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Mehr statt weniger Geld
Köln stärkt queeres Jugendzentrum anyway
Eigentlich wollte die Domstadt das Budget des anyway zusammenstreichen. Nach Protesten hat es sich das grün-schwarz-violette Ratsbündnis doch noch anders überlegt.

Das anyway ist ein Ort für queere Jugendliche und junge Erwachsene – und die freuen sich über die Entscheidung der Stadt (Bild: anyway)
- 13. Oktober 2022, 08:48h 2 Min.
Das Kölner Ratsbündnis aus Grünen, CDU und Volt hat im Doppelhaushalt 2023/2024 beschlossen, die Förderung für das queere Jugendzentrum anyway zu erhöhen. In den nächsten beiden Jahren sollen neben der bereits bestehenden Förderung zusätzliche Mittel in Höhe von 120.000 Euro zur Verfügung gestellt werden. Dieser Betrag solle darüber hinaus auch in den Folgejahren fortgeschrieben werden.
Konkret wird die bisherige jährliche Förderung von 58.000 Euro fortgeschrieben. Zusätzlich stellt die Domstadt dem Jugendzentrum mindestens in den nächsten beiden Jahren je 60.000 Euro zur Verfügung.
Zuvor hatte das Ratsbündnis vorgesehen, Förderungen im Jugendbereich, zu denen die anyway-Förderung gehört, nicht fortzuführen. Dagegen protestierte das Jugendzentrum, unter anderem mit einer Petition, die von 5.000 Menschen unterzeichnet wurde (queer.de berichtete).
"Die starke Queer-Community zeichnet Köln aus, wir stehen fest an ihrer Seite."
"Wir erhalten und stärken queere Strukturen in Köln, so haben wir es im Bündnisvertrag versprochen und werden es nun finanziell erneut bestätigen", erklärte Floris Rudolph, der queerpolitische Sprecher der Grünen im Kölner Rat. "Die Auswirkungen der Pandemie insbesondere auf queere Jugendliche und queerfeindliche Übergriffe in der jüngsten Zeit zeigen den erhöhten Bedarf von Unterstützung, Aufklärung und aktiver Antidiskriminierungsarbeit. Die starke Queer-Community zeichnet Köln aus, wir stehen fest an ihrer Seite."
Nach der Kürzungsandrohung durch den Rat hatte das anyway eine Unterfinanzierung von 143.000 Euro beklagt. Diese werde nun zu großen Teilen durch die Stadt aufgefangen. "Der Zuspruch bei unserer Petition, Demo und den Protestschreiben an die Stadt hat uns gezeigt, dass die Hilfe für LSBTIQ*-Jugendliche den Menschen in Köln ein wichtiges Anliegen ist", erklärte anyway-Leiter Jürgen Piger gegenüber dem "Kölner Stadtanzeiger". "Wir danken allen für ihre Unterstützung." (cw)
Links zum Thema:
» Homepage anyway
















Was solche Stunts mit Betroffenen machen, neben den Betreiber*innen vor allem mit den Jugendlichen, darüber wird sicherlich nicht nachgedacht. Nun gut, jetzt ist zumindest erstmal der Fortbestand gesichert. Und das ist zumindest etwas.