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Streit um Synodalen Weg

Nach Nazi-Vergleich: Kardinal Koch sagt Termine in Deutschland ab

Für Kurienkardinal Kurt Koch steht die katholische Reformbewegung in der Tradition christlicher NS-Sympathisanten. Nach heftigem Widerstand aus seiner eigenen Kirche scheut er nun die Öffentlichkeit.


Kurt Koch ist Kurienkardinal der römisch-katholischen Kirche und ehemaliger Bischof von Basel (Bild: RPP-Institut / wikipedia)
  • 1. Oktober 2022, 15:09h 18 2 Min.

Nach den umstrittenen Aussagen mit einem Verweis auf die Nazizeit hat der Schweizer Kurienkardinal Kurt Koch seine Termine für das Wochenende in Deutschland abgesagt. Das bestätigte der Ellwanger Pfarrer Sven van Meegen am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. Er habe mit Kochs Büro in Rom telefoniert, nachdem die Äußerungen von Koch publik wurden. Es seien dann noch mehrere Telefonate gefolgt. Schließlich sei die Reise abgesagt worden. Koch hätte unter anderem am Montag eine Messe in Ellwangen halten sollen. Kochs Büro in Rom reagierte am Samstag zunächst nicht auf eine Anfrage.

Koch hatte zuvor in einem Interview mit der "Tagespost" gesagt, es irritiere ihn, wenn nun neben den anerkannten Quellen des katholischen Glaubens auch neue Erkenntnisse hinzugezogen werden sollten, um die Lehre anzupassen. "Denn diese Erscheinung hat es bereits während der nationalsozialistischen Diktatur gegeben, als die sogenannten 'Deutschen Christen' Gottes neue Offenbarung in Blut und Boden und im Aufstieg Hitlers gesehen haben" (queer.de berichtete). In dem Interview ging es hauptsächlich um den Synodalen Weg in Deutschland. Am Donnerstagabend erklärte der ehemalige Bischof von Basel, seine Aussage nicht zurückzunehmen (queer.de berichtete)

Bischof Bätzing forderte Entschuldigung Kochs

Die "Deutschen Christen" waren eine protestantische Strömung, die das Christentum an die rassistische Ideologie der Nazis anpassen wollte. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, hatte Kochs Vergleich als "völlig inakzeptable Entgleisung" bezeichnet und eine sofortige öffentliche Entschuldigung gefordert. Andernfalls werde er offiziell Beschwerde beim Papst einreichen.

Der Pfarrer van Meegen sagte, er sei sehr überrascht gewesen von den Aussagen Kochs. "Jeder Vergleich mit der Zeit des Nationalsozialismus verbietet sich. Das gilt für alle im In- und Ausland." Van Meegen sprach von bisher 20 Hass-Mails und Androhungen von Konsequenzen, die ihn bis Samstag erreicht hätten. Am Freitag wurde Kurt Koch wegen seiner Äußerungen bereits von der Stadt Schwäbisch Gmünd ausgeladen (queer.de berichtete).

Im Rahmen des Reformprozesses Synodaler Weg erörtern die deutschen Katholik*innen derzeit, ob die katholische Lehre stellenweise weiterentwickelt werden muss. So sei die ablehnende Haltung der Kirche zu Homosexualität im Widerstreit mit wissenschaftlichen Erkenntnissen. Diese müssten berücksichtigt werden, fordern Reformer*innen. (cw/dpa)

-w-

#1 Pride
  • 01.10.2022, 17:18h...
  • Der Typ kann sich zurecht nicht mehr blicken lassen.
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#2 Pride
  • 01.10.2022, 17:34h...
  • Übrigens sollte geprüft werden, inwieweit seine Aussagen justitiabel sind. Könnte da etwa Volksverhetzung, Verleumdung, Beleidigung o.ä. infrage kommen. Das sollten die vom synodalen Weg doch mal in Betracht ziehen.
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#3 KilianEhemaliges Profil
  • 01.10.2022, 18:05h
  • In einem säkularen Rechtsstaat würde eine solch beispiellose Täter-Opfer-Umkehr und Holocaustrelativierung eine strafrechtliche Verfolgung nach sich ziehen. Menschen, die sich für die Menschenrechte und den Diskriminierungsschutz von LGBT*IQ aussprechen, also jener Gruppe, die von den Nazis verfolgt und ermordet wurde, zu Helfershelfern eben jener Mörder zu erklären, ist glasklare Volksverhetzung. Zumindest in meinen Augen. Der Mann gehört vor ein (weltliches) Gericht gestellt.
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