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Netflix

Thrillerautor Fitzek: Musste bei "Dahmer" ausschalten

Die Debatte um den Streaming-Hit um einen berüchtigten Serienmörder hält ebenso an wie der Erfolg der Serie.


Die Titelrolle in "Dahmer – Monster: Die Geschichte von Jeffrey Dahmer" verkörpert Marvel-Star Evan Peters (Bild: Netflix)

  • 21. Oktober 2022, 10:39h 6 3 Min.

Die brutale Netflix-Serie "Dahmer" über den US-Serienmörder Jeffrey Dahmer hat selbst bei Thrillerautor Sebastian Fitzek für verstörende Nächte gesorgt. "Ich gestehe, ich habe häufig ausgeschaltet, darüber nachgedacht und es nicht in einem durchgesehen. Ich habe mich gefragt, warum mich das Thema so interessiert und mich streckenweise auch geärgert", sagte Fitzek (51, "Das Paket") der Deutschen Presse-Agentur.

Der Fokus bei "Dahmer – Monster: Die Geschichte von Jeffrey Dahmer" habe zu sehr auf dem Täter gelegen, was auch am Serientitel erkennbar sei. "Es stößt mir in der Fiktion und der Realität immer unangenehm auf, dass die Namen der Täter präsent sind, die Opfer aber vergessen werden. Den Hype um Jeffrey Dahmer kann ich nicht verstehen, das Interesse an seiner Person sehr wohl." Von Angehörigen der Opfer, deren Tode in der Serie nachgestellt werden, hatte es teils massive Kritik an der Serie gegeben (queer.de berichtete). Diese kritisierten etwa, die schmerzhaften Erinnerungen erneut durchleben zu müssen.

"Meine These, dass die Realität härter ist als das, was wir Thrillerautoren uns am heimischen Schreibtisch ausdenken können, wird durch diese Serie mehr als belegt. Sie ist tatsächlich so erschreckend, weil sie real ist", sagte Fitzek weiter.

Großer Erfolg weltweit

Die zehnteilige Thrillerserie des schwulen Regisseurs und Produzenten Ryan Murphy ("Pose", "American Horror Story", "Glee") handelt von Jeffrey Dahmer (1960-1994), einen der berüchtigtsten Serienkiller des 20. Jahrhunderts. Zwischen 1978 und 1991 missbrauchte und ermordete er mindestens 17 junge Männer. Der Amerikaner hatte seine Opfer nach der Tat zerstückelt und teilweise gegessen. "Dahmer" erzählt die Morde aus der Sicht des schwulen "Milwaukee Monsters", wie die Presse den Serientäter betitelte. Nebenbei handelt "Dahmer" aber auch von der Unfähigkeit der Polizei – und von strukturellem Rassismus in den USA. Der Großteil von Dahmers Opfern waren Afroamerikaner, die von den Behörden oft nicht ernst genommen wurden.

In der Netflix-eigenen Zählung ist "Dahmer" inzwischen die weltweit am zweitmeisten gesehene englischsprachige Serie des Dienstes, nach der vierten Staffel von "Stranger Things" und vor der zweiten von "Bridgerton". Auch in Deutschland führte die Serie nach dem Start im September die Top-Ten der Woche an (queer.de berichtete).

Inzwischen haben unabhängige Zählungen in den USA den Erfolg bestätigt. Der Netflix-Hit wurde demnach in der Startwoche vom 19. bis 25. September in den USA 3,66 Milliarden Minuten lang angesehen, dabei war die Reihe erst ab dem 21. September abrufbar. Das geht aus Zahlen des Unternehmens Nielsen für die USA hervor, über die "The Hollywood Reporter" berichtet. Nur die vierte Staffel "Stranger Things" konnte das im Mai mit 5,14 Milliarden Streaming-Minuten in der Debüt-Woche überbieten. Zum Vergleich: Im gleichen Zeitraum wurde die Amazon-Prime-Serie "Die Ringe der Macht" in den USA 977 Millionen Minuten angesehen. Der HBO-Max-Hit "House of the Dragon" wurde 1,01 Milliarden Minuten lang eingeschaltet. (dpa/spot)

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#1 LothiAnonym
  • 21.10.2022, 13:11h
  • Obwohl ich ein Krimi und Triller Leser bin und S.Fitzek als Autor noch nicht kenne, möchte ich ihm hier durchaus zustimmen. Geht mir genauso. Schon bei der ersten Folge habe ich beim zusehen inne gehalten. Bei der dritten Folge war für mich dann Schluss.
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#2 MadaraAnonym
  • 22.10.2022, 08:10h
  • Bin seit dem Ich die Serie geschaut habe Vegetarier
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#3 Ith_Anonym
  • 22.10.2022, 09:46h
  • Von wegen "oft nicht zugehört": Die krasseste Episode fand ich tatsächlich die mit der Sicht der Nachbarin, die u.a. dann mal angerufen hat, während Morde passiert sind, bei denen sie zuhören musste, oder versucht hat, diesen 14-Jährigen zu retten, alles ohne irgendwelche Hilfe zu erhalten. Also, wer die ersten Folgen schon abschreckend findet, macht um die besser einen Bogen, das hat sogar mich eine Weile beschäftigt.

    Ist gleichzeitig echt schade, dass ausgerechnet in der Serie der Umgang innerhalb der schwulen Szene selbst angenehm dargestellt ist.
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