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Kathy Najimy, Bette Midler & Sarah Jessica Parker are back, witches!

Die Fantasy-Komödie "Hocus Pocus" von 1993 hat, dank der drei Hauptdarstellerinnen, eine große queere Fangemeinde. Fast 30 Jahre später ist nun eine Fortsetzung erschienen – inklusive echer Dragqueens.


Die Sanderson-Schwestern kehren zurück: Kathy Najimy, Bette Midler und Sarah Jessica Parker in "Hocus Pocus 2" (Bild: Disney+)

Remakes, Fortsetzungen und Reboots, Hollywoods Einfallslosigkeit kennt dieser Tage keine Grenzen. Gerade erst wurden sowohl ein neuer "American Pie"-Film als auch ein Sequel der doch eigentlich längst in Vergessenheit geratenen "Now You See Me"-Reihe angekündigt, und man fragt sich, ob denn wirklich niemand mehr Zeit und Interesse hat, sich mal ein paar neue Geschichten auszudenken. Und ob nicht womöglich das Nostalgie-Bedürfnis des Publikums doch ein wenig überschätzt wird.

Hin und wieder gibt es dann aber doch Filme, zu denen es irgendwie passt, dass man sie sich Jahre später noch einmal vornimmt und auf eine Art und Weise weiterspinnt, die tatsächlich funktioniert. Ein solches Beispiel ist nun "Hocus Pocus 2", pünktlich zum Halloween-Monat Oktober bei Disney+ zu sehen.

Kommenden Sommer ist es 30 Jahre her, dass das Original in die US-Kinos kam (in Deutschland startete der Film über ein halbes Jahr später) – und sich dort eigentlich als Flop erwies. Die Kritiken für "Hocus Pocus" waren 1993 ziemlich mies, und auch die Kinokassen klingelten nicht wirklich, was für Disney damals angeblich mehr als 15 Millionen Dollar Verlust bedeutete.

Das Original hatte fast etwas von einer Drag-Show


Poster zum Film: "Hocus Pocus 2" kann seit 30. September 2022 auf Disney+ gestreamt werden

Doch siehe da: Die Fantasy-Komödie über die drei zaubernden Sanderson-Schwestern, die 300 Jahre nach der Hexenverfolgung in Salem auf die Erde zurückkehren, erlangte im Fernsehen ein zweites Leben. Jedes Jahr lief "Hocus Pocus" zu Halloween auf den diversen Kabelsendern des Disney-Konzerns und eroberte sich so eine neue, große Fangemeinde aus Kindern und Jugendlichen, die den Film seither geradezu kultisch verehren. Und auch queere Fans feiern ihn bis heute.

Gründe für Letzteres gibt es viele, auch wenn der Film an sich eigentlich frei von offensichtlicher LGBTI-Repräsentation ist. Allein die drei Hauptdarstellerinnen aber lassen natürlich schon queere Herzen höherschlagen: Gay-Ikone Bette Midler als magiemächtige Anführerin Winifred, Sarah Jessica Parker – damals noch vor "Sex and the City", aber schon am Broadway und mit Filmen wie "L.A. Story" oder "Honeymoon in Vegas" erfolgreich – als wenig smarte Sarah und die wunderbare Kathy Najimy in ihrer bis dahin größten Rolle nach Auftritten in "Sopadish" und "Sister Act" als Mary. Ihr exaltiertes, komödiantisch überzeichnetes Spiel in "Hocus Pocus" hatte fast etwas von einer Drag-Show, nicht zuletzt in der "I Put a Spell on You"-Nummer, die im Film Fremdkörper und Höhepunkt gleichzeitig ist. Dass der jugendliche Protagonist des Films (verkörpert von Omri Katz) ein ebenso sarkastischer wie sensibler Jugendlicher ist, der noch nie Sex hatte, machte ihn obendrein zur idealen Projektionsfläche für die unterschiedlichsten Teenager.

Dass es nun mit langer Verspätung doch noch eine Fortsetzung von "Hocus Pocus" gibt, hat nicht nur damit zu tun, dass man sich bei Disney besonders gerne an den eigenen Archiven abarbeitet, sondern sehr stark auch damit, dass tatsächlich die Fans seit Jahren immer wieder danach gefragt haben. Das Ergebnis ist dabei jetzt eines, das dem Original durchaus angemessen ist. Will heißen: Ein wirklich guter Film ist Regisseurin Anne Fletcher und ihrem schwulen Mentor und Produzenten Adam Shankman nicht unbedingt gelungen. Aber doch einer, der genug Witz und charmante Momente mitbringt, um gerade einem jungen Publikum herbstlichen Spaß zu machen.

