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Dokumentationsreihe

ZDF-Serie "Liebe und Sex in..." geht mit queeren Themen weiter

Wie ist das Sexleben in Spanien, Bulgarien, Israel und Polen? Das ZDF geht dem auf den Grund – und zeigt, dass nicht nur heterosexueller Blümchensex angesagt ist.


Luke, der frühere Mr. Gay Poland, erzählt vom queeren Leben im Land der LGBTQ-freien Zonen (Bild: ZDF / Roman Schlaack)
  • 29. September 2022, 11:32h - 4 Min.

Was bedeutet für Menschen aus unterschiedlichen Ländern und Kulturen Liebe, Sex und Partnerschaft? Das beleuchtet das ZDF seit 2018 in seiner Reihe "Liebe und Sex in...", von der bisher sieben Folgen zu je 45 Minuten erschienen sind. Alle Episoden sind in der ZDF-Mediathek erhältlich.

Ab dem 4. November (5 Uhr morgens) werden vier neue Episoden im Streamingportal des Zweiten Deutschen Fernsehens hinzukommen. Die vier neuen Folgen schauen auf Liebe und Sex in Spanien, Bulgarien, Israel und Polen.

Von streng konservativen Lebensweisen über Polyamorie, Solo-Hochzeiten bis hin zur Keuschheitsbewegung: "Liebe und Sex in..." betrachtet nicht nur das aus ZDF-Familienserien altbekannte Klischee einer heterosexuellen Beziehung mit ein bis zwei Kindern, sondern schaut hinter die Kulissen.

Liebe und Sex in Spanien

So wird etwa der Spanier Juan Benavent vorgestellt, der mit seinem Ehepartner unweit von Valencia auf einem kleinen Hof mit Pferden und Hühnern lebt. Abends verwandelt er sich in einen feurigen Flamenco-Tänzer und Sänger. Seine sexuelle Orientierung steht dabei nicht ganz im Einklang mit der andalusischen Flamenco-Tradition, in welcher die Frau eine untergeordnete Rolle spielt und der Mann seine männlichen Werte ihr gegenüber manifestiert.

Ein anderes Leben führt Federico Armenteros Avila: Er wollte erst Priester werden, heiratete dann aber und wurde Familienvater, bevor er in den Achtzigerjahren sein Coming-out erlebte. Heute kümmert er sich um queere Personen, die wie er unter der Franco-Diktatur litten, als Homosexualität unter Strafe stand, und hat Spaniens erstes queeres Altersheim gegründet.

Liebe und Sex in Bulgarien

Auch in Bulgarien schaut die ZDF-Serie auf das Leben queerer Menschen – etwa auf die 19-jährige trans Sexarbeiterin Mia. Der Sunny Beach ist durch die Touristen besonders in den Sommermonaten lukrativ. Seit sie einmal von einem Mann enttäuscht wurde, gibt es bei ihr nur noch Sex gegen Geld.

Außerdem wird Bulgariens berühmtestes Mitglied der Roma-Community, der international bekannte Sänger Azis, vorgestellt. Mit einer Mischung aus Pop und Folklore begeistert er Millionen Fans. Azis ist offen schwul, spielt mit Geschlechtern und Rollenbildern. Damit eckt er an, provoziert die konservativ-bulgarische Gesellschaft. Azis schafft so aber auch mehr Akzeptanz für die Liebe jenseits althergebrachter Normen.

Die Akzeptanz in der äußersten EU-Provinz kommt auch Ilian zugute, der nach einer schwierigen Schulzeit in der Provinz seine Homosexualität in der Hauptstadt nun freier ausleben kann. Jetzt bereitet er sich auf einen Drag-Contest vor; die beste Performance und das schrillste Outfit einer Dragqueen werden prämiert. Doch die Konkurrenz für Ilian ist hart. Kann er mit seiner Figur, African Benediction, gewinnen?


African Benediction (3.v.l.) zeigt beim CSD Sofia, was sie in sich hat (Bild: ZDF / Ilian Metev)

Liebe und Sex in Israel

Besonders krasse Unterschiede treten in Israel zutage: Zwischen dem CSD, der schrill mit viel nackter Haut stolz die sexuelle Freiheit feiert, und der Frau, die aus religiösen Gründen Perücke trägt, liegt in dem vorderasiatischen Land oft nur ein Straßenzug.

Die Serie stellt Tomo vor. Er ist aufgewachsen in einer streng religiösen Familie, die seine Homosexualität nicht akzeptieren konnte. Die Freiheit, seine Liebe jetzt offen leben zu können, wiegt den Schmerz über den Bruch mit seinen Angehörigen auf.

Liebe und Sex in Polen

Eine große Kluft zwischen Stadt- und Landbevölkerung gibt es in Polen – sie spiegelt sich nicht nur in den Wahlergebnissen wider, sondern auch in den Einstellungen zu Liebe, Sex und Partnerschaft. Das strikte Verbot von Abtreibung, weit verbreitete Homophobie und die Verklärung der Jungfräulichkeit finden sich in Polen ebenso wie Nichtregierungsorganisationen, die für mehr Liberalität kämpfen, oder der jährliche CSD in Warschau mit zehntausenden Teilnehmenden.

Zu den CSD-Besuchern zählt auch Lukasz, der sich Luke nennt. 2018 wurde er zu Mr. Gay Poland gekürt. Bei einem Nacktfotoshooting für ein Magazin lässt er sich mit einer Bodypaint-Regenbogenflagge ablichten. Außerdem renoviert er mit seinem Mann Kendrik ihre gemeinsame Wohnung in Krakau. Wie lebt es sich offen schwul in einem Land, in dem sich viele Regionen im Süden zu sogenannten LGBTQ-freien Zonen erklären?

Alle vier neuen Folgen sollen nach der Veröffentlichung in der ZDF-Mediathek auch im Sender ZDFinfo gezeigt werden: Sie laufen als Marathon am 15. November ab 20.15 Uhr. (pm/dk)

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