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Bremen
Attacke auf trans Frau: Innenbehörde geht von "transfeindlichem Motiv" aus
Vor rund vier Wochen sorgte die brutale Attacke auf eine trans Frau in einer Bremer Straßenbahn für Aufsehen – jetzt gibt die Innenbehörde neue Einzelheiten bekannt.
- 28. September 2022, 11:17h 2 Min.
Die Bremer Innenbehörde hat in einem schriftlichen Bericht Details zur Attacke auf eine trans Frau in einer Straßenbahn Anfang September durch eine Gruppe von Kindern und Jugendlichen vorgelegt. Wie der "Weser-Kurier" (Bezahlartikel) berichtet, habe die FDP-Fraktion den Bericht beantragt. Aus dem Papier geht hervor, dass die Ermittlungen der Polizei noch andauerten, aber von einem "transfeindlichen Motiv" der Täter auszugehen sei. Diese hätten der Frau das Nasenbein gebrochen und ihre Brille beschädigt.
Dem Bericht zufolge sei die Frau "augenscheinlich als transidente Person erkennbar" gewesen und vulgär beschimpft worden. Die Verdächtigen und die Frau hätten sich vorher nicht gekannt. Insgesamt seien bislang zehn Zeug*innen des Vorfalls bekannt, ebenso gebe es Videoaufzeichnungen. Aus diesen gehe hervor, dass drei Personen der Geschädigten zu Hilfe geeilt seien und eingegriffen hätten. Auch aus der Angreifergruppe hätten Personen eingegriffen und die Frau nicht attackiert – wegen der "diffusen Gesamtsituation" sei aber unklar, ob sie der Frau helfen wollten.
Hauptverdächtiger ermittelt
Der Übergriff, der sich nur einen Tag nach der Meldung vom Tod von Malte C. nach einem gewaltsamen Angriff beim CSD Münster ereignet hatte, führte zu Entsetzen in Politik und Gesellschaft. Bereits letzte Woche gab die Polizei bekannt, dass sie den mutmaßlichen Haupttäter ermittelt habe – weil er erst 13 Jahre alt ist, kann allerdings nicht strafrechtlich gegen den Jungen vorgegangen werden (queer.de berichtete). Die Polizei glaubt aber, dass einige Mittäter*innen älter und daher bedingt strafmündig sein könnten.
In dem Bericht der Innenbehörde heißt es auch, dass bislang antiqueere Straftaten nicht gesondert statistisch erfasst werden. Dieses solle sich aber 2023 ändern. In anderen Ländern ist man schon weiter: Berlin erfasst derartige Übergriffe etwa bereits seit Jahren und macht sie in Polizeiberichten gesondert publik. (dk)
















