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Eingriffe in Privatsphäre
Elton John verklagt größte britische Boulevardzeitung
Die britische Presse ist ja für ihre harschen Methoden berüchtigt. Doch nun schlagen Elton John und sein Ehemann zurück: Gemeinsam mit anderen Promis verklagt er die "Daily Mail".

Elton John wehrt sich gegen übergriffige Berichterstattung (Bild: Universal Music)
- 7. Oktober 2022, 08:36h 2 Min.
Popstar Elton John (75), sein Ehemann David Furnish (59), Prinz Harry (38) und weitere britische Prominente haben eine gemeinsame Klage gegen den Verlag der rechten Boulevardzeitungen "Mail on Sunday" und der "Daily Mail" eingereicht. Wie die britische Nachrichtenagentur PA am Donnerstagabend unter Berufung auf die Anwaltskanzlei Hamlins meldete, geht es um mutmaßliche Eingriffe in die Privatsphäre der Kläger*innen.
Die Gruppe habe "überwältigende und äußerst verstörende Beweise, dass sie Opfer einer fruchtbaren kriminellen Aktivität und schwerer Verletzungen der Privatsphäre wurden", zitierte PA aus einer Mitteilung der Kanzlei. Unter anderem sollen den Kläger*innen zufolge Privatdetektiv*innen im Auftrag der "Mail" Abhörgeräte in Autos und Wohnungen installiert haben. Auch sollen angeblich auf unrechtmäßige Wege gesundheitliche und finanzielle Informationen der Kläger*innen erlangt worden sein.
Verlag weist Vorwürfe zurück
Der beklagte Verlag, Associated Newspapers Limited (ANL), wies die Anschuldigungen umgehend zurück. Es handle sich um "groteske Anwürfe" und einen geplanten und orchestrierten Versuch, die "Mail"-Titel in den Abhörskandal hineinzuziehen, hieß es in einer Stellungnahme, aus der PA zitierte.
Vor mehr als zehn Jahren wurden die britischen Medien von einem massiven Skandal um abgehörte Telefone und anderweitig illegal erlangte Informationen von Prominenten und Verbrechensopfern erschüttert. Im Zentrum stand damals die 2011 eingestellte Wochenzeitung "News of the World", die zu dem mit der ANL konkurrierenden Imperium von Medienmogul Rupert Murdoch gehörte.
Die "Daily Mail" ist die auflagenstärkste Zeitung des Königreichs und gilt als äußerst konservatives Blatt, das auch immer wieder versucht, LGBTI-Rechte lächerlich zu machen. In einer Karikatur setzte die Zeitung sogar 2011 Schwule mit Neonazis gleich (queer.de berichtete). (dk)













