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#MeToo-Prozess

Jury spricht Spacey von Vorwürfen sexueller Übergriffe frei

Kevin Spacey ist im Prozess wegen sexueller Belästigung von einer New Yorker Jury für nicht schuldig befunden worden. Das Gericht wies damit die Klage von "Star Trek"-Schauspieler Anthony Rapp ab.


Kevin Spacey im Film "Baby Driver" aus dem Jahr 2017 (Bild: TriStar Pictures)
  • 21. Oktober 2022, 02:06h 27 3 Min.

Eine US-Jury hat den schwulen Hollywood-Star Kevin Spacey in einem Zivilprozess von den Vorwürfen sexueller Übergriffe freigesprochen. Spacey (63) habe den Schauspieler Anthony Rapp (50) 1986 nicht sexuell belästigt, entschieden die Geschworenen nach Angaben des Gerichts in New York. Die aus elf Menschen bestehende Jury hatte sich zuvor rund anderthalb Stunden beraten. Der Fall zog viele weitere Vorwürfe nach sich und brachte Spaceys Karriere ins Wanken.

Spacey hatte die Vorwürfe immer bestritten, auch vor Gericht noch einmal. Rapp hatte dagegen im Prozess ausgesagt, was Spacey ihm angetan habe, sei das "traumatischste Erlebnis" seines Lebens gewesen. Der Schauspieler hatte seine Vorwürfe gegen den zweifachen Oscar-Preisträger Spacey ("Die üblichen Verdächtigen", "American Beauty") 2017 im Zuge der #MeToo-Debatte erstmals mit Nachdruck öffentlich gemacht. Spaceys Karriere ging danach auf Talfahrt.

Es ging um rund 40 Millionen Dollar

Der Vorfall, auf den sich die Klage bezog, soll Rapp zufolge bei einer Party in New York im Jahr 1986 geschehen sein. Rapp beschuldigt Spacey, damals übergriffig geworden zu sein. Als die anderen Gäste weg waren, sei Spacey zu ihm gekommen und habe in hochgehoben – "wie ein Bräutigam seine Braut über die Türschwelle trägt". Spacey habe dabei benommen gewirkt, erklärte Rapp weiter. Dann soll sich Spacey "mit vollem Gewicht" auf ihn gelegt und seine Arme festgehalten haben, während er seinen Schritt an Rapps Hüfte drückte.

Zu diesem Zeitpunkt war Rapp, der später mit dem Musical "Rent" und der TV-Serie "Star Trek: Discovery" bekannt wurde, erst 14 Jahre alt. Mit seiner Zivilklage gegen Spacey wollte er rund 40 Millionen Dollar Schadenersatz erstreiten.

Ungereimtheiten in Rapps Aussagen

Schon am vergangenen Montag hatte der zuständige Richter Rapps Klage wegen vorsätzlicher Zufügung von seelischem Leid abgewiesen. Die des tätlichen Angriffs ließ er jedoch bestehen – bezüglich dieses Vorwurfs sprach die Jury Spacey nun frei. Zur Urteilsbegründung hieß es laut CNN, dass Rapp nicht zweifelsfrei habe beweisen können, dass Spacey damals "eine sexuelle oder intime Stelle" von ihm berührte.


Kläger Anthony Rapp in "Star Trek: Discovery" (Bild: Paramount+)

Im Kreuzverhör durch Spaceys Anwaltsteam kam es zudem zu vermeintlichen Ungereimtheiten und Widersprüchen in Rapps Aussagen. Rapp habe damals nicht bemerkt, dass die übrigen Gäste der Party gegangen seien, da er in einem abgetrennten Schlafzimmer fernsah. Spaceys Anwält*innen erklärte indes vor Gericht, dass ihr Mandant damals in einem Studio-Apartment gelebt habe. Abgetrennte Räume habe es in dieser Wohnung folglich nicht gegeben.

Weiterer Prozess in London

Nach den Vorwürfen von Rapp waren in den vergangenen Jahren zahlreiche weitere Vorwürfe gegen Spacey laut geworden. Mehrere Betroffene gingen vor Gericht, doch einige Klagen wurden zurückgezogen oder wegen Verjährung abgewiesen. Auch Crewmitglieder der Netflix-Serie "House of Cards" warfen Spacey sexuelle Belästigungen vor. Daraufhin kündigte der Streaming-Gigant die Zusammenarbeit mit ihm.

Ende Mai war Spacey zudem in Großbritannien wegen sexueller Übergriffe gegenüber drei Männern angeklagt worden. Es handele sich um Fälle zwischen 2005 und 2013, hatte die Behörde in London mitgeteilt. Im Juli plädierte Spacey vor einem Gericht in London auf nicht schuldig (queer.de berichtete). (cw/dpa/spot)

#1 ShadowdancerAnonym
  • 21.10.2022, 07:16h
  • Es wäre interessant zu wissen inwiefern die Jury auf traumatologisches Fachwissen zurückgreifen konnte.

    Wo das nicht der Fall ist, werden Anklagen im Kontext sexueller Übergriffigkeit letztlich in beide Richtungen regelmäßig falsch entschieden.
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#2 HassanAnonym
  • 21.10.2022, 08:13h
  • Ich hasse es! Wieder wird ein Opfer niedergetreten, weil es nicht "zweifelsfrei beweisen" kann und sich nach etlichen Jahren neben dem alles überschattenden Missbrauch an irrelevante Nebendetails nicht mehr erinnern kann. Gleichzeitig stellt Kevin Spacey mit schöner Regelmäßigkeit unter Beweis, dass er ein Sexual Predator ist. Zum Kotzen!
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#3 LothiAnonym
  • 21.10.2022, 08:18h
  • Antwort auf #1 von Shadowdancer
  • Dir dürfte schon klar sein, dass Rapp sich selbst im Prozess mit widersprüchlichen Aussagen selbst belastet hatte. Das hätte er vorher sehr gut besser mit seinem Anwalt klären sollen.
    Womit ich nicht behaupte er hatte Unrecht mit seinen Vorwürfen. Aber Rapp und sein Anwalt wußten mit Sicherheit auch, das K.Spacey mit ein Aufgebot an Anwälten vor Gericht erscheint. Immerhin ging es um sehr, sehr viel Kohle.
    So läuft das nun mal in den USA.
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