Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?43579

Armenien

Jerewan: Junges schwules Paar nimmt sich das Leben

Die beiden Jungen posteten Bilder ihrer Liebe bei Instagram, bevor sie sich in der armenischen Hauptstadt von einer 92 Meter hohen Brücke in den Tod stürzten.


Dawtaschen-Brücke in Jerewan (Bild: Preacher lad / wikipedia)

"Homophobie hat zwei weitere Leben auf dem Gewissen" – mit dieser Überschrift reagierte am Freitagabend die Organisation Pink Armenia auf die Meldung vom Suizid eines jungen schwulen Paares in Jerewan. Wie im Laufe des Tages bekannt wurde, hatten sich die Teenager am Donnerstagabend von der 92 Meter hohen Dawtaschen-Brücke in den Tod gestürzt.

Medienberichten zufolge handelte es sich um Arsen, 15 oder 16 Jahre alt, und um den wenige Jahre älteren Tigran. Wenige Stunden zuvor hatten sie mehrere Bilder bei Instagram gepostet, die sie unter anderem küssend zeigten oder beim Tragen von Partnerringen an ihren Fingern. "Happy End" hatten die Jungen dazu geschrieben, "Entscheidungen über das Teilen der Fotos und unsere künftigen Handlungen wurden von uns gemeinsam getroffen."

Queer.de hat sich entschieden, die Fotos nicht zu verbreiten, um Suizid nicht zu romantisieren. In sozialen Netzwerken verbreiteten sich die Bilder dennoch rasant, auch der Originalbeitrag ist noch online und wird weiter kommentiert. Viele äußerten Schock und Anteilnahme – andere Abscheu und Hetze.

- Werbung -

Hasserfüllte und beleidigende Kommentare

"Leider waren die öffentlichen Reaktion auf das Geschehene nicht überraschend", so Pink Armenia. "Die Fotos, die die Jungen gepostet haben, verbreiteten sich schnell auf Social-Media- und Telegram-Kanälen, mit hasserfüllten und beleidigenden Ausdrücken, die oft die Tatsache betonen, dass die Jungen schwul sind, und dass dieser Umstand ihre Entscheidung rechtfertigen würde, sich umzubringen. Viele Kommentare forderten sogar andere auf, dasselbe zu tun."

Es sei inakzeptabel, den Verlust von Menschenleben zu rechtfertigen. "Die jungen Männer hatten noch viele Lebensjahre vor sich, aber aus Intoleranz ihnen gegenüber unternahmen sie einen so tragischen Schritt. LGBT-Menschen kennen das Gefühl, isoliert zu sein, von Familie und Gesellschaft nicht verstanden zu werden. Dieser tragische Fall beweist einmal mehr, dass LGBT-Menschen in Armenien nicht sicher sind und weder von der Gesellschaft noch vom Staat geschützt werden."

Mutter: "Es wäre besser, du würdest sterben"

Berichten zufolge soll der Jüngere der beiden Jungs von zu Hause weggelaufen sein. Die Mutter eines Jungen soll die Fotos noch negativ kommentiert haben, unter anderem mit dem Satz "Es wäre besser, du würdest sterben". Nach der Meldung des Todes sei der Kommentar gelöscht worden. Am späten Donnerstagabend war zunächst bekannt geworden, dass die Polizei zum Fundort zweier Leichen unter der Brücke gerufen worden war und den Ort untersuchte.

Es sei äußerst wichtig, Mitgefühl zu zeigen und die Ernsthaftigkeit dessen zu erkennen, was passiert ist, so Pink Armenia weiter. Die Organisation forderte die Öffentlichkeit auf, Beleidigungen und Hetze zu unterlassen. "Suizidgedanken werden oft von Schuldgefühlen, Angst, Selbstvorwürfen und Scham aufgrund gesellschaftlicher Einstellungen zur eigenen sexuellen Orientierung und Geschlechtsidentität begleitet." In solchen Situationen sei es äußerst wichtig, professionelle Unterstützung zu suchen und anzubieten. Zum Abschluss wies die Organisation auf ihre Angebote hin. (cw)

Hilfsangebote

Kreisen deine Gedanken darum, dir das Leben zu nehmen? Spreche mit anderen Menschen darüber. Die Telefonseelsorge ist etwa anonym, kostenlos und rund um die Uhr unter (0800) 1110111 und 1110222 erreichbar. Weitere Angebote listet Spiegel Online.

In mehreren deutschen Großstädten gibt es spezielle Beratungs- und Gesprächsangebote für LGBTI. Speziell für queere Jugendliche, aber oft auch Ältere, gibt es in Deutschland zudem viele Anlaufstellen und Jugendgruppen, bei denen du Gesprächsangebote und Hilfe, aber auch Freunde, Freizeitaktivitäten und Freunde finden kannst. Eine kurze Anfrage in Suchmaschinen lohnt sich.
-w-

-w-

18.07.26 | Rücktrittserklärung
"Meine Familie ist mir das Wichtigste"
18.07.26 | Reaktionen auf den Rücktritt von Jens Spahn
Merz: Rücktritt von Spahn "richtig" und "unvermeidlich"
18.07.26 | Schreiben an die Fraktionsmitglieder
Jens Spahn tritt als Unionsfraktionschef zurück
-w-

#1 nichtbinärePersonAnonym
  • 22.10.2022, 08:08h
  • Wie abscheulich können Menschen sein: Andere zum Selbstmord aufzufordern, sogar als eigene Mutter.

    Mir fehlen weitere Worte, außer dass ich das zutiefst betrauere.
  • Direktlink »
#2 MetzoAnonym
  • 22.10.2022, 09:08h
  • Es ist wirklich immer wieder erschreckend, egal wie oft ich es mitbekomme, wie sehr Menschen den frühzeitigen Tod einer Person feiern, die ihnen nie was getan hat, nie bedroht hat, nie eine Gefahr war.

    Bei dem Kommentar der Mutter bleibt für ihr Seelenheil ja nur zu hoffen, dass sie jetzt wenigstens glücklich ist, dass ihr Sohn genau das tat was sie wollte...
    Wünschen würde ich ihr aber Schuldgefühle wir abscheulich sie ihr eigenes Kind in den Suizid getrieben hat. Und wegen was? Wegen blindem, sinnlosen Hass auf anders sein.

    Und bei solchen Eltern fragen sich manche, warum manche Kinder nichts mit ihnen zu tun haben wollen.
  • Direktlink »
#3 MarcAnonym
  • 22.10.2022, 09:43h
  • Da sind definitiv die Falschen gesprungen.
  • Direktlink »