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Sachsen
Neonazis stören CSD Döbeln – Teilnehmende mit Steinen beworfen
Rund 400 mutige Menschen beteiligten sich am Samstag trotz rechtsextremer Gegenproteste am ersten Christopher Street Day im mittelsächsischen Döbeln. Über 100 Polizist*innen waren im Einsatz.
- 25. September 2022, 06:15h 2 Min.
Trotz eines großen Polizeiaufgebots wurden am Samstag drei Teilnehmer*innen des ersten Christopher Street Days im sächsischen Döbeln von unbekannten Personen beleidigt und mit Steinen beworfen. Die homofeindliche Attacke ereignete sich laut Polizei um 12.45 Uhr in der Wappenhenschstraße vor Beginn der CSD-Demonstration. Verletzt wurde zum Glück niemand. Die Täter*innen konnten flüchten.
Bei dem vom RosaLinde Leipzig e.V. und dem Treibhaus e.V. Döbeln organisierten Pridemarsch, an dem sich rund 400 Menschen beteiligten, kam es zu keinen weiteren direkten Angriffen. Allerdings fanden in Sicht- und Hörweite rechtsextreme Gegenproteste statt. So veranstalteten die Freien Sachsen auf dem Niedermarkt ein "Fest der traditionellen Familie". Viel Zulauf gab es nicht: Die Polizei spricht von nur etwa 20 Teilnehmenden.
/ johannesgrunertDer CSD lief mit etwa 400 Leuten heute durch Döbeln und dürfte für alle Teilnehmenden ein enorm empowerndes Erlebnis gewesen sein. Die 50 Neonazis konnten dagegen nichts ausrichten. #dl2409 pic.twitter.com/GB0TRsvXUj
Johannes Grunert (@johannesgrunert) September 24, 2022
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Aggressiver ging es bei den Gegenprotesten der Jungen Nationalisten (JN) zu. Etwa 40 Mitglieder der Jugendorganisation der NPD versammelten sich am Döbelner Hauptbahnhof und zogen anschließend brüllend durch die Innenstadt. Noch am Bahnhof beschlagnahmte die Polizei zwei Transparente und musste wegen eines Angriffs auf eine Journalistin einschreiten. Vier vermummte Neonazis wurden wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetzt angezeigt. Insgesamt waren 105 Polizist*innen im Einsatz.
/ SchmanleEin kurzer Ausschnitt aus einem Redebeitrag bei der rechtsradikalen Kundgebung. ACHTUNG extrem queer- und transfeindlich. #Döbeln #DL2409 pic.twitter.com/lgmwLZPBhW
Annalena Schmidt (@Schmanle) September 24, 2022
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Nach Berichten von Augenzeug*innen wurden Teilnehmende der CSD-Demonstration von Neonazis fotografiert. Vera Ohlendorf vom RosaLinde Leipzig e.V. berichtete gegenüber dem MDR, dass sich queere Menschen aus Döbeln aus Angst nicht an dem Pride-Marsch beteiligten. Auch in den kommenden Wochen müsse mit Übergriffen gerechnet werden. Bereits in der Einladung zum CSD auf Facebook hieß es: "Bitte reist möglichst in Gruppe mit Freund*innen usw. an und bewegt euch nicht allein in Döbeln (Sicherheitsgründe)."
In diesem Jahr war es bereits bei mehreren CSD-Demonstrationen zu rechtsextremen Gegenprotesten gekommen. So störte der Rechtsextremist Sven Liebich den CSD Halle mit queerfeindlichen Sprüchen wie "Ihr seid Parasiten dieser Gesellschaft" (queer.de berichtete). Eine Woche zuvor waren rund 20 Neonazis beim CSD Gotha aufgetaucht, darunter Vermummte mit einem Plakat "Familie und Tradition bewahren" und "Mutter, Vater Kind – Alles andere ist Fasching" (queer.de berichtete). (cw)
















