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Populismus

"Das ist doch irre": Klöckner macht Stimmung gegen Queerpolitik der Ampel

Die frühere CDU-Landwirtschaftsministerin bezeichnet einen Text über trans Menschen im "Regenbogenportal" der Bundesregierung als "irre". Dabei war die Info schon während ihrer Regierungszeit online.


Julia Klöckner hat seit dem Verlust ihres Ministeramtes vor rund einem Jahr bereits mehrfach mit populistischen Attacken versucht, Stimmung gegen queere Menschen zu machen (Bild: Deutscher Bundestag / Thomas Imo / photothek)

Ex-Bundeslandwirtschaftsministerin Julila Klöckner (CDU) hat erneut mit Queerfeindlichkeit den politischen Gegner attackiert. Am Mittwoch teilte die Schatzmeisterin der CDU einen Auszug aus einem in einfacher Sprache verfassten Text aus dem Regenbogenportal der Bundesregierung, in dem es um Pubertätsblocker für trans Jugendliche geht. Pubertätsblocker werden nach ärztlicher Empfehlung trans Jugendlichen verabreicht, um ihnen das Durchleben der "falschen" Pubertät zu ersparen. Dazu schrieb die 49-jährige Christdemokratin: "Das ist doch irre – sollte das kein Fake sein: Bundesregierung empfiehlt sehr jungen, unsicheren Menschen Pubertäts-Blocker."

/ JuliaKloeckner
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Sven Lehmann, der grüne Queerbeauftragte der Bundesregierung, kritisierte wie auch seine Parteifreundin Nyke Slawik die Äußerung der Ex-Ministerin als "schäbige Stimmungsmache". Beide wiesen Klöckner auch darauf hin, dass die Infos bereits seit längerem in dem Portal stünden, "nämlich etwa seit der Zeit, als Sie Ministerin waren", so Lehmann. Tatsächlich ist der Text seit August 2020 online – Klöckner war bis Dezember 2021 Bundesministerin.

/ svenlehmann

Slawik, seit 2021 neben Tessa Ganserer die erste offen trans Bundestagsabgeordnete der deutschen Geschichte, klärte Klöckner zudem über die Hintergründe auf: "Das Regenbogenportal ist ein online Lexikon zu queeren Themen des [Bundesfamilienministeriums], u.a. gibt's auch Infos zu (trans) Gesundheitsversorgung."

/ nyke_slawik

Zudem merkte die 28-jährige Leverkusenerin an, dass Pubertätsblocker nur nach "gesicherter Diagnose" und vielen Arztbesuchen verschrieben würden und ihre Wirkung reversibel sei. Eine Hormontherapie würde erst durchgeführt, wenn die "trans Identität stabil" sei. Ihr Resümee: "Kein Skandal also, sondern nur schäbige Stimmungsmache Ihrerseits."

/ nyke_slawik

Bereits zwei Minuten vor Klöckner hatte sich der nordrhein-westfälische CDU-Bundestagsabgeordnete Marc Henrichmann auf Twitter über den Text im Regenbogenportal empört. Dies sei "schlimm und kindeswohlgefährdend", polterte der 46-Jährige.

/ MarcHenrichmann
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Klöckner und Henrichmann sind Wiederholungstäter*innen, wenn es um Stimmungsmache gegen queere Menschen geht: Klöckner kritisierte etwa "Queer-Wein" oder attackierte den Queerbeauftragten Lehmann, weil er sich mit Anastasia Biefang solidarisiert hatte. Henrichmann attackierte eine Meldestelle gegen Queerfeindlichkeit in NRW als "Denunziantentum" und bezeichnete Entwürfe für das Selbstbestimmungsgesetz als "fahrlässig, vielleicht sogar in Teilen gefährlich". (dk)

-w-

#1 NopeAnonym
  • 13.10.2022, 10:19h
  • Glückwunsch Frau Klöckner, mit diesem Tweet haben Sie es geschafft, mir noch unsympathischer zu werden als vorher. Ich dachte nicht, dass das möglich ist.
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#2 TrekieAnonym
  • 13.10.2022, 10:30h
  • Und noch ein weiteres braunes beispiel aus dieser eckelhaften Partei!

    Siehe Artikel "Osnabrück: Mitglieder der Jungen Union beleidigen trans Frau"

    Wird denn hier jetz auch ein " Austritt nahegelegt"??

    Wirklich ganz im ernst Leute - es muss bei jeder Gelegenheit öffentlich dran erinnert werden, was für eine wiederliche gesinnung Menschen haben, wenn sie entweder in dieser Partei sind oder sie wählen. Da gibt es auch nicht viel zu diskutiern - wer CDU wählt oder unterstützt ist keine deut besser als die, die das für die AfD oder CSU tun - nur halt besser verkleidet als "Demokrat*in"
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#3 PolitikverdrossenAnonym
  • 13.10.2022, 10:45h
  • Transfeindlichkeit bringt Stimmen das hat die AFD schon erkannt - warum eine AFD Politikerin und einige weitere diese Töne anschlagen und die JA (Junge Alternative) eine Transfrau besoffen angepöbelt hat ist doch glasklar und nicht neu für Rechtsradikale!
    Ach es handelt sich um die CDU und ihren Jugendverband hmmm nja das kann man schonmal verwechseln...-.-
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