranstalteten die Freien Sachsen auf dem Niedermarkt ein "Fest der traditionellen Familie". Viel Zulauf gab es nicht: Die Polizei spricht von nur etwa 20 Teilnehmenden.

/ johannesgrunert
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Aggressiver ging es bei den Gegenprotesten der Jungen Nationalisten (JN) zu. Etwa 40 Mitglieder der Jugendorganisation der NPD versammelten sich am Döbelner Hauptbahnhof und zogen anschließend brüllend durch die Innenstadt. Noch am Bahnhof beschlagnahmte die Polizei zwei Transparente und musste wegen eines Angriffs auf eine Journalistin einschreiten. Vier vermummte Neonazis wurden wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetzt angezeigt. Insgesamt waren 105 Polizist*­innen im Einsatz.

/ Schmanle
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Nach Berichten von Augenzeug*­innen wurden Teilnehmende der CSD-Demonstration von Neonazis fotografiert. Vera Ohlendorf vom RosaLinde Leipzig e.V. berichtete gegenüber dem MDR, dass sich queere Menschen aus Döbeln aus Angst nicht an dem Pride-Marsch beteiligten. Auch in den kommenden Wochen müsse mit Übergriffen gerechnet werden. Bereits in der Einladung zum CSD auf Facebook hieß es: "Bitte reist möglichst in Gruppe mit Freund*­innen usw. an und bewegt euch nicht allein in Döbeln (Sicherheitsgründe)."

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In diesem Jahr war es bereits bei mehreren CSD-Demonstrationen zu rechtsextremen Gegenprotesten gekommen. So störte der Rechtsextremist Sven Liebich den CSD Halle mit queerfeindlichen Sprüchen wie "Ihr seid Parasiten dieser Gesellschaft" (queer.de berichtete). Eine Woche zuvor waren rund 20 Neonazis beim CSD Gotha aufgetaucht, darunter Vermummte mit einem Plakat "Familie und Tradition bewahren" und "Mutter, Vater Kind – Alles andere ist Fasching" (queer.de berichtete). (cw)

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#1 SaSuAnonym
  • 25.09.2022, 10:37h
  • ...Aus diesen Gründen muss ich regelmäßig verhindern, dass meine Bessere Hälfte im Osten Deutschlands Urlaub macht. Er ist von der Geschichte und überhaupt vom Osten fasziniert, aber vergisst leider die Gefahren die dort lauern...
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#2 Pride
  • 25.09.2022, 10:43h...
  • Vielen Dank für den mutigen CSD in Döbeln! Die Polizei muß jetzt auch weiter mit großer Präsenz für Sicherheit sorgen. Mit allen Mitteln des Rechtsstaates muß gegen das Nazi-Pack vorgegangen werden.
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#3 GojaAnonym
  • 25.09.2022, 12:03h
  • Antwort auf #1 von SaSu
  • Wow. Ein Schlag in die Gesichter aller im Osten lebenden Schwulen.
    Ich bin im Osten groß geworden, hab in mehreren Gegenden gearbeitet, selbst im Erzgebirge und war stets offen was meine Sexualität anbelangt und hatte nie Probleme.
    Sicherlich gibt es auch andere Erfahrungen, aber deswegen den gesamten Osten als No-Go Area zu sehen, ist falsch.
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