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Horrorfilm

"Hellraiser": Trans Schauspielerin verkörpert Höllenmonster

In der Neuauflage des Kultfilms schlüpft Schauspielerin Jamie Clayton in die Rolle des Dämons Pinhead. Das queere Bewusstsein in der Produktion kann leider nicht über viel mittelmäßiges Klischee hinwegtäuschen.


Jamie Clayton als Pinhead (Bild: Spyglass Media Group)

Dunkle Dämonenkulte, eine mysteriöse Puzzlebox, Tore in andere Dimensionen, abscheuliche Monsterwesen und Schmerzen, schlimmer als der Tod. "Hellraiser" von 1987 gilt unter Horrorfans als Kultfilm, die visuellen Elemente sind berühmt und vielen bekannt, die den Film noch nie gesehen haben. Die neun Fortsetzungen sprechen für die Beliebtheit der Höllensaga.

Nun hat der amerikanische Streamingdienst Hulu eine Neufassung produziert, in der die Geschichte in Form eines Reboots neugestartet wird. Im Zentrum der Handlung steht die junge Riley (Odessa A'zion), die nach einigen Turbulenzen bei ihrem Bruder Matt (Brandon Flynn) und dessen Partner Colin (Adam Faison) untergekommen ist. Doch es ist nicht Rileys kürzlich erst überwundene Drogensucht, die ihr Leben aus den Fugen geraten lässt. Auf Umwege gelangt eine mysteriöse Puzzlebox in ihren Besitz, die sich als Artefakt der Cenobiten, andersweltlicher Dämonenwesen, herausstellt, die einer Religion des Schmerzes anhängen.

Rileys Bruder ist schwul

Einige Aspekte des Films sind durchaus interessant queer. Dass Rileys Bruder in einer Beziehung mit einem Mann ist, ist dabei eigentlich nicht mehr erwähnenswert. Auch Schauspieler Brandon Flynn, der zuletzt in einer Nebenrolle in "Ratched" zu sehen war, aber wahrscheinlich am bekanntesten dafür ist, der Exfreund von Sam Smith zu sein, reißt nicht unbedingt vom Hocker.

Die Besetzung von Jamie Clayton, die derzeit etwa in der Neuauflage von "The L word" zu sehen ist, in der Rolle des ikonischen Dämonenwesens "Pinhead" ist da schon deutlich spannender. Zum einen deshalb, weil Clayton eine sehenswerte Schauspielerin ist; zum anderen aber auch, weil die Neuauflage in der Gestaltung der Cenobiten deutlich von der Vorlage abweicht. Waren die Monster ursprünglich eher männlich zu lesen, scheinen sie in der Neufassung gänzlich geschlechtslos. Sie sind so sehr nicht von dieser Welt, dass menschliche Geschlechterkategorien nicht anwendbar sind.

Für die Regie zeichnete David Bruckner verantwortlich, der in der Vergangenheit bereits mit "The Ritual" (2017) und "The Night House" (2020) nennenswertes im Horrorgenre vorgelegt hat. Es ist umso bedauernswerter, dass "Hellraiser" leider ziemlich schwächelt. Auf der Handlungsebene baut er an vielen Stellen auf sehr ausgelutschte Klischees und bleibt insgesamt Mittelmaß.

In den USA ist der Film exklusiv bei Hulu zu streamen, welche Plattform ihn wann für das deutsche Publikum zugänglich machen wird, ist noch unklar. Eine Kinoveröffentlichung ist nicht geplant.

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Queere TV-Tipps
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#1 LothiAnonym
  • 23.10.2022, 08:50h
  • Schade. Nicht ein einziges Mal aber auch wird hier der Schwule Erschaffer von Hellraiser Clive Barker erwähnt. All seine Bücher sind herausragender Horror vom feinsten. Die sieben Bücher des Blutes. Um nur eine kleine Ansammlung sei zu erwähnen. Ein Muss für jeden Horror u.Splatter Fan.
    Bei den ersten Folgen von Hellraiser hat Clive Barker buchstäblich mitgearbeitet. Und das Ergebnis kann sich echt sehen lassen. Genial. Auch heute noch. Ob die Neuauflage daran rankommt bezweifle ich sehr stark. Aber macht mich dennoch neugierig.
  • Direktlink »
#2 cenobiteUnicornAnonym
  • 23.10.2022, 13:16h
  • Antwort auf #1 von Lothi
  • @Lothi: Barker hat diesen Film (mit-)produziert. Ist natürlich die Frage, in wiefern er tatsächlich Einfluss auf die Produktion an sich aus künstlerischer Sicht hatte. Doch da Barker, ebenso wie "sein" Pinhead, Doug Bradley, ihre (nur allzu verständliche) Abneigung gegenüber den letzten Sequels/Rebootversuchen selten ungeäußert ließen und Barker ohne "Ok, dann nicht, bin dann mal weg" dabei war und Bradley Jamie Claytons Pinhead lobend erwähnt, gehe ich durchaus davon aus, dass es auch in seinem Sinne, bzw. in einem akzeptablen Rahmen davon stattfand.

    Auch, dass der Titel nicht wie die vorigen Teile zwischen 0%, 13% oder -wenn es mal richtig 'gut' lief- auch bei 26%-38% Zustimmung seitens Kritikern und Publikum (via Rotten Tomatoes) rumkrebst, sondern Stand jetzt bei 66% (Kritiker) und 60% (Zuschauer*innen) liegt, die sich aber eher auf das als konfus bezeichnete Skript von David Goyer eingeschossen haben, als auf das, was bei den Teasern und Trailern der "Hauptkritikpunkt" war, nämlich der blanke Hass gegen trans.

    Bin gespannt, ob der Film noch bei Disney+/STARS auftauchen wird, bin mittlerweile aber skeptisch geworden. Meist bringt Disney seine Hulu-Produktionen natürlich im eigenen Streaming-Dienst (zuletzt auch das für mich sehr starke "Predator" -Prequel), bei "Hellraiser" scheint es aber aufgrund der Rechteverteilung komplizierter zu werden - in Australien beispielsweise wird der Titel über Paramount+ zu sehen sein (1).

    Ich bin als "Hellraiser"-Fan der ersten Stunde natürlich sehr an dem Film interessiert, nicht zuletzt auch wegen Jamie, aber Streamingdienst-Hopping oder gleich mehrere abonnieren, nope, kein Interesse dran. Ich hoffe, dass der Titel dann zumindest über Apple TV/iTunes zu leihen oder kaufen sein wird, was ja unabhängig vom Streaming liefe.

    ___________________________________
    (1)
    www.disneyplusinformer.com/will-hellraiser-be-on-disney-plus
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