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Zivilcourage
Petition gestartet: Malte C. soll Bundesverdienstkreuz erhalten
Als "wichtiges Zeichen für Zivilcourage" und gegen Anfeindungen queerer Menschen in Deutschland schlägt Maneo vor, dem beim CSD Münster getöteten trans Mann Malte C. das Bundesverdienstkreuz zu verleihen.

Malte C. starb nach einem Übergriff beim CSD Münster
- 29. Oktober 2022, 08:49h 2 Min.
Münster im August 2022: Am Rande des CSD-Ständefests beschimpft ein Mann mehrere Frauen u.a. mit den Worten "Lesbische Hure", zudem geht er drohend auf sie zu, wie Zeug*innen berichtet haben. Malte C. ist Teilnehmer des CSD und beweist Zivilcourage, indem er den Störer auffordert, die Beleidigungen zu unterlassen. Doch der Pöbler greift den couragierten trans Mann daraufhin so brutal an, dass der 25-Jährige wenig später an den Folgen stirbt (queer.de berichtete).
Der Tod vom Malte C. erschütterte Zivilgesellschaft wie Politik. Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) schrieb auf Twitter: "Ein junger Mann wird totgeschlagen, weil er anderen helfen wollte." Zivilcourage ist selten in Deutschland. Zu oft schauen Menschen weg, wenn LGBTI oder Personen aufgrund anderer gruppenspefizischer Merkmale wie Herkunft oder Religion beleidigt werden oder ihnen Gewalt angetan wird.
"Sein besonderer Mut sollte für uns alle ein Ansporn sein"
"Malte musste mit seinem Leben bezahlen, weil er andere vor dieser queerfeindlichen Gewalt schützen wollte. Sein besonderer Mut sollte für uns alle ein Ansporn sein", erklärte die Bundestagsabgeordnete Tessa Ganserer (Grüne) am Samstag in einer Pressemitteilung des Berliner Anti-Gewalt-Projekts Maneo. "Auf Grund dieser besonderen Umstände sollte Malte das Bundesverdienstkreuz posthum verliehen werden."
Ganserer gehört zu den Erstunterzeichner*innen einer entsprechenden Online-Petition von Maneo. "Die posthume Ehrung wäre ein wichtiges Zeichen für Zivilcourage und gegen die Diskriminierung und gegen Anfeindungen von LSBTIQ+ in Deutschland", so das Anti-Gewalt-Projekt. "Mit Maltes Ehrung sollen Menschen ermutigt werden, gegen Hass und Gewalt gegen LSBTIQ+, insgesamt auch gegen vorurteilsmotivieren Hass einzuschreiten und die Vorfälle bei Anti-Gewalt-Projekten zu melden wie auch bei der Polizei anzuzeigen."
Weitere Erstunterzeichner*innen der Petition sind u.a. der neue Vorstand der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld Helmut Metzner, die Entertainerin Désirée Nick, der amtierende Mr. Gay Germany Max Appenroth, der Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Volker Beck und der LSU-Bundesvorsitzende Alexander Vogt.
Bundesverdienstkreuz in der Regel erst ab 40 Jahren
Ein Problem des Vorschlags: Für das Bundesverdienstkreuz sollte die zu ehrende Person ein Mindestalter von 40 Jahren erreicht haben, außerdem wird die Auszeichnung in der Regel nicht posthum verliehen. Maneo erinnerte jedoch an Ausnahmen. So wurde Dominik Florian Brunner, der 2009 bei einer Auseinandersetzung an einem Münchener S-Bahnhof einschritt und dabei tödlich verletzt wurde, für seine Zivilcourage geehrt. Auch der 1977 im Alter vom 37 Jahren von Terroristen ermordete Lufthansa-Kapitän Jürgen Schumann erhielt posthum das Bundesverdienskreuz. (cw/pm)
Links zum Thema:
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Er hat Zivilcourage gezeigt und sein Leben gegeben um andere zu schützen.
Wenn nicht er, wer sonst?!
Jetzt kann die Politik zeigen, ob sie es ernst meinen oder nicht.