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Unterfinanzierung
Studie: Erheblicher Nachholbedarf bei Beratung gegen Diskriminierung
Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes schlägt Alarm: Es gibt bundesweit nicht genug Beratungsstellen gegen Diskriminierung. Dabei stiegen die Anfragen seit Jahren an.

Ferda Ataman ist seit Juli Chefin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (Bild: Heinrich-Böll-Stiftung / flickr)
- 12. Oktober 2022, 10:46h 3 Min.
In Deutschland mangelt es an Beratungsstellen für Menschen, die Diskriminierung erleben. Das geht aus der am Mittwoch von der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) veröffentlichten Studie "Gut beraten! Auf dem Weg zu einer flächendeckenden Antidiskriminierungsberatung in Deutschland" hervor. Demnach gibt es in der Summe bundesweit weniger als 100 Vollzeitstellen für Antidiskriminierungsberatung – im Durchschnitt kommt damit auf mehr als 920.000 Einwohner*innen nur eine beratende Person. Die Studie soll am Donnerstag im Rahmen einer Fachtagung in Berlin vorgestellt werden.
Ferda Ataman, die seit Juli die ADS leitet, forderte angesichts der Ergebnisse Konsequenzen: "Wir brauchen eine flächendeckende Antidiskriminierungsberatung, um Betroffene nicht länger allein zu lassen", erklärte die oberste deutsche Antidiskriminierungsbeauftragte. "Den größten Anteil an der Beratung leisten kleine, nicht-staatliche Stellen, die oft unterfinanziert und ohne langfristige Perspektive arbeiten." Drei von vier Beratungsstellen beschreiben laut der Studie ihre Finanzierung als nicht ausreichend. Nur eine von zehn Stellen kann demnach mit einer Perspektive von mehr als zwei Jahren planen.
/ ADS_BundBeratungsangebote für Menschen, die #Diskriminierung erleben, sind oft unterfinanziert und regional sehr ungleich in Deutschland verteilt.
Antidiskriminierung (@ADS_Bund) October 12, 2022
Wie es besser gehen könnte, analysiert eine neue Studie der @ADS_Bund: https://t.co/NQvs16I3fp
Demgegenüber stiegen die Anfragen deutschlandweit seit Jahren, beklagte Ataman. "Es ist ein gutes Zeichen für gesellschaftlichen Fortschritt, wenn Menschen Benachteiligungen nicht hinnehmen wollen. Sie brauchen aber Anlaufstellen und Unterstützung", sagte sie. Dafür sei es wichtig, ausreichend Beratungsstellen vor Ort zu haben: "Sie haben das Vertrauen der Menschen und können ihre lokalen Kontakte nutzen."
Wartezeiten von bis zu vier Wochen
Auch bei der ADS steigen die Anfragen derzeit massiv. Die Beratungsanfragen haben sich seit dem Sommer 2022 zeitweise mehr als verdoppelt, erklärte die Behörde. Das Servicebüro könne nicht mehr jeden Anruf annehmen, die Antwortzeit verlängert sich zeitweise auf bis zu vier Wochen. "Das ist keine Situation, mit der wir uns abfinden wollen", so Ataman. "Gute Beratung braucht Zeit, und sie braucht genügend qualifizierte Mitarbeiter*innen, die Ratsuchenden effektiv helfen."
Die vorgelegte Studie legt erstmals ein detailliertes Konzept darüber vor, wie eine qualifizierte Antidiskriminierungsberatung in Deutschland ausgestattet sein muss. Dazu gehören eine verlässliche Finanzierung und eine Qualitätssicherung der Beratung. Die Autor*innen stellen einen Bedarf von einer Vollzeit-Beratungsstelle auf 200.000 Einwohner*innen fest, das entspricht bundesweit mindestens 400 Vollzeitstellen. Dabei sollte ein wohnortnahes Beratungsangebot möglich sein – bisher sind viele Stellen vor allem in den größeren Städten angesiedelt. Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes empfiehlt außerdem, in allen Bundesländern eine Landes-Antidiskriminierungsstelle einzurichten – bisher haben nur neun Länder eine solche Stelle.
Anlässlich der Fachtagung wird auch die Studie "Mindeststandards zur Dokumentation von Antidiskriminierungsberatung" vorgestellt. Die Autor*innen entwickeln ein Konzept, um Beschwerde- und Beratungsfälle einheitlich so zu dokumentieren, um ein besseres Lagebild von Diskriminierung in Deutschland zu ermöglichen.
Aufgabe der 2006 gegründeten Antidiskriminierungsstelle des Bundes ist der Schutz vor Diskriminierung von Personen aufgrund ethnischer Herkunft, des Geschlechts (inklusive Geschlechtsidentität), der Religion/Weltanschauung, der Behinderung, des Lebensalters oder der sexuellen Identität. (pm/dk)















Als nächstes kommt noch raus, dass wir seit mittlerweile über 25 Jahren ein massives Bildungsproblem durch Lehrer*innenmangel haben. Oder dass die Infrastruktur so durch jahrzehntelanges Ignorieren und "soll sich halt die nächste Bundes-, Landes- oder Kommunalregierung damit rumschlagen" abgewrackt ist, dass bundesweit hunderte von Brücken abgerissen und neu gebaut werden müssen. Oder dass das Pflegesystem ein "kleines Problem" hat. Teilweise derart eklatant, dass nicht einmal sozialpsychiatrische Dienst in Problembereichen aufrecht erhalten werden kann. Oder bei der Digitalisierung. Oder oder oder.
Man könnte fast ein Muster erkennen.
Ist aber sicherlich alles nur Zufall und man ist bereits "auf einem guten Weg".
Wie lange will man den Menschen eigentlich noch dieses gescheiterte System zumuten und alles SEIT JAHREN Überfällige insbesondere in Bereichen, die für Menschen und deren Leben, sowie deren Grundrechte nötig wären mit den Worten "Sorry, ham gerade nicht die Kohle dafür / Sorry, ham gerade Wichtigeres zu tun" verwehren?