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Reportage über trans Frau

MDR fragt: Wer bestimmt unser Geschlecht?

Die MDR-Reihe "exactly" beschäftigt sich in ihrer neuesten Folge einfühlsam mit dem Thema der Trans-Identität.


Melanie erzählt aus ihrem Leben (Bild: MDR / Dennis Weißflog)
  • 26. September 2022, 10:03h 17 2 Min.

"Man wird quasi neugeboren", sagt Melanie, während sie ihr Make-up passend zum Outfit aufträgt. Melanie is trans, hatte mit 38 Jahren im sächsischen Glauchau ihr Coming-out und lebt seit drei Jahren als Frau. Welche Hürden gibt es auf dem Weg zum echten eigenen Geschlecht? Die MDR-Reihe "exactly" fragt in einer 30-minütigen, einfühlsamen Reportage nach. Dazu wurde Melanie von den Reporterinnen Pauline Vestring und Michaela Reith begleitet, die dabei auch mit Menschen gesprochen haben, die trans Personen beratend zur Seite stehen.

Die Reportage "Trans: Wer bestimmt unser Geschlecht?" ist ab sofort in der ARD-Mediathek sowie ab 17.00 Uhr auf dem YouTube-Kanal "MDR Investigativ" zu sehen. Am Mittwoch wird sie auch um 20.45 Uhr im MDR-Fernsehen ausgestrahlt, dem in seinem Sendegebiet erfolgreichsten Dritten Programm der ARD.

In der Reportage werden etwa die Schwierigkeiten mit dem veralteten Transsexuellengesetz beschrieben, das die Bundesregierung bald mit einem Selbstbestimmungsgesetz ersetzen will – gegen den erbitterten Widerstand aus der rechtsextremen und feministischen Ecke (queer.de berichtete).

"Was ich als sehr eingreifend empfinde, sind Begutachtungstermine, bei denen die Personen sich entkleiden sollen", erklärt in der Sendung Alexander Naß, der als Transgutachter in Leipzig arbeitet. Er kritisiert, dass in der Branche teilweise nach sexuellen Vorlieben gefragt wird oder danach, wie oft jemand seine Bluse öffnet.

Melanie beschreibt, dass es mit massivem Stress verbunden sei, dass sie gesetzlich noch nicht als Frau anerkannt wird. Dadurch muss sie bei ihrer Arbeit als Anlagenfahrerin in die Männerumkleide gehen. "Der Arbeitgeber hält sich an Gesetze", sagt Johanna Rödenbeck vom TransInteraktiv in Mitteldeutschland e.V. "Er könnte extra Toiletten und Umkleidekabinen schaffen, aber auch dadurch fallen trans Menschen auf und gehören nicht richtig dazu." Sie betreut trans Personen und deren Familien. Gerade Angehörige hätten oft Fragen, die sie sich nicht trauten zu stellen. Manche brächen den Kontakt ab, wenn sie von dem Coming-out hören. (cw)

-w-

#1 Ith_Anonym
  • 26.09.2022, 14:43h
  • "Gerade Angehörige hätten oft Fragen, die sie sich nicht trauten zu stellen."

    ... und ganz ehrlich, bei vielen Dingen ist es auch besser, wenn es erstmal einen externen Rahmen für den Austausch gibt, es sei denn, in der Familie versteht man sich ansonsten _wirklich_ gut. Aber in solchen Fällen würde man die Kommunikation wohl auch bei dem Thema hinbekommen.

    Es ist nicht bloß für die armen, bemitleidenswerten Verwandten stressig. Im Zweifelsfalle ist man finanziell und gesellschaftlich abhängig von den Leuten, denen man da "Antworten" schuldet, steht als trans-Person sowieso unter dem Druck, das Gegenüber in fünfzig Schichten Watten zu hüllen, damit bloß keine negativen Gefühle aufkommen, und gleichzeitig muss man mindestens Mikro- oft aber auch offene und unverschleierte Aggressionen kompensieren, während sich für die eigenen Gefühle ganz genau niemand interessiert, was für die Psyche echt nicht gesund ist.

    Alles davon ist leichter zwischen Menschen, bei denen nicht noch ein Haufen sonstiger emotionaler Verstrickungen dazukommt.

    Ich hatte auch oft Fragen an Menschen, die mir nahestanden, die ich mich lange nicht getraut habe zu stellen. Turns out: Ich lag nicht falsch damit, dass die Antworten verletzend bis hin zu komplett beziehungszerstörend sein würden. Dass man positiv überrascht ist, soll angeblich vorkommen, habe ich für meinen Teil aber extrem selten erlebt. Meistens kann man sich auf das eigene Bauchgefühl ganz gut verlassen. Das sind dann so Wahrheiten, die man lieber nicht wissen möchte, und bei denen es für die Beziehung irgendwie auch besser ist, wenn man sich das Drüber-Reden gegenseitig erspart.

    Wenn die liebe Verwandtschaft sich tatsächlich interessiert, kann sie sich auch einfach mal vernünftige Quellen für die Internetrecherche geben lassen, dort ein paar Stunden eigenständig recherchieren und dann zusehen, die eigenen Gefühle auszubalancieren, damit wir es nicht tun müssen. Ja, ist (zu) viel verlangt, ist mir schon klar. Aber rücksichtsvoll wär's schon.
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#2 Aus dem NordwestenAnonym
  • 26.09.2022, 17:12h
  • Antwort auf #1 von Ith_
  • Ich verstehe es nicht wirklich.

    Kein Interesse am Thema Trans: falsch.
    Interesse am Thema Trans mit dazugehörigen Fragen: auch falsch. Zusatz: Informiere Dich gefälligst im Internet und behellige mich nicht mit Fragen.

    Was denn nun?
    Diese Argumentationslinie führt dazu, dass sich Menschen entnervt abwenden, wenn nur das Schlagwort Trans fällt. Ist das in Deinem Sinne?
    Dann könnte man auch gleich sagen, wir lassen die Bildung der Kinder in diesem Bereich ganz bleiben - sie können ja im Internet recherchieren

    Ich finde es sehr gut, das solche Beiträge im TV gezeigt werden und dass sich Menschen interessieren und auch interessiert nachfragen.
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#3 Martina2110Anonym
  • 26.09.2022, 17:29h
  • Dieses ständig negative ist schon nervig
    Natürlich gibt es Situationen oder fragen die unangenehm sind, aber dann sagt man das!

    Und mal nicht immer alles schwarz, es gibt genug wo es nur positive gelaufen ist!

    Leider wird immer wieder nur von negativen berichtet

    Schade !
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