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Katholische Kirche

Malta: Homophober Priester vom Vorwurf der Volks­verhetzung freigesprochen

David Muscat hatte erklärt, Homosexuelle seien schlimmer als vom Teufel besessene Personen. Ein Gericht konnte an den Äußerungen aber nichts Diskriminierendes feststellen.


David Muscat in einer maltesischen Talkshow

  • 30. September 2022, 11:30h 1 2 Min.

Der 51-jährige katholische Priester David Muscat ist von einem Gericht in Malta vom Vorwurf der Volks­verhetzung freigesprochen worden. Wie die Zeitung "Independent" meldet, habe das Gericht in den Äußerungen des Geistlichen keine kriminelle Absicht feststellen können.

/ maltainde
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Muscat hatte im Januar für Aufregung gesorgt, als er auf Facebook behauptete, ein Homo­sexueller sei schlimmer als eine vom Teufel besessene Person. Anlass für die Äußerung waren Spekulationen über die sexuelle Orientierung eines Mordverdächtigen. Maltas Erzbischof Charles Scicluna entschuldigte sich sofort für die Worte des Priesters und sprach eine förmliche Verwarnung gegen Muscat aus (queer.de berichtete).

In Malta drohen Personen, die zum Hass gegen Minderheiten aufrufen, bis zu 18 Monate Haft. In dem Gesetz wird ausdrücklich auch das Merkmal "sexuelle Orientierung" erwähnt.

Muscats Anwältin hatte argumentiert, dass die Äußerungen aus dem Zusammenhang gerissen worden seien. Durch die Vorwürfe sei sein guter Ruf beschädigt worden.

Maltas Inklusionsministerin Julia Farrugia Portelli hatte sofort nach der Äußerung Muscats die Polizei eingeschaltet. Als Ministerin werde sie derartige Taten niemals akzeptieren, erklärte die Sozialdemokratin damals. Auch andere Politiker*innen hatten Muscat scharf kritisiert, etwa auch Cyrus Engerer, einer von sechs Europaabgeordneten aus dem kleinsten EU-Land. Er schrieb am 6. Januar auf Twitter: "Ich habe Besseres von der Kirche erwartet. Hoffentlich enttäuscht uns das Justizwesen nicht."

/ engerer
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Malta gilt als das LGBTI-freundlichste Land in Europa: Seit Jahren führt die 520.000 Einwohner*innen zählende Inselrepublik etwa die "Rainbow Europe"-Liste an, die die rechtliche Lage von sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten in den 49 europäischen Nationalstaaten vergleicht (queer.de berichtete). (dk)

-w-

#1 Pride
  • 30.09.2022, 14:51h...
  • Nach der im Artikel inhaltlichen Wiedergabe der Äußerung des Priesters, "ein Homosexueller sei schlimmer als eine vom Teufel besessene Person" hätte eben nicht eine solche an sich, sondern die, Homosexuelle seien vom Teufel besessen, wohl zu einer Verurteilung wegen Volksverhetzung gut gereicht. Wie nahe die Äusserung jedoch "im Zusammenhang mit Spekulationen um die sexuelle Orientierung eines Mordverdächtigen" bezüglich einer Volksverhetzung steht, darüber mag das Gericht wohlmöglich auch ablehnend entschieden haben. Ansonsten überwiegt bei mir, daß ich mit der Äußerung als ungewollte Humoreske eher gut spielen kann und der Typ mir sonstwo überall vorbei geht.
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