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Kinostart

"Bros": Hollywood entdeckt das schwule Liebesleben

Die erste queere Mainstream-Romcom ist ein unterhaltsames Schmankerl: Das Who's who der LGBTI-Welt in Hollywood gibt sich ein Stelldichein. queer.de verlost Freitickets für fünf exklusive Previews am 24. Oktober!


Nur Bros oder doch mehr? Bobby Lieber (Billy Eichner, l.) und Aaron (Luke Macfarlane) (Bild: Universal Pictures)

Seit Jahrzehnten zählen romantische Komödien zu den größten Exportschlagern der amerikanischen Filmindustrie. Bislang durften jedoch nur Männlein und Weiblein einander beschnuppern. Die von Universal Pictures produzierte Romcom "Bros" will das ändern: Der Film von und mit dem New Yorker Komiker Billy Eichner gibt sich viel Mühe, einerseits die Romcom-Konventionen zu erfüllen und andererseits die ganz eigene schwule Dating-Welt in all ihren Facetten darzustellen – inklusive Poppers, Arsch-Pics und Dreier. Dabei besteht die Hauptbesetzung ausschließlich aus queeren Schauspieler*innen – praktisch das gesamte queere Hollywood hat eine Rolle im Film gefunden, manche spielen auch Hetero-Rollen.

Der 44-jährige Eichner, der auch gemeinsam mit Regisseur Nicholas Stoller das Drehbuch verfasste, stellt den sarkastischen Podcaster Bobby Lieber dar. Seine Show heißt "Der elfte Stein" – das bezieht sich darauf, dass ein cisgeschlechtlicher weißer Mann wie er wohl den elften Stein beim Stonewall-Aufstand geworfen habe, weil bei dem Aufstand nachweislich besonders trans Menschen von ethnischen Minderheiten aktiv waren. Damit kritisiert der Film indirekt auch Roland Emmerichs "Stonewall", der es mit dem diversen Hintergrund des Aufstands nicht so genau nahm (queer.de berichtete).

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Bobby trifft gerne Sexpartner mit Hilfe von "Zellwegr", einer fiktionalen Dating-App für Männer, die über Schauspielerinnen (wie "Bridget-Jones"-Star Renée Zellweger) tratschen und sich gleichzeitig im Bett vergnügen wollen. Offline trifft er dann in einem Club den gut gebauten Anwalt Aaron (Luke Macfarlane). Die beiden entscheiden gleich zu Anfang, dass sie eigentlich keinen festen Freund wollen. Doch dann nehmen die romantischen Verwicklungen ihren Lauf...

Bobby will queeres Museum eröffnen

Als Nebenhandlung dienen bei "Bros" Vorbereitungen für die Eröffnung eines queeres Museums. Im Vorstand gerät Bobby immer wieder mit der meinungsstarken lesbischen Aktivistin Cherry (dargestellt von "Glee"-Star Dot-Marie Jones) oder dem angriffslustigen bisexuellen Robert ("Community"-Star Jim Rash) aneinander, während trans Aktivistin Tamara ("Dispatches from Elsewhere"-Hauptdarstellerin Eve Lindley) alles heimlich für den Social-Media-Kanal livestreamt. Hinzu kommt die ausgleichende schwarze trans Frau Angela (Ts Madison) und die nichtbinäre Person Wanda (Miss Lawrence). Die Kämpfe innerhalb der queeren Community kommen hier zum Vorschein. Diese Figuren mögen etwas holzschnittartig sein, sind aber auch sehr witzig.

"Bros" reflektiert selbst, wie bahnbrechend der Film als erste amerikanische Mainstream-Romcom ist. Bobby und Aaron diskutieren etwa in einer Szene, wie heterosexuelle Schauspieler ständig dafür Lob einfahren, schwule Cowboys zu spielen – man denke nur an "Brokeback Mountain" und "The Power of the Dog". Übrigens tauchen trotz des queeren Casts ein paar Heterosexuelle in "Bros" auf: Dazu zählen Kristin Chenoweth ("The West Wing – Im Zentrum der Macht") und Debra Messing ("Will and Grace"), die sich beide im echten Leben für queere Rechte engagieren. Sie spielen fiktionale Versionen ihrer selbst. Besonders Messing landet dabei als genervte Schwulenmutti in zwei Szenen ein paar gute Gags. Auch die Komiker*innen Ben Stiller, Amy Schumer, Kenan Thompson und Seth Meyers haben Cameo-Auftritte.

/ brosthemovie | Billy Eichner wirbt mit Superstar Paul Rudd für "Bros". Kinostart in den USA war bereits am 30. September
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Manche Witze aus der US-Community mögen vielleicht nicht immer vom deutschen Publikum verstanden werden. Lob verdient aber insbesondere, dass Eichner die schwule Datingwelt nicht weichgewaschen darstellt, sondern in ihrer ganzen Pracht – auch die Aspekte, die weniger schön sind. Die Komödie erhielt wegen ihrer teils sehr deutlichen Darstellung (und auch einiger "böser" Worte) in den USA ein R-Rating, also eine Freigabe erst ab 17 Jahren. Die deutsche FSK lässt dagegen bereits Zwölfjährige ohne elterliche Begleitung ins Filmtheater. Eines ist sicher: Der Kinobesuch lohnt sich bei jedem Alter.

queer.de verlost in Kooperation mit Universal Pictures Freitickets für fünf exklusive Filmpreviews. Diese finden am Montag, den 24. Oktober 2022 jeweils um 20 Uhr in Hamburg, München, Stuttgart, Frankfurt und Köln statt. Teilnahmeschluss ist am Montag, den 17. Oktober 2022 um 8 Uhr.

Infos zum Film

Bros. Romantische Komödie. USA 2022. Regie: Nicholas Stoller. Cast: Billy Eichner, Luke Macfarlane, Ts Madison, Monica Raymund, Guillermo Díaz, Guy Branum, Amanda Bearse, Jim Rash, Bowen Yang, Miss Lawrence, Harvey Fierstein, Symone, Eve Lindley, D'Lo Srijaerajah, Jai Rodriguez, Peter Kim, Dot-Marie Jones, Becca Blackwell, Brock Ciarlelli, Kristin Chenoweth, Debra Messing, Justin Covington, Ben Stiller, Kenan Thompson, Amy Schumer, Seth Meyers. Laufzeit: 115 Minuten. Sprache: deutsche Synchronfassung. FSK 12. Verleih: Universal Pictures Gemany. Kinostart: 27. Oktober 2022
Galerie:
Bros
25 Bilder
-w-

#1 gespanntAnonym
  • 12.10.2022, 08:47h
  • Ich bin gespannt. Auch wie weit sich der Film dann tatsächlich traut. Oder ob es dann doch bei Andeutungen bleibt.
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