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Fußball-WM
Wie bitte? FIFA-Präsident sieht "beachtliche Fortschritte" in Katar
In Katar droht Lesben und Schwulen unverändert eine Haft- oder sogar die Todesstrafe – dennoch verharmlost FIFA-Chef Gianni Infantino erneut die Lage und die Gefahren im WM-Gastgeberland.

Gianni Infantino ist seit 2016 Präsident des Weltfußballverbands FIFA (Bild: United Nations Office on Drugs and Crime / wikipedia)
- 28. September 2022, 02:27h 3 Min.
FIFA-Chef Gianni Infantino hat nach einem Treffen mit dem Präsidenten des UN-Menschenrechtsrats, Federico Villegas, erneut angebliche Fortschritte im WM-Gastgeberland Katar betont. Der Fußball-Weltverband habe einen Teil beigetragen zu "beachtlichen Fortschritten", die in sehr kurzer Zeit erzielt worden seien, sagte Infantino laut einer offiziellen Mitteilung. "Und wir werden weiterhin mit den Behörden in Katar zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass die bevorstehende Weltmeisterschaft ein Turnier wird, bei dem alle willkommen sind."
Bereits im März hatte Infantino behauptet, dass LGBTI in Katar "willkommen" seien (queer.de berichtete).
Der WM-Gastgeber steht seit Jahren wegen der Menschenrechtslage und den Bedingungen für ausländische Arbeiter*innen in der Kritik. Die Regierung des Emirats verweist auf zahlreiche Reformen, durch welche die Situation verbessert werde. Zuletzt war auch zunehmend die unsichere Rechtslage für queere Menschen in den Vordergrund gerückt. LGBTI in Katar seien "sowohl durch Gesetze als auch im täglichen Leben weiterhin diskriminiert", heißt es im Jahresbericht 2021/2022 von Amnesty International (queer.de berichtete). Erst vergangene Woche warnte Human Rights Watch schwule und lesbische Fußballfans vor einer Reise in das Emirat (queer.de berichtete).
Lesben und Schwulen droht Gefängnis oder Tod
In Katar droht bei Homosexualität eine siebenjährige Gefängnisstrafe. Betroffen sind auch Ausländer*innen. So erhielt ein US-Bürger 1996 eine sechsmonatige Haftstrafe und 90 Peitschenschläge. Nach islamischem Recht ist sogar die Verhängung der Todesstrafe möglich, allerdings sind keine Hinrichtungen aus diesem Grund in den letzten Jahrzehnten bekannt. Geschlechtsangleichungen werden im Emirat nicht anerkannt.
Katars Behörden gehen zudem aktiv gegen queere Sichtbarkeit vor. Im Dezember letzten Jahres wurde etwa Spielzeug in Regenbogenfarben als "anti-islamisch" beschlagnahmt (queer.de berichtete). Kurz zuvor wurde der Film "West Side Story" verboten, weil dort eine trans Figur auftaucht (queer.de berichtete). Ebenfalls Ende 2021 wurde Homosexualität im katarischen Fernsehsender beIN Sports als "eine gefährliche Ideologie, die auch böse wird", bezeichnet (queer.de berichtete).
Katars Emir Tamim Bin Hamad Al Thani hatte Ende Maii bei einem Besuch in Berlin bekräftigt, dass "alle Gäste willkommen" seien – sie sollten aber "unsere Kultur respektieren" (queer.de berichtete). Kurz zuvor hatten mehrere Journalist*innen in Stichproben herausgefunden, dass mehrere katarische Hotels nicht an Schwule vermieten wollten (queer.de berichtete).
Infantino: "Alle Gruppen" könnten sich sicher fühlen
Bei dem Treffen mit Federico Villegas vom UN-Menschenrechtsrat behauptete Gianni Infantino, dass sich "alle Gruppen", die nach Katar reisen, sicher fühlen könnten. "Mit Blick auf künftige Veranstaltungen sprachen die beiden Präsidenten auch über die Bedeutung der Menschenrechte in den Bewerbungsverfahren für FIFA-Turniere", teilte der Verband mit. Villegas äußerte laut Mitteilung, er freue sich über die "jüngsten Entwicklungen, die zeigen, dass die FIFA als Organisation eine starke Haltung zur Bekämpfung von Menschenrechtsverletzungen wie Rassismus und Diskriminierung eingenommen hat". (cw/dpa)














- er glaubt, was er sagt, wirklich, so infantin ist er
- er tut nur so und ist ein berechnender Lügner und Bläh-Bläher im Dienst seines Egos