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Berlin
Fünf Jahre Ehe für alle: Berliner Pionier-Paar glücklich verheiratet
Sie waren 38 Jahre ein Paar und konnten 2017 endlich richtig heiraten: Bodo Mende und Karl Kreile waren eines der ersten homosexuellen Paare, die die damals neue Ehe für alle schlossen. Wie geht es ihnen heute?

Die Hochzeit von Karl Kreile und Bodo Mende am 1. Oktober 2017 im Berliner Rathaus Schöneberg war für viele Medien die erste gleichgeschlechtliche Eheschließung in Deutschland – in Wahrheit kamen ihnen jedoch ein Paar aus Frechen um 15 Minuten zuvor (Bild: Christopher Schreiber / LSVD)
- 29. September 2022, 05:18h 2 Min.
Sie sind fast genau fünf Jahre verheiratet, seit Jahrzehnten zusammen und noch immer glücklich: Als eines der ersten homosexuellen Ehepaare in Deutschland haben sich Bodo Mende und Karl Kreile am 1. Oktober 2017 in Berlin das Jawort gegeben (queer.de berichtete). Aktuell genießen die beiden ehemaligen Landesbeamten ihr Leben im Ruhestand und machen Urlaub in Sizilien. "Unseren Hochzeitstag werden wir in Palermo verbringen. Wir werden sicherlich schön essen gehen und den Tag genießen", sagt Bodo Mende der Deutschen Presse-Agentur.
Vor der Hochzeit waren die beiden bereits 38 Jahre lang ein Paar und führten bereits seit 2002 eine eingetragene Lebenspartnerschaft. "Im praktischen Leben hat sich daher durch die Hochzeit nicht viel verändert", erzählt Mende (65). "Aber die Selbstverständlichkeit, mit der wir als Ehepaar akzeptiert werden, ist nun eine größere als vorher", sagt der Berliner. So stutze niemand mehr, wenn einer der beiden etwa bei einer Hotelbuchung von "seinem Mann" spreche. "Da ist keiner mehr irritiert."
Paar fordert Ergänzung von Artikel 3 des Grundgesetzes
Das heiße aber nicht, dass damit alles schon getan sei. Nach wie vor gebe es Homo- und Transfeindlichkeit, die noch befeuert werde durch fundamentalistische religiöse Kräfte. "Daher brauchen wir unbedingt eine Ergänzung von Artikel 3 des Grundgesetzes, um den Schutz der sexuellen Identität als Grundrecht zu verankern", ergänzt Karl Kreile (64). Die Ehe für alle nannte Mende 2017 "juristisch gesehen einen Meilenstein". Es gebe nun keine Ehen erster und zweiter Klasse mehr. "Wir gehen jetzt selbstbewusster Hand in Hand durch die Straßen."
Bundestag und Bundesrat hatten die Ehe für alle vor fünf Jahren, kurz vor der Sommerpause 2017, beschlossen, also die rechtliche Gleichstellung homosexueller mit heterosexuellen Partnerschaften, einschließlich des uneingeschränkten Adoptionsrechts (queer.de berichtete). Seit dem 1. Oktober 2017 können gleichgeschlechtliche Paare heiraten. Seit damals sind in Deutschland mehr als 65-000 gleichgeschlechtliche Ehen geschlossen worden, teilte das Statistische Bundesamt im Juli in Wiesbaden mit (queer.de berichtete). (cw/dpa)















Ich gebs ja zu, ich war skeptisch, gehörte zu denen, die erst das Familienrecht ändern wollte und ein ganz neues Rechtskonstrukt schaffen. Aber jetzt zeigt sich, dass auch die Politik der kleinen Schritte Erfolge zeitigt. Abstammungsrecht, Trans*-Rights etc. kriegen wir auch noch hin.
Die Rede von Herbert Schmalstieg, Hannover, wenige Tage nach Einführung der Homoehe werde ich nie vergessen: "Gestern haben sich in unserem Rathaus zum 1. Mal 2 Männer vereinigt und ich erwarte von Ihnen, dass sie noch zahlreich Gebrauch davon machen. Der Saal hat langgelegen vor Lachen.
Fragte mich doch neulich ein Student, der damals noch nicht auf der Welt war: Wie jetzt, über die Homo-Ehe musste man streiten?