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Streit um Synodalen Weg
Nach Nazi-Vergleich: Schwäbisch Gmünd lädt Kurienkardinal aus
Der Nazi-Vergleich von Kardinal Koch hat Konsequenzen: Das katholisch geprägte Schwäbisch Gmünd will nichts mehr mit dem Scharfmacher aus der Schweiz zu tun haben.
- 30. September 2022, 10:30h - 2 Min.
Nach umstrittenen Aussagen mit einem Verweis auf die Nazizeit hat die Stadt Schwäbisch Gmünd den Schweizer Kurienkardinal Kurt Koch wieder ausgeladen. Koch werde sich an diesem Samstag nicht wie geplant in das Goldene Buch der 61.000 Einwohner*innen zählenden Stadt eintragen, teilte ein Sprecher des Rathauses mit. "Im Rahmen der Äußerungen des kirchlichen Würdenträgers und die Diskussionen dazu ist eine solche Veranstaltung derzeit aus Sicht der Stadt nicht durchführbar", sagte ein Stadtsprecher.
Koch hatte zuvor in einem Interview mit der "Tagespost" gesagt, es irritiere ihn, wenn nun neben den anerkannten Quellen des katholischen Glaubens auch neue Erkenntnisse hinzugezogen werden sollten, um die Lehre anzupassen. "Denn diese Erscheinung hat es bereits während der nationalsozialistischen Diktatur gegeben, als die sogenannten 'Deutschen Christen' Gottes neue Offenbarung in Blut und Boden und im Aufstieg Hitlers gesehen haben" (queer.de berichtete). In dem Interview ging es hauptsächlich um den Synodalen Weg in Deutschland. Am Donnerstagabend erklärte der ehemalige Bischof von Basel, seine Aussage nicht zurückzunehmen (queer.de berichtete).
Bischof Bätzing forderte Entschuldigung Kochs
Die "Deutschen Christen" waren eine protestantische Strömung, die das Christentum an die rassistische Ideologie der Nazis anpassen wollte. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, hatte Kochs Vergleich als "völlig inakzeptable Entgleisung" bezeichnet und eine sofortige öffentliche Entschuldigung gefordert. Andernfalls werde er offiziell Beschwerde beim Papst einreichen.

Kurienkardinal Kurt Koch hat mit seinem Vergleich für Empörung gesorgt (Bild: RPP-Institut / wikipedia)
Im Rahmen des Reformprozesses Synodaler Weg erörtern die deutschen Katholik*innen derzeit, ob die katholische Lehre stellenweise weiterentwickelt werden muss. So sei die ablehnende Haltung der Kirche zu Homosexualität im Widerstreit mit wissenschaftlichen Erkenntnissen. Diese müssten berücksichtigt werden, fordern Reformer*innen. (dpa/dk)
















