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Kritik vom Bundesverband Trans*

Fünf Jahre Dritte Option: "Wir sind auf halber Strecke stehengeblieben"

Das Recht auf einen dritten Geschlechtseintrag existiert seit fünf Jahren in Deutschland. Doch es müsse noch mehr getan werden, so der Bundesverband Trans*.


Inter-Flaggen in Hannover (Bild: Twitter / Stadt Hannover)

  • 10. Oktober 2022, 15:28h 5 2 Min.

Vor genau fünf Jahren hatte das Bundesverfassungsgericht entschieden, dass es in Deutschland das Recht auf einen dritten Geschlechtseintrag gibt – einen Monat später teilte Karlsruhe seine Entscheidung mit (queer.de berichtete). Das führte dazu, dass der Bundestag intergeschlechtlichen Menschen den Eintrag "divers" erlaubte (queer.de berichtete). Allerdings gibt es laut dem Bundesverband Trans* (BVT*) noch viel zu tun: "Wir sind auf halber Strecke stehengeblieben", so BVT*-Vorstandsmitglied Kalle Hümpfner in einer Pressemitteilung.

Seit dem Beschluss sei zwar einiges in Bewegung gekommen. So verweise der Zusatz "m/w/d" oder "m/w/d/x" in Stellenausschreibungen mittlerweile an vielen Stellen auf Nichtbinarität. Der Beschluss habe auch den Weg für weitere Gerichtsverfahren, in denen nicht-binäre Personen sich gegen erfahrene Diskriminierung zu Wehr setzen könnten, geöffnet. "Doch wir sind noch lange nicht am Ziel. Es darf nicht sein, dass die Akzeptanz und Gleichberechtigung von nicht-binären Personen nur vor den Gerichten erkämpft werden können", so Hümpfner. "Die Regierung muss nun den Worten aus dem Koalitionsvertrag Taten folgen lassen. Aus den Eckpunkten zum Selbstbestimmungsgesetz muss ein Referentenentwurf werden – und zwar bald."

Im Koalitionsvertrag hatte die Ampelregierung ein Selbstbestimmungsgesetz versprochen. Allerdings enttäuschte das Eckpunktepapier im Juni in manchen Punkten Aktivist*innen (queer.de berichtete). Zudem verzögert sich das Gesetz, das eigentlich noch in diesem Jahr beschlossen werden sollte (queer.de berichtete). Das Selbstbestimmungsgesetz soll das völlig veraltete und in großen Teilen verfassungswidrige Transsexuellengesetz aus dem Jahr 1981 ablösen und eine einheitliche Regelung für trans, inter und nicht-binäre Personen schaffen. (dk)

-w-

#1 SebiAnonym
  • 10.10.2022, 17:47h
  • Die Ampelkoalition muss endlich ihre Wahlversprechen umsetzen. In vollem Umfang.

    Der Gutachterzwang muss schnellstmöglich weg, weil die Betroffenen darunter leiden.

    Da darf die Ampel sich auch nicht von irgendwelchen Psychologen-Lobbys beeinflussen lassen.
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#2 Pride
  • 10.10.2022, 17:53h...
  • Die Inhalte der Gesetzentwürfe von Grünen und FDP aus der alten Legilaturperiode, die dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur dritten Geschlechtsoption in Konsequenz genau folgen, sind deckungsgleich für das Selbstbestimmungsgesetz zu übernehmen, damit nicht weniger als ein ganzes bzw. noch weniger als ein halbes nach den Eckpunkten entsteht.
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#3 AnonAnonym
  • 10.10.2022, 18:38h
  • Fünf Jahre später, und die Änderung des "offiziellen" Geschlechts auf "Divers" (oder das Wegstreichen des Eintrags) ist für nicht-binäre Personen immer noch nicht möglich. Außer man hat(te) Glück, habe ich gehört?

    Jedenfalls kann ich nicht zum Standesamt gehen und meinen Eintrag ändern lassen.
    Auf das Selbstbestimmungsgesetz, selbst die drastisch gekürzte Version, warten wir noch immer.

    Zusätzlich dazu ist es immer noch die große Ausnahme, "Divers" bzw. "keine Angabe" als Option angeboten zu kommen - sowohl online bei Account-Registrierungen, als auch in Formularen aller Art.

    Selbst bei Formularen, die von staatlicher Seite kommen, fehlt diese Option immer wieder.
    (Zuletzt erst selbst gesehen bei der Online-Terminregistrierung unseres lokalen Bürgerbüros. "Herr" oder "Frau", Pflicht-Angabe, das war's.)

    Selbst an Universitäten, die ja eigentlich progressiv sein wollen, habe ich schon öfter Formulare und Dokumente gesehen, bei denen diese Optionen fehlen.

    Neulich hatten wir ja dann auch noch das mit der Deutschen Bahn und der Anrede für NB Personen.

    Es hat sich also nicht viel getan, seitdem.

    Wenn jede Person, die gerne "Divers"/"X" als Eintrag hätte, diesen Eintrag auch bekommen könnte, gäbe es vielleicht ein Bisschen mehr Druck, und es würde sich mehr tun.

    Ich vermute aber mal, wir sind noch viele, viele (angedrohte oder durchgezogene) Gerichtsverfahren davon entfernt, dass diese Option überall verfügbar ist, wo sie gesetzlich eigentlich verfügbar sein müsste.
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