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Over the Rainbow!
"Der Zauberer von Oz": Neuverfilmung soll richtig queer werden
Insbesondere in den USA ist das Fantasy-Filmmusical "Der Zauberer von Oz" mit Hauptdarstellerin Judy Garland aus der schwulen Kultur nicht mehr wegzudenken. Mehr als 80 Jahre später gibt es nun ein explizit queeres Remake.

Dorothy (Judy Garland) erlebt Abenteuer mit ihren neuen Freunden (Bild: MGM)
- 27. September 2022, 13:39h 3 Min.
In der Neuverfilmung von "The Wizard of Oz" (auf Deutsch: "Das zauberhafte Land" oder "Der Zauberer von Oz") sollen offen queere und vielfältige Figuren vorkommen. Das kündigte Drehbuchautor und Produzent Kenya Barris an, der eine modernisierte Version des Kultfilms aus dem Jahr 1939 für Warner Bros. schreiben soll.
"Das Original spiegelte die Welt wider, wie sie damals war", so der 48-Jährige in "Variety", dem Branchenblatt der US-Unterhaltungsindustrie. Die Zeit des Kultfilm sei bestimmt worden von der schweren Wirtschaftskrise nach dem Börsencrash 1929 und den verheerenden Dürren und den Staubstürmen, die in den Dreißigerjahren über große Teile Nordamerikas hereingebrochen waren. "Jetzt drehen wir den Spiegel zu der Zeit, in der wir gerade sind", erklärte Barris weiter. "Wir nehmen unterschiedliche Figuren aus der LGBTQ-Community und von verschiedener kulturellen und sozioökonomische Herkunft und erzählen eine Geschichte, die die Welt reflektiert. Ich denke, jetzt ist der beste Augenblick, das zu tun."
Der Film aus dem Jahr 1939 gilt in den USA als Kultfilm unter queeren Menschen. Die Hauptrolle der Dorothy Gale hatte der damalige Kinderstar und die spätere Schwulenikone Judy Garland gespielt, die etwa auch das Lied "(Somewhere) Over the Rainbow" sang.
Mit der Handlung konnten sich viele in der queeren Community – insbesondere weiße schwule Männer – identifizieren: Dorothy (Garland) fühlte sich von ihrer Familie missverstanden und wurde dann von einem Sturm an einen Ort geweht, an dem sie sich mit exzentrischen Figuren anfreundet. Das sahen viele junge Schwule, die ihre homophobe Familie verließen und sich in Städten wie New York oder San Francisco ein neues Leben begannen, als Allegorie auf ihr Leben an. Schwule Männer – und auch teilweise andere queere Personen – bezeichneten sich seit den Fünfzigerjahren im amerikanischen "Gay Slang" auch gerne als "Friends of Dorothy". Dass der Stonewall-Aufstand einen Tag nach dem Begräbnis von Judy Garland begann, trug zur Verklärung des Films bei.
Die Judy-Garland-Version ist zwar die bekannteste, aber nicht die einzige Verfilmung des Kinderbuches "The Wonderful Wizard of Oz" von Frank Baum aus dem Jahr 1900. Bereits 1908 gab es die erste Stummfilmversion, die allerdings heute als verschollen gilt. Später gab es weitere Filme oder Theaterstücke. 1978 sorgte etwa die Verfilmung "The Wiz" für Schlagzeilen, in der die Geschichte nach Harlem verlegt wurde und mit afroamerikanischen Figuren gezeigt wurde.
Netflix zeigt spanische Version
Netflix zeigt ab Freitag eine weitere neue Version der "Wizard of Oz"-Geschichte: Im spanischen Spielfilm "Rainbow" wird das alte Kinderbuch zur farbenfrohen Coming-of-Age-Story mit der 16-jährigen Dora (Dora Postigo). Regie führte der bisexuelle Regisseur Paco León. Der Trailer zu "Rainbow" erinnert eher an einen Drogentrip als einen Familienfilm (queer.de berichtete). (dk)
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Natürlich können Stoffe an das zeitliche Geschehen adaptiert werden. Aber Kultfilme sind dafür am wenigsten geeignet.
Guckt doch nur mal die Diskussion im Forum allein bei zeitgenössischen Serien wie "Queer as folk" an. Selbst da bröckelt die Akzeptanz.