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"Dies ist erschreckend"

Affenpocken: "Zu wenig Impfstoff für alle"

Die Linke appelliert an Gesundheitsminister Lauterbach, mehr gegen das MPX-Virus zu tun.


Kathrin Vogler von der Linksfraktion fordert mehr Affenpocken-Impfstoff (Bild: mufidpwt / unsplash)

  • 12. Oktober 2022, 11:16h 2 2 Min.

Kathrin Vogler, die gesundheits- und queerpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag, warnte am Mittwoch vor einem Mangel an Impfstoff gegen das MPX-Virus (Affenpocken). Die Bundesregierung hatte zuvor auf Anfrage Voglers mitgeteilt, dass sie "240.000 Dosen des Impfstoffs Jynneos/Imvanex des dänisch-deutschen Pharmaunternehmens Bavarian Nordic bestellt" habe. Im Juni seien bereits 40.000 Dosen Jynneos geliefert und an die Bundesländer verteilt worden. Zudem seien kürzlich 110.000 weitere Dosen angekommen, in Kürze kämen 36.000 hinzu. Weitere knapp 22.000 Dosen kämen über das "Donation Agreement" der EU-Kommission nach Deutschland.

"Die Antwort aus dem Bundesgesundheitsministerium lässt aufhorchen. Die gute Nachricht für die Hauptbetroffenengruppe der bisexuellen und schwulen Männer ist, dass in den nächsten Wochen sukzessive mehr Impfstoff zur Verfügung stehen wird", so Vogler. "Die schlechte Nachricht ist jedoch, dass es wohl zu wenig Impfstoff für alle gibt. Denn das Bundesgesundheitsministerium stützt sich bei den georderten Liefermengen auf die deutlich geringere Schätzung des Robert Koch Instituts von 130.000 Personen mit Indikation für die Impfung und beschafft 261.000 Impfdosen statt die von der Deutschen Aidshilfe geforderten eine Million Impfdosen, deren Schätzung sich auf die wissenschaftliche Erhebung der EMIS-Studie aus dem Jahr 2017 stützt."

Aufforderung an Minister Lauterbach

Bisexuelle und schwule Männer mit wechselnden Sexualpartnern stünden so "bei wieder ansteigenden Fallzahlen im Regen", beklagte Vogler. Zudem sei wissenschaftlich noch unklar, ob es nicht zukünftig schlimmere Krankheitsverläufe geben kann. "Dies ist erschreckend. Ich fordere [Bundesgesundheitsminister] Karl Lauterbach dazu auf, mit Betroffenenorganisationen, wie der Deutschen Aidshilfe, enger zusammenzuarbeiten und die Aufklärungsarbeit zu MPX zu intensivieren, sowie deutlich mehr Impfstoff zu bestellen." Vor diesem Hintergrund sei es "eine Schande, dass die Mittel für Prävention und Aufklärung zu sexuell übertragbaren Erkrankungen im Haushalt 2023 gekürzt werden sollen".


Kathrin Vogler aus Steinfurt ist seit 2009 Mitglied des Bundestages (Bild: Deutscher Bundestag / Achim Melde)

Zudem, so gab Vogler zu bedenken, gebe es nicht nur aus der Corona-Pandemie eine Lehre: "Die Impfstoffproduktion muss diversifiziert werden und die Staaten des Südens müssen deutlich mehr unterstützt werden."

Bislang sind dem Robert-Koch-Institut 3.651 Affenpockenfälle aus allen 16 Bundesländern übermittelt worden. Seit August sei die Zahl der Neudiagnosen rückläufig. Derzeit stagniere sie bei unter 50 Fällen pro Woche. (dk)

-w-

#1 barebaggy
  • 12.10.2022, 19:16hDortmund
  • Also grundsätzlich stimmt das zwar und ist sehr unerfreulich. Ich hatte auch massive Probleme die erste Dosis zu bekommen und musste dafür weit fahren. Die zweite bekam ich auch erst einmal nicht weil nicht genug da war. Aber mein Hausarzt (auch Schwerpunkt Arzt) hat mitlerweile auch den Impfstoff und meinte, er wird leider kaum nachgefragt...
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#2 NevermindAnonym
  • 12.10.2022, 20:14h
  • In Berlin scheint der Engpass irgendwie überwunden. Von den Wartelisten, auf denen ich mich eingetragen hatte, kamen vor zwei Wochen Einladungen zur Impfung. Zur Erst und z.T. Zweitimpfung.
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