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Polizeibericht

"Ich stech dich ab": Schwules Paar in Berlin-Neukölln attackiert

Ein 32-Jähriger und sein 25-jähriger Freund wurden am Donnerstagnachmittag auf der Sonnenallee aus einer Gruppe von mindestens drei Männern beleidigt, bedroht und mit einer gefüllten Glasflasche beworfen.


Symbolbild: Die Berliner Polizei macht mögliche Hass­verbrechen aufgrund der sexuellen Orientierung oder Geschlechts­identität gezielt publik (Bild: Polizei Berlin / Youtube)

  • 28. Oktober 2022, 09:59h 5 2 Min.

Schon wieder queer­feindliche Gewalt in Berlin: Nach einem Angriff auf ein schwules Paar in Neukölln am Donnerstagnachmittag hat der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt die weiteren Ermittlungen übernommen.

Laut Polizeibericht vom Freitag rief ein 32-jähriger Mann gegen 16.45 Uhr die Polizei in die Sonnenallee. Er gab an, mit seinem 25-jährigen Freund kurz zuvor auf einem Gehweg in der Sonnenallee gelaufen zu sein, als beide auf Höhe eines Cafés aus einer Gruppe von mindestens drei Männern heraus homophob beleidigt worden seien. Nachdem er sein Telefon aus einer Tasche genommen habe, um die Polizei zu rufen, soll ihm einer der Männer gedroht haben, ihn abzustechen. Dies erklärte der 32-Jährige im Rahmen der Anzeigenaufnahme.

Anschließend sei aus der Gruppe heraus eine mit Wasser gefüllte Glasflasche auf das Paar geworfen worden, die neben den beiden Männern aufgekommen und zersprungen sei. Anschließend entfernten sich die Angreifer. Eine sofort eingeleitete Nahbereichsabsuche durch die Einsatzkräfte verlief ohne Erfolg. Die attackierten Männer blieben unverletzt, standen jedoch unter Schock. Die Ermittlungen wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung, Bedrohung und Beleidigung dauern an.

Berliner Polizei für queerfeindliche Gewalt sensibilisiert

Immer wieder gibt es aus Berlin Berichte über queerfeindliche Übergriffe, da die Berliner Polizei mögliche Hassverbrechen aufgrund der sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität gezielt publik macht und diese daher vergleichsweise häufig der Öffentlichkeit meldet. Zuletzt wurde am späten Mittwochabend eine 22-Jährige in Berlin-Friedrichshain transfeindlich beleidigt und brutal geschlagen (queer.de berichtete). Am vergangenen Wochenende wurde ein 27-Jähriger in der Berliner U-Bahn homophob beleidigt, geschlagen und beraubt (queer.de berichtete).

Die Polizei und die Staatsanwaltschaft in der Hauptstadt haben eigene Ansprechpartner*innen für LGBTI. (cw)

-w-

#1 lion79Anonym
  • 28.10.2022, 14:01h
  • In Neukölln leider alltag. Alles gute den Opfern.
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#2 HanseHorst
  • 28.10.2022, 17:08hHamburg
  • Selbst Berlin, eigentlich doch als sooooo "LGBTQ+-friendly" bekannte Metropole ist ein unsicheres Pflaster geworden....wie so viele andere Großstädte in Deutschland und Europa. Vielleicht wird es auch für die Community langsam Zeit dem Land- oder Kleinstadtleben - wo man sich unter Nachbarn gut kennt und gegenseitig hilft - eine echte Chance zu geben?
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#3 ExNRWlerAnonym
  • 28.10.2022, 18:43h
  • Antwort auf #2 von HanseHorst
  • Danke nein, da verzichte ich liebend gern. Bin nämlich vor zwei Jahren aus dem Bereich, "wo man sich unter Nachbarn gut kennt und gegenseitig hilft" nach Berlin gezogen. Und auch wenn hier -wie überall- keineswegs alles Gold ist, was glänzt: Auf die "netten" Begegnungen meines vorigen Wohnortes kann ich dann doch dankend verzichten.
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