Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?43548

Studie

MPX-Viren befallen auch die Hoden

Forscher*innen ist es gelungen, die Anwesenheit von Affenpockenviren im Hoden und in Zellen nachzuweisen, die an der Spermienproduktion beteiligt sind – ein Hinweis auf sexuelle Übertragbarkeit.


Diese Dinger können auch in Hodenzellen fröhlich umher schwimmen (Bild: SamuelFrancisJohnson / pixabay)
  • 18. Oktober 2022, 11:27h 5 2 Min.

Die Affenpocken galten bisher als Krankheit, die durch Kontakt mit der Haut, Hautschuppen der namensgebenden Pocken oder durch Kontakt mit benutzten Textilien übertragen werden kann.

Eine im Magazin "nature microbiology" veröffentlichte Studie an Makaken hat nun jedoch einen Hinweis geliefert, dass sich der auch MPX-Virus genannte Erreger in menschlichen Hoden und Spermien aufhalten kann. Daraus ergäbe sich eine sexuelle Übertragbarkeit im engeren Sinne.

21 eingefrorene Makakenhoden

Untersucht wurden von Jun Liu und Kolleg*innen des US Army Medical Research Institute of Infectious Diseases 21 eingefrorene Hoden von Langschwanzmakaken. Die Tiere waren zuvor zu Versuchszwecken mit dem MPX-Virus infiziert worden. Sowohl in der Akutphase der Erkrankung, als auch danach, suchten die Wissenschaftler*innen mithilfe fluoreszierender Farbmarker nach dem Antigen, das der Körper in Reaktion auf eine Infektion produziert. Hinzu kam eine direkte Nachweismethode für die RNA des Virus selbst.

Die Forscher*innen wiesen das Virus bei ihren Versuchstieren sowohl in den Hodenkanälchen als auch in denjenigen Zellen nach, die an der Produktion von Spermien beteiligt sind. Das gelang ihnen bei 18 der 21 Gewebeproben. Nach Ansicht der Wissenschaftler*innen sprechen die Nachweise an unterschiedlichen Orten der Spermatogenese, also der Produktion von Spermien, für eine sexuelle Übertragbarkeit während der akuten Infektionsphase.

Sexuelle Übertragbarkeit über Akutphase hinaus?

Den Befall der Hoden erklären sich die Forscher*innen auch damit, dass sie wie die Augen oder das Gehirn für das Immunsystem nur teilweise zugänglich sind. Und: Zwei der Versuchstiere trugen das Virus auch noch mehr als einen Monat nach der Akutphase der Infektion in sich. Daher lässt sich vermuten, dass das Virus in Einzelfällen auch nach Abfallen der äußeren Pocken und Abklingen der sonstigen Symptome noch sexuell übertragbar sein könnte. Denn an den entzündeten Hautstellen waren die Viren zu diesem Zeitpunkt nicht mehr nachweisbar.

In Hinblick auf die insgesamt rückläufigen Infektionszahlen hatte die Weltgesundheitsorganisation zuletzt gewarnt, dass ein zu frühes Ende der Überwachung des aktuellen Affenpockenausbruchs zu einer unbemerkten Verschlimmerung und damit zu einer Wiederkehr des dynamischen Infektionsgeschehens führen könnte. "Wenn Fallzahlen zurückgehen, kann ein Ausbruch umso gefährlicher sein", hatte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus gewarnt (queer.de berichtete).

In Deutschland geht die Zahl der Affenpocken-Nachweise nach Angaben des Robert-Koch-Instituts seit August zurück. Zuletzt waren es weniger als 50 Fälle pro Woche gewesen. Vielleicht hat ja auch die Rückkehr des Kondoms dabei eine Rolle gespielt. (jk)

-w-

#1 Lucas3898Anonym
  • 18.10.2022, 16:48h
  • Wann kommt denn nun eigentlich der fehlende Impfstoff?
  • Direktlink »
#2 StaffelbergblickAnonym
  • 18.10.2022, 18:22h
  • Alle Erreger, die im Blutkreislauf "umherwandern" können auch in die Hoden gelangen. Ausnahme ist das Gehirn. Hier ist die Frage die Überwindung der "Gehirnschranke"
  • Direktlink »
#3 NevermindAnonym