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TV-Tipp

Homophober Fleischfabrikant vs. vegane lesbische Tochter

Im ZDF-Samstagskrimi "Wilsberg: Schmeckt nach Mord" sorgen ein vermeintlicher Hygiene-Skandal und ein Vater-Tochter-Streit für Unruhe in Münster. Ein verzwickter Fall für den Hobbyschnüffler.


Lea Heitbrink (Anna Hausburg) möchte den geerbten Fleisch-Konzern ihres ermordeten Vaters auf die Produktion von Fleischersatz umstellen. Der Krimi "Wilsberg: Schmeckt nach Mord" läuft am 1. Oktober 2022 um 20.15 Uhr im ZDF (Bild: ZDF / Thomas Kost)
  • Von Lukas Fortkord, dpa
    1. Oktober 2022, 00:43h 3 2 Min.

Mit einem Einbruch in die Wohnung von Lea (Anna Hausburg) und Jasmin (Jaëla Probst) nimmt das Unheil im beschaulichen Münster seinen Lauf. Lea vermutet ihren Vater, den Fleischfabrikanten Thomas Heitbrink dahinter, denn der scheint etwas gegen den Lebensstil seiner Tochter zu haben. In der neuen Folge "Schmeckt nach Mord" der "Wilsberg"-Krimireihe (ZDF, Samstag, 20.15 Uhr) gerät das detektivische Urgestein Georg Wilsberg (Leonard Lansink) in einen Vater-Tochter-Streit und muss einen etwas wirren Fall sortieren.

Ein handfester Hygiene-Skandal oder gefälschte Untersuchungsergebnisse? Der kauzige und ständig klamme Wilsberg ("Ich bin zwar käuflich, aber nicht um jeden Preis") soll beim Veterinäramt herumschnüffeln und herausfinden, wer dem Fleischfabrikanten Heitbrink und seinem Betrieb vielleicht schaden will. Dafür mimt er kurzerhand einen Mitarbeiter des Verbraucherschutzes. Erste Verdächtige: Die Tochter des Fleischfabrikanten, die sich mit dem Vater überworfen hat. Dass Lea lesbisch ist und vegan lebt, hat ihr Vater ihr nicht verziehen.

Der "Fleischkönig von Münster" wird erstochen

Ausgerechnet Leas Mitbewohnerin Jasmin Rudolph arbeitet allerdings bei dem Labor, das im Auftrag des Veterinäramtes die hygienischen Verhältnisse in Heitbrinks Fleischfabrik untersuchte. Spätestens als der "Fleischkönig von Münster" tot in seinem Büro aufgefunden wird – erstochen mit einem Obstmesser – und sich ein Konfliktherd im Labor auftut, gerät der Fall zu einem kleinen Verwirrspiel für Wilsberg.


Lea Heitbrink (Anna Hausburg) verrät Wilsberg (Leonard Lansink) ein Geheimnis (Bild: ZDF / Thomas Kost)

Kriminalkommissarin Springer (Rita Russek) bemüht sich indes um eine Beförderung zur Kriminalrätin – mit Beziehungen zu Stadtrat Dr. Joachim Plöger, der täglich auf einer Restaurantterrasse feinste Meeresfrüchte isst und den Wein zurückgehen lässt.

Schlussspurt mit überraschender Wendung

Der windige Lokalpolitiker konferiert jedoch nicht nur mit Springer, sondern hat auch enge Geschäftsbeziehungen mit dem ermordeten Fleischproduzent Heitbrink gepflegt. Und ganz nebenbei müssen sich Springer und Wilsberg auch noch mit dem philosophische Zitate ausspuckendem Kommissar Overbeck (Roland Jankowsky) herumschlagen.

Der neue Fall des Antiquars und Privatdetektivs kommt nur schwerlich in Fahrt und der Plot verstrickt sich zwischenzeitig zu sehr in Kleinigkeiten und parallelen Erzählsträngen. Die humorvollen und teils bissigen Dialogzeilen des schwafelnden Overbecks und des unausstehlichen Stadtrats gehen dafür auf. Der Schlussspurt gerät dann doch spannend und wartet mit einer überraschenden Wendung auf.

-w-

#1 FiBuAnonym
  • 01.10.2022, 09:53h
  • Die aktuellen Krimis haben mir zu viel Zeitbezug. Es gibt oft eine starke moralische Komponente und Nebenstränge (vegan, fleischesser, lesbisch, homophob, Beförderung zur Kriminalrätin, Beziehungen zu Stadtrat) die episch lang ausgewalzt werden, wodurch die eigentliche Krimi-Handlung, Ermittler sucht Täter oder klärt Fall auf, unter die Räder kommt.
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#2 LothiAnonym
  • 01.10.2022, 15:30h
  • Antwort auf #1 von FiBu
  • Du beschreibst es schon ganz gut und ich verstehe Dich.
    Ich bin eher ein leidenschaftlicher Kriminalroman Leser. Und merkwürdiger weise sind es eher die Ausländischen Kriminalgeschichten als die Deutschen, welche mich immer wieder in den Bann ziehen. Daher genieße ich all die hier zu Lande gedrehten Krimis besonders im öffentlich rechtlichen TV nur unter Vorbehalt. Für mich gibt es nur wenige Lieblinge unter den deutschen und ja auch österreichischen Darsteller/innen.
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#3 Mein ProblemAnonym
  • 01.10.2022, 21:52h
  • Liest genau wie das, woran viele deutsche Diversity-Projekte scheitern: Es wird keine mitreissende/spannende/bewegende Geschicht erzählt, in der *Charaktere* agieren, nein, es wird doziert, doziert, doziert und man sieht förmlich das Reißbrett, an dem das ganze übermäßig gewollt wirkende Konstrukt entstand.
    Da sind uns die Briten, die Franzosen und teilweise, wenn auch selten, sogar die Amerikaner deutlich voraus.
    Gut gemeint ist nicht zwingend gut gemacht.
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