Alte Bekannte und neue Dragqueens


Die "Drag Race"-Stars Kornbread Jeté, Ginger Minj und Kahmora Hall haben Nebenrollen in "Hocus Pocus 2" ergattert (Bild: Disney+)

Die Geschichte ist erneut schlicht: Eher unfreiwillig befreien ein paar Magie-interessierte Schülerinnen die Sanderson-Schwestern von ihrem Fluch und holen sie zurück nach Salem, wo die sofort am liebsten ein paar Kinder verputzen und Rache an den Nachfahren ihrer Widersache nehmen würden. Gleichzeitig müssen sie mit modernen Neuerungen (Jugend-Serum in der Drogerie! Staubsauger-Roboter als Ersatz für fliegende Besen!) klarkommen, während die Mädchen versuchen, das Schlimmste zu verhindern.

Ein paar alte Bekannte wie der Zombie Billy Butcherson (Doug Jones) tauchen genauso auf wie einige neue Gesichter als Nebendarsteller*innen, darunter die "Veep"-Stars Tony Hale und Sam Richardson, Emmy-Gewinnerin Hannah Waddingham sowie selbstironisch als hübscher Dorfdepp Froy Gutierrez, den man aus "Teen Wolf" oder "Cruel Summer" oder als mutmaßlichen Boyfriend von Richard Madden kennt.

Gruselig wird es nicht wirklich, aber der oft sehr augenzwinkernde und selbstreferentielle Humor funktioniert meist recht gut. Midler, Parker und Najimy scheinen bei der Arbeit viel Spaß gehabt zu haben, dürfen – dieses Mal zu Blondies "One Way or Another" – auch wieder singen und rollen ansonsten mit den Augen wie im Komödienstadl.

Und auch in Sachen Queerness ist letztlich alles beim Alten: Sieht man einmal davon ab, dass bei einem Sanderson-Lookalike-Wettbewerb ein paar Dragqueens am Start sind (genauer gesagt: die "Drag Race"-Kandidatinnen Ginger Minj, Kornbread Jeté und Kahmora Hall) und einmal ein schwules Paar im Bild zu sehen ist, findet sie größtenteils im Subtext statt.

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Infos zum Film

Hocus Pocus 2. Fantasy-Komödie. USA 2022. Regie: Anne Fletcher. Cast: Bette Midler, Sarah Jessica Parker, Kathy Najimy, Doug Jones, Whitney Peak, Belissa Escobedo, Tony Hale, Lilia Buckingham, Hannah Waddingham, Sam Richardson, Froy Gutierrez, Dan Finnerty,
Joshua Allan Eads. Laufzeit: 103 Minuten. Sprache: deutsche Synchronfassung, englische Originalfassung. Untertitel: Deutsch, Englisch (optional). Seit 30. September 2022 auf Disney+
-w-

#1 TimonAnonym
  • 02.10.2022, 14:15h
  • Und wieder mal:
    Statt etwas neues zu machen, nimmt man sich einen erfolgreichen Film und macht eine Fortsetzung, die natürlich nicht die Qualität des Originals erreicht.

    Der mangelnde Mut zu neuem ist der Grund für die Krise der Filmindustrie.
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#2 LothiAnonym
  • 02.10.2022, 14:46h
  • Antwort auf #1 von Timon
  • Krise in der Filmindustrie? Wohl zu oft schlechte Filme geschaut. Oder wie soll ich sonst Deinen sinnfreien Kommentar verstehen.
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#3 Ith_Anonym
  • 02.10.2022, 14:58h
  • "Ihr exaltiertes, komödiantisch überzeichnetes Spiel in "Hocus Pocus" hatte fast etwas von einer Drag-Show, nicht zuletzt in der "I Put a Spell on You"-Nummer, die im Film Fremdkörper und Höhepunkt gleichzeitig ist."

    Ne, sorry. Null Verbindung zu Drag-Show, einfach nur Halloween, und so genial wie die drei wird es niemals irgendwer hinkriegen.

    ICH BIN RUHIG!!!
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