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"Mir gefiel das nicht"

Gitte wollte nicht Rex Gildos Scheinfrau werden

Rex Gildos Manager und heimlicher Lebenspartner setzte sich dafür ein, dass Gitte Hænning den Schlagerstar heiratet – doch die Dänin sagte Nein.


Gitte Hænning und Rex Gildo galten im Wirtschaftswunder-Deutschland als Traumpaar – hier sind sie im österreichischen Schlagerfilm "Jetzt dreht die Welt sich nur um dich" zu sehen (Bild: Alive)

  • 28. September 2022, 08:06h 30 2 Min.

Die dänische Schlagersängerin Gitte Hænning hat gegenüber der "Bild"-Zeitung (Bezahlartikel) enthüllt, dass Rex Gildos Produzent ihr eine Ehe mit ihrem Schlager-Partner empfohlen habe: "Sie wollten aus uns tatsächlich ein Liebespaar machen", so Hænning. Sie habe aber Nein gesagt: "Die Presse braucht natürlich solche Geschichten, aber mir gefiel das nicht." Zwar habe sie Gildo "bezaubernd, charmant und zuvorkommend" gefunden, sie habe sich nicht "frembestimmen" lassen wollen, so die heute 76-Jährige weiter.

Mit ihrer Ablehnung verzichtete Hænning auf viel Geld: "Sein Manager und Produzent Fred Miekley kam zu mir und flüsterte mir ins Ohr: 'Weißt du, zu wie viel Geld du Nein sagst?' Ehrlich gesagt, hatte ich mir darüber keine Gedanken gemacht", so die Schlagersängerin. Der 1988 verstorbene Miekley war der langjährige schwule Lebenspartner von Gildo, was aber die homophobe Öffentlichkeit damals nicht wusste.

Gildo war im westlichen Nachkriegsdeutschland ein großer Star: Er hatte ein Sonnyboy-Image und wurde als heterosexueller Traummann vermarktet, in Wirklichkeit liebte er aber Männer. Über Jahre wurden er und Hænning als Traumpaar in der Presse dargestellt. Die beiden spielten im erfolgreichen österreichischen Schlagerfilm "Jetzt dreht die Welt sich nur um dich" (1964) ein Liebespaar, das erst einige Hürden überwinden musste.

Hochzeit mit Cousine 1974

1974 heiratete Gildo seine Cousine, um Gerüchte über sein Schwulsein zu entkräften. 1999 stürzte er im Alter von 63 Jahren aus dem Fenster seiner Münchner Wohnung in den Tod – mutmaßlich verübte er Suizid.

Über sein Leben kommt am Donnerstag das semi-dokumentarische Filmdrama "Rex Gildo – Der letzte Tanz" von Rosa von Praunheim in die Kinos. Der Schlagerstar wird darin von Kilian Berger (jung) und Kai Schumann (älter) dargestellt. Hinzu kommen mehrere Interviews mit Zeitzeug*innen – neben Hænning etwa mit Bernhard Brink, Cindy Berger oder Conny Froboess. (cw)

#1 LothiAnonym
  • 28.09.2022, 10:17h
  • Oh ja, viele, ja sehr viele deutsche Schlagerfans hatten sich damals gewünscht die beiden als Paar zu sehen. Aber die beiden passten gar nicht zusammen. Hätten sich vermutlich privat nur täglich gefetzt und schon nach kurzer Zeit getrennt.
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#2 PinoAnonym
  • 28.09.2022, 10:28h
  • Gut und vorbildlich, dass Gitte das Rückgrat und die Selbstachtung hatte, dieses unmoralische Angebot abzulehnen.

    Und traurig, dass man offenbar damals eine Scheinfrau brauchte, um Gerüchte zerstreuen zu können.

    Dabei sah der junge Rex Gildo ja wirklich gut aus, bevor die Sonnenbank seine Haut kaputt gemacht hat und er (vielleicht aus Frust) so aufgedunsen wurde. Und singen konnte er auch.

    Er ist wirklich eine tragische Figur. Das zeigt, was aus einem wird, wenn man sich selbst verleugnet.

    Aber da er das nicht selbst schuld war, sondern die damaligen Zustände, kann man ihm das nicht zum Vorwurf machen.

    Im Gegensatz zu den Leuten, die sich noch heute selbst verleugnen und ihr Leben freiwillig kaputt machen.
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#3 LothiAnonym
  • 28.09.2022, 10:48h
  • Antwort auf #2 von Pino
  • Dieses spätere äußere an Rex Gildo, wie sein aufgedunsenes Gesicht, hat er dem Alkohol zu verdanken. Am Ende ging es ihm genauso wie leider auch Roy Black. Die Schlagerwelt ist auch immernoch eine riesige Scheinwelt. Heile Welt? Mitnichten.
    Und Gitte ist ein sehr gutes Beispiel dafür, wie sie es in der Mitte ihres Lebens geschafft hat als Entertainerin noch die Kurve zu kriegen. Heute ist Gitte besser denn je.
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