Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?43636

Niemand habe geantwortet

"Dahmer"-Macher Ryan Murphy kontaktierte Familien der Opfer

Der Netflix-Hit "Dahmer – Monster" wird kontrovers diskutiert. Schöpfer Ryan Murphy verriet nun, dass 20 Angehörige der Opfer während der Nachforschungen zur Serie kontaktiert wurden.


In "Dahmer – Monster: Die Geschichte von Jeffrey Dahmer" wird Evan Peters zu einem der berüchtigtsten Serienmörder der US-Geschichte (Bild: Netflix)
  • 28. Oktober 2022, 11:27h 7 3 Min.

Der Schöpfer des Netflix-Hits "Dahmer – Monster: Die Geschichte von Jeffrey Dahmer", Ryan Murphy (56), hat während der Recherchen zur True-Crime-Serie auch Kontakt zu den Angehörigen und Freund*innenen der Opfer aufgenommen. "Es ist etwas, das wir sehr lange recherchiert haben", erklärte er bei einer Veranstaltung für die Serie im DGA Theatre in Los Angeles. "Und wir haben im Laufe der drei, dreieinhalb Jahre, in denen wir wirklich daran geschrieben und gearbeitet haben, etwa 20 Familien und Freunde der Opfer kontaktiert, um Input zu bekommen, um mit den Leuten zu sprechen, und nicht eine einzige Person hat uns in diesem Prozess geantwortet", beklagte er.

"Wir haben uns also sehr, sehr stark auf unser Team verlassen, das … Ich weiß nicht einmal, wie es so viel von diesem Material gefunden hat." Aber man habe sich viele Tage und Nächte um die Ohren geschlagen, "um die Wahrheit über diese Menschen herauszufinden", so Murphy.

Kritik der Angehörigen

Kontaktaufnahme und penible Recherchen hin oder her: Einige Angehörige kritisieren die Serie mit deutlichen Worten. "Meine Familie (die Isbells) ist stinksauer über diese Serie", schreibt etwa ein Verwandter des ermordeten Errol Lindsey auf Twitter. "Es ist immer und immer wieder traumatisierend, und wozu? Wie viele Filme/Sendungen/Dokumentationen brauchen wir noch?" Seine Cousine Rita Isbell war die Schwester von Errol Lindsey.

/ ericthulhu
Datenschutz-Einstellungen | Info / Hilfe

Die Serie stellt Rita Isbells Zeugenaussage bei der Gerichtsverhandlung nach. Sie ging im Gerichtssaal auf Jeffrey Dahmer los und wurde von Gerichtsdienern zurückgehalten. Auch Isbell hat sich zur Serie geäußert. "Es war, als würde ich alles noch einmal erleben", schreibt sie bei "Insider". "Es brachte all die Emotionen zurück, die ich damals empfunden habe." Auch Shirley Hughes, die Mutter von Tony Hughes, der vor seiner Ermordung eine Beziehung zu Dahmer hatte, übte Kritik. Dem "Guardian" sagte sie, die Serie dramatisiere die Geschichte ihres Sohnes.

Murphy: Würde für Gedenkstätte "gerne selbst bezahlen"


Ryan Murphy im Jahr 2015 (Bild: Gage Skidmore / flickr)

Paris Barclay (66), der bei den "Dahmer"-Episoden sechs und zehn Regie führte, verteidigte die Umsetzung. "Wir wollen wirklich, dass es darum geht, diese Opfer zu ehren", sagte er. "Wenn Tony auf die letzte Karte schreibt 'Ich werde nicht verschwinden', dann geht es genau darum in dieser Show. Es geht darum, dafür zu sorgen, dass diese Menschen nicht von der Geschichte ausgelöscht werden, dass sie einen Platz haben, dass sie anerkannt werden, dass sie wichtig waren und dass sie ein erfülltes Leben hatten. Sie kamen aus allen möglichen Ländern, aber sie waren echte Menschen."

Murphy zeigte sich offen für den Vorschlag, eine Gedenkstätte für die Opfer einzurichten. "Alles, was wir tun können, um das zu erreichen, würde ich sogar gerne selbst bezahlen", versicherte er. "Ich denke, es sollte etwas geben. Und wir versuchen, die Leute zu erreichen, um darüber zu sprechen. Ich glaube, es gibt einige Widerstände, weil sie denken, dass der Park Leute anziehen würde, die daran interessiert sind, dem Makabren zu huldigen. Aber ich denke, es sollte etwas getan werden." (cw/spot)

-w-

#1 Mucci
  • 28.10.2022, 17:13hMünchen
  • Tut mir leid, ich kann diese teils hysterischen Reaktionen der Angehörigen der Opfer nicht nachvollziehen. Wenn es für sie doch so belastend ist, warum schauen sie sich das dann überhaupt an? Zwingt sie ja keiner, das auf netflix zu streamen.

    Dahmer war nunmal einer der schlimmsten Serienkiller in der Kriminalgeschichte der USA. Das so ein Fall immer mal wieder als Doku oder neue Fiction verfilmt wird, sollte also nicht verwundern.
  • Direktlink »
#2 KopfschüttelAnonym
  • 28.10.2022, 18:31h
  • Antwort auf #1 von Mucci
  • Vielleicht, weil es sehr belastend ist, immer wieder darauf angesprochen und daran erinnert zu werden!? Ziemlich arrogante Einstellung gegenüber traumatisierter Menschen! Sollen die sich mal nicht so anstellen, oder was willst du mit deinem Post aussagen?
  • Direktlink »
#3 MichaelTh