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Hass auf Minderheiten
"Die Ampel verführt Kinder": AfD springt auf queerfeindliche CDU-Kampagne auf
Ex-Ministerin Julia Klöckner hatte versucht, die Ampel mit einem queerfeindlichen Kommentar bloßzustellen. Jetzt wird sie die Geister, die sie rief, nicht mehr los.

AfD-Vizechefin Mariana Harder-Kühnel macht gemeinsam mit der CDU Stimmung gegen queere Menschen – und nimmt es mit der Wahrheit nicht so genau (Bild: Screenshot Parlamentsfernsehen)
- 13. Oktober 2022, 12:15h 2 Min.
Die AfD hat sich in einer am Donnerstag von der Bundesgeschäftsstelle verbreiteten offiziellen Stellungnahme der CDU-Kritik an der Queerpolitik der Bundesregierung angeschlossen. "Die Ampel verführt Kinder zur gesundheitsschädigenden Manipulation am eigenen Körper und motiviert sie regelrecht zur Rebellion gegen ihre möglicherweise protestierenden Eltern", behauptete AfD-Vizechefin Mariana Harder-Kühnel in der Stellungnahme. "Die eigentliche Aufgabe des Familienministeriums wäre es allerdings, Kinder zu schützen, Elternrechte zu stärken, den Familienfrieden zu gewährleisten und Familienneugründungen zu fördern."
Hintergrund ist, dass die CDU-Bundestagsabgeordneten Julia Klöckner und Marc Henrichmann die Koalition wegen eines Textes im Regenbogenportal der Bundesregierung über Pubertätsblocker scharf angegangen hatten. "Das ist doch irre", kommentierte Klöckner ganz im AfD-Jargon (queer.de berichtete).
Dabei müsste sie die Aufregung gegen sich selbst richten: Der kritisierte Text wurde nachgewiesenermaßen bereits während der schwarz-roten Koalition online gestellt, als Klöckner als Landwirtschaftsministerin Mitglied des Bundeskabinetts war.
/ sarahbosettiIhre Regierung, Frau Klöckner.
Sarah Bosetti (@sarahbosetti) October 12, 2022
Die Infos zu #Pubertätsblocker|n stehen mindestens seit August 2020 online (https://t.co/rljswrtJjE), sind also kein Werk der Ampel, sondern von CDU/SPD. https://t.co/YVyFpysCz0
Auch AfD-Vertreterin Harder-Kühnel verbreitete die Lüge weiter, dass dieser Text von der Ampel-Regierung stamme. Auf Twitter schrieb sie: "Nun schreckt die #Ampel nicht einmal mehr vor medizinischen Eingriffen zurück, um ihre ideologische Doktrin umzusetzen!"

Das Bundesfamilienministerium reagierte überrascht auf die Kontroverse: Der Text "informiert in altersgerechter, leichter Sprache, zu welchen Fragen sich betroffene Kinder, Jugendliche und Eltern beraten lassen sollten", teilte das Ministerium mit. Auf Twitter wies es den Vorwurf zurück, dass die Regierung die Einnahme von Pubertätsblockern empfehle.
/ BMFSFJZur Debatte über einen zwei Jahre alten Artikel auf dem #Regenbogenportal stellt das @BMFSFJ klar: Die Bundesregierung empfiehlt nicht die Einnahme von Pubertätsblockern. https://t.co/qhDORI7G03
Familien-, Senioren-, Frauen- & Jugendministerium (@BMFSFJ) October 13, 2022
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Weiter erklärte das Ministerium, die Debatte habe dazu geführt, dass das Portal durch eine Vielzahl von Zugriffen zeitweilig nicht erreichbar war. Außerdem habe man den Text noch präzisiert: "Um Missverständnissen vorzubeugen, wurde von der Redaktion inzwischen eine klarstellende Ergänzung eingefügt, dass ausschließlich Ärztinnen und Ärzte über die Notwendigkeit der Einnahme von Pubertätsblockern entscheiden." (dk)














