Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?43552

"Bunte"-Interview

Kevin Kühnert ist vergeben: "Ich habe einen Partner"

Indem er erstmals über seine Beziehung spricht, will der offen schwule SPD-Generalsekretär auch ein Zeichen für junge Menschen setzen. Auf einem roten Teppich wird das Paar jedoch nicht zu sehen sein.


Kevin Kühnert ist seit Dezember 2021 Generalsekretär der SPD (Bild: Nadine Stegemann)

  • 19. Oktober 2022, 06:57h 39 3 Min.

SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert (33) hat sich öffentlich zu seinem Beziehungsstatus geäußert. "Ich habe einen Partner", sagte der Berliner dem Magazin "Bunte" (Donnerstag). Bei öffentlichen Auftritten spiele das aber keine Rolle: "Bei den klischeehaften Gelegenheiten wie Bayreuther Festspiele oder Bundespresseball, bei denen andere ihre Partner präsentieren, gehen wir sowieso nicht über den roten Teppich. Schon allein, weil festliche Kleidung erwartet wird. Da sind wir raus."

Indem er über seine Beziehung spricht, wolle er auch ein Zeichen für junge Menschen setzen. "Ich weiß, dass insbesondere auf manchem Dorf auch im Jahr 2022 immer noch einige zu Hause rausfliegen, wenn sie ihre sexuelle Orientierung offenbaren", so Kühnert. "Diese jungen Menschen brauchen Vorbilder, und sie müssen erfahren, dass es völlig okay ist, einen Mann oder eine Frau gleichen Geschlechts zu lieben."

Keine Zärtlichkeiten in der Öffentlichkeit

Vor Jahren hatte Kühnert bereits in einem Interview mit der "Berliner Zeitung" gesagt: "Wer in der Öffentlichkeit steht, muss sich darauf einstellen, im Zweifel immer wieder nach einer Freundin gefragt zu werden." Er hätte also "die Möglichkeit gehabt, dann jedes Mal verlegen auf den Boden zu schauen. Oder eben einfach offen und selbstverständlich darüber zu sprechen, dass ich schwul bin."

Im Buch "Coming-out" von Sebastian Goddemeier erklärte Kühnert im vergangenen Jahr, dass er aus Angst vor Gewalt und "Exotisierung" keine Zärtlichkeiten in der Öffentlichkeit austausche (queer.de berichtete).

Coming-out im März 2018

Kevin Kühnert war von November 2017 bis Januar 2021 Bundesvorsitzender der Jusos und später auch stellvertretender Bundesvorsitzender der SPD. Im März 2018 outete er sich in der Öffentlichkeit als schwul (queer.de berichtete).

Bundesweit wurde er nach dem Scheitern der Verhandlungen für eine Jamaika-Koalition vor vier Jahren insbesondere als ein Kopf der #NoGroko-Kampagne von Anfang 2018 bekannt. Später wurde er zum Unterstützer der Großen Koalition. Im Kampf um den Bundesvorsitz hatte sich Kühnert 2019 für das am Ende siegreiche Duo Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans ausgesprochen.

Der gebürtige Berliner nahm jahrelang – wie für Juso-Chefs üblich – eine linke Position innerhalb seiner Partei ein – und wurde für viele Konservative zum Feindbild. So stieß er eine teils erbittert geführte Debatte um den demokratischen Sozialismus an, als er 2019 forderte, Konzerne wie BMW zu kollektivieren, um den Kapitalismus zu "überwinden".

2021 trat Kühnert zum ersten Mal bei der Bundestagswahl an – und konnte im umkämpften Berliner Wahlkreis Tempelhof-Schöneberg erstmals seit 2005 wieder das Direktmandat für die SPD erobern. Er siegte mit 27,1 Prozent der Stimmen knapp vor der ehemaligen Verbraucherschutzministerin Renate Künast von den Grünen (25,1 Prozent) und dem queerfreundlichen CDU-Politiker Jan-Marco Luczak, der 21,9 Prozent erreichte. 2017 hatte Luczak den Wahlkreis noch gewonnen. Im Dezember 2021 wurde Kühnert zum SPD-Generalsekretär gewählt (queer.de berichtete). (cw/dpa)

#1 Pride
  • 19.10.2022, 11:04h...
  • "Exotisierung" wird auf Kühnert nie zutreffen.
  • Direktlink »
#2 michael008
#3 KilianEhemaliges Profil
  • 19.10.2022, 12:21h
  • "Diese jungen Menschen brauchen Vorbilder, und sie müssen erfahren, dass es völlig okay ist, einen Mann oder eine Frau gleichen Geschlechts zu lieben."

    Selten so gelacht. Ein Vorbild wäre man, wenn man zur bräunlich-menschenfeindlichen Gesinnung der eigenen Seeheimer Parteigranden glasklar Stellung bezieht und Thierse, Gabriel, Schwan und Co ins Gesicht sagt, was man von ihren stigmatisierenden, herabwürdigenden und ausgrenzenden Sprache und Handlungen hält, statt mit ohrenbetäubendem Schweigen zu glänzen oder die standadisierten Worthülsen wiederzukäuen.

    Zur Erinnerung, für Menschen mit Kurzzeitgedächtnis:

    Thierse in der Zeit: "Ich bin das Symbol für viele >normale Menschen< und werde bößartig misinterpretiert."

    Schwan: Lädt das AfD-Fangirl Sandra Kegel ein und lässt sie über Gender-Ideologie hetzen, während beide konsequent Heinrich Horwitz misgendern und beim ersten Hauch von Kritik Johannes Kram aus der Onlinekonferenz ausschließen.

    Gabriel: Der vom "Überhandnehmen von Themen wie Schwulenrechte" philosophiert.

    Kühnert: ...
  • Direktlink »