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"Na, ihr Schwuchteln?"

Kölner nach homophobem Übergriff im Krankenhaus

Unbekannte Jugendliche brachen einem schwulen Mann in der Kölner Innenstadt mehrere Knochen. Das Motiv war offensichtlich Homophobie.


Die Kölner Polizei ermittelt nach einem homophoben Übergriff (Bild: René Mentschke / flickr)

  • 12. Oktober 2022, 07:47h 24 2 Min.

In Köln ist es am Wochenende zu einem homo­sexuellenfeindlichen Übergriff gekommen. Wie der "Kölner Stadtanzeiger" (Bezahlartikel) berichtet, ereignete sich der Vorfall in der Nacht von Samstag auf Sonntag vor einem Imbiss an der Ecke Richard-Wagner-Straße / Ecke Engelbertstraße. Drei Jugendliche hätten die je 26-jährigen Mirxan K. und Leo N. homophob beleidigt. "Na, ihr Schwuchteln?", hätte einer gesagt. Es sei zu einer verbalen Auseinandersetzung gekommen. Wenig später habe einer der Teenager zugeschlagen. Dabei habe sich Mirxan K. mehrere Knochen im Bereich von Schienbein und Ferse gebrochen.

Der Angreifer wird als 17- bis 18-Jähriger mit blondgelockten Haaren beschrieben. Er sei schmal und mit einem grauen Kapuzenpullover bekleidet gewesen. Dazu habe er eine schwarze Umhängetasche der Marke Carhartt bei sich gehabt. Die Polizei ermittelt wegen Körper­ver­letzung und Beleidigung.

K. fühlt sich in Köln nicht sicher

K. befindet sich nach dem Angriff noch immer im Krankenhaus. Im Laufe der Woche muss er zum zweiten Mal operiert werden. Er und sein Freund hätten bereits vor der Attacke das Gefühl gehabt, sich als schwules Paar in der "eigentlich ja toleranten" Domstadt nicht sicher fühlen zu können. Mehrfach seien sie wegen seiner sexuellen Orientierung beschimpft worden. So habe ein vorbeifahrender Autofahrer vor einigen Wochen K. "Du schwuler Hurensohn" zugerufen.

Köln hatte erst kürzlich mit Ulf Willuhn eine "LSBTI-Ansprechperson" bei der Staatsanwaltschaft Köln eingeführt (queer.de berichtete). Sein Ziel sei es, das Vertrauen der queeren Bevölkerung in die Behörden zu erhöhen.

Die Kölner Polizei ist in den letzten Jahren negativ aufgefallen: 2016 misshandelten Polizisten den CSD-Besucher Sven W. (queer.de berichtete). Die Staatsanwaltschaft verfolgte das Opfer dann jahrelang mit Gerichtsverfahren, ließ die Polizeischläger aber unbehelligt (queer.de berichtete). Sven W. erhielt schließlich letztes Jahr – fünf Jahre nach der Tat – ein Schmerzensgeld in Höhe von 15.000 Euro (queer.de berichtete). (dk)

-w-

#1 Und täglichAnonym
  • 12.10.2022, 10:29h
  • Ja huch, wie kann das denn? Gestern wurde doch Menschen, die hier zu bedenken gaben, dass die Aussage des CSD-Dachverbands zum Coming-Out-Tag, es sei in Deutschland wieder gefährlicher geworden, "out" zu sein, nicht ganz unberechtigt ist, unterstellt, man sei zu fatalistisch, das sei gar nicht so, überall könne man doch problemlos und offen leben, man solle sich nicht so anstellen.

    Und zack, keinen Tag später wieder eine dieser nahezu täglichen Meldungen, in denen es neben den obligatorischen Beleidigungen mal wieder "handfeste Argumente" gab.

    Ich wünsche dem Opfer eine rasche Genesung und dass er auch die psychischen Hinterlassenschaften dieser Erfahrung irgendwann -zumindest zum großen Teil- hinter sich lassen kann. Und vor allem, dass er sich nicht mit dem ignoranten Personenkreis der sog. "Community" konfrontiert sehen muss, die solche (leider) "Alltagstaten" als "Ach, is' doch nich' so schlimm. Alles kein Grund, hier alles schwarz zu sehen. Immer dieses Übertreiben!" abtun.
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#2 hessenboy78Anonym
  • 12.10.2022, 10:39h
  • Das ist einfach nur schrecklich. Aber wir alle, egal ob LGBTQ+ oder nicht, wir werden dadurch nur noch stärker, wenn wir alle zusammenhalten. Die meisten Menschen sind gutherzig, da bin ich fest davon überzeugt. Wenn ich mich von solchen Nachricht unterkriegen lassen würde, bekäme ich wieder Angst und Zwangsgedanken, welche ich gerade erst dank meinem Therapeuten und meine wunderbaren Coach überwunden habe.
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#3 StadtunddorfAnonym