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Populismus
"Das ist doch irre": Klöckner macht Stimmung gegen Queerpolitik der Ampel
Die frühere CDU-Landwirtschaftsministerin bezeichnet einen Text über trans Menschen im "Regenbogenportal" der Bundesregierung als "irre". Dabei war die Info schon während ihrer Regierungszeit online.

Julia Klöckner hat seit dem Verlust ihres Ministeramtes vor rund einem Jahr bereits mehrfach mit populistischen Attacken versucht, Stimmung gegen queere Menschen zu machen (Bild: Deutscher Bundestag / Thomas Imo / photothek)
- 13. Oktober 2022, 08:06h 2 Min.
Ex-Bundeslandwirtschaftsministerin Julila Klöckner (CDU) hat erneut mit Queerfeindlichkeit den politischen Gegner attackiert. Am Mittwoch teilte die Schatzmeisterin der CDU einen Auszug aus einem in einfacher Sprache verfassten Text aus dem Regenbogenportal der Bundesregierung, in dem es um Pubertätsblocker für trans Jugendliche geht. Pubertätsblocker werden nach ärztlicher Empfehlung trans Jugendlichen verabreicht, um ihnen das Durchleben der "falschen" Pubertät zu ersparen. Dazu schrieb die 49-jährige Christdemokratin: "Das ist doch irre – sollte das kein Fake sein: Bundesregierung empfiehlt sehr jungen, unsicheren Menschen Pubertäts-Blocker."
/ JuliaKloecknerDas ist doch irre – sollte das kein Fake sein: Bundesregierung empfiehlt sehr jungen, unsicheren Menschen Pubertäts-Blocker https://t.co/1LHblCESEl pic.twitter.com/Ilv1Vi3TkW
Julia Klöckner (@JuliaKloeckner) October 12, 2022
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Sven Lehmann, der grüne Queerbeauftragte der Bundesregierung, kritisierte wie auch seine Parteifreundin Nyke Slawik die Äußerung der Ex-Ministerin als "schäbige Stimmungsmache". Beide wiesen Klöckner auch darauf hin, dass die Infos bereits seit längerem in dem Portal stünden, "nämlich etwa seit der Zeit, als Sie Ministerin waren", so Lehmann. Tatsächlich ist der Text seit August 2020 online – Klöckner war bis Dezember 2021 Bundesministerin.
/ svenlehmannSchäbige Stimmungsmache auf Kosten von trans Kindern, Frau Kollegin @JuliaKloeckner!
Sven Lehmann (@svenlehmann) October 12, 2022
Das Regenbogenportal ist eine Text-Sammlung – keine Empfehlung der Bundesregierung.
Übrigens steht der Text da schon länger – nämlich etwa seit der Zeit, als Sie Ministerin waren. pic.twitter.com/xeMbQy4Fmb
Slawik, seit 2021 neben Tessa Ganserer die erste offen trans Bundestagsabgeordnete der deutschen Geschichte, klärte Klöckner zudem über die Hintergründe auf: "Das Regenbogenportal ist ein online Lexikon zu queeren Themen des [Bundesfamilienministeriums], u.a. gibt's auch Infos zu (trans) Gesundheitsversorgung."
/ nyke_slawikDas Regenbogenportal ist ein online Lexikon zu queeren Themen des @BMFSFJ, u.a. gibt's auch Infos zu (trans) Gesundheitsversorgung.
Nyke Slawik (@nyke_slawik) October 12, 2022
Gab es übrigens schon zu Zeiten der Groko. Da war @JuliaKloeckner selbst noch Teil der Regierung… pic.twitter.com/jh6jlXsRvJ
Zudem merkte die 28-jährige Leverkusenerin an, dass Pubertätsblocker nur nach "gesicherter Diagnose" und vielen Arztbesuchen verschrieben würden und ihre Wirkung reversibel sei. Eine Hormontherapie würde erst durchgeführt, wenn die "trans Identität stabil" sei. Ihr Resümee: "Kein Skandal also, sondern nur schäbige Stimmungsmache Ihrerseits."
/ nyke_slawik1. Wirkung v Pubertätsblockern reversibel.
Nyke Slawik (@nyke_slawik) October 12, 2022
2. Werden nur nach gesicherter Diagnose verschrieben, nach vielen Arztbesuchen.
3. Hormontherapie erst nach Abwarten auf Pubertätsblockern, wenn trans Identität stabil.
Kein Skandal also, sondern nur schäbige Stimmungsmache Ihrerseits.
Bereits zwei Minuten vor Klöckner hatte sich der nordrhein-westfälische CDU-Bundestagsabgeordnete Marc Henrichmann auf Twitter über den Text im Regenbogenportal empört. Dies sei "schlimm und kindeswohlgefährdend", polterte der 46-Jährige.
/ MarcHenrichmannIch finde es schlimm und kindeswohlgefährdend, wenn eine #Bundesregierung insbesondere #Kinder in solch einer Form adressiert und sich lebenslang auswirkende Medikamente wie Pubertätsblocker bagatellisiert.#Ampel https://t.co/wc2HKujA9K pic.twitter.com/dgJbQz4F7Z
Marc Henrichmann (@MarcHenrichmann) October 12, 2022
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Klöckner und Henrichmann sind Wiederholungstäter*innen, wenn es um Stimmungsmache gegen queere Menschen geht: Klöckner kritisierte etwa "Queer-Wein" oder attackierte den Queerbeauftragten Lehmann, weil er sich mit Anastasia Biefang solidarisiert hatte. Henrichmann attackierte eine Meldestelle gegen Queerfeindlichkeit in NRW als "Denunziantentum" und bezeichnete Entwürfe für das Selbstbestimmungsgesetz als "fahrlässig, vielleicht sogar in Teilen gefährlich". (dk)














