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Neu im Querverlag
Musicals als Queer Liberation
Von wegen glattgebügelter Unterhaltungskommerz: Mit dem Sammelband "Breaking Free. Die wunderbare Welt des LGBTQ-Musicals" öffnen die Autor*innen neue Perspektiven aufs Genre.

Szene aus "Shooting Star – A Revealing New Musical" über die schwule Pornoindustrie (Bild: Florian Klein)
- Von Mick Besuch
30. Oktober 2022, 05:05h 12 Min.
"Es werden auch die Defizite deutlich, nicht nur in der 'Programmierung' der staatlichen Bühnen, sondern auch in der Wahrnehmung des Musicals in der Kritik sowie in Wissenschaft und Forschung. So wird sich dem Thema Musicals und LGBTQ im beginnenden Wintersemester erstmals an der Humboldt-Universität gewidmet, was erfreulich ist". Das schreibt Klaus Lederer (Die Linke), Senator für Kultur und Europa in Berlin, im Nachwort des Sammelbands "Breaking Free. Die wunderbare Welt des LGBTQ-Musicals" (Amazon-Affiliate-Link ). Und ja, das finde auch ich extrem erfreulich. Denn ich besuche ebendieses Seminar mit dem charmanten Titel "Von Oklahoma nach Oklahomo: Geschichte(n) des LGBT-Musicals" seit Ende Oktober als Student.
Die Defizite, von denen Lederer spricht, beschäftigen mich seit langem, genau wie Musicals im Allgemeinen. Meine Mutter hat mich das erste Mal mit fünf in "Mamma Mia" mitgenommen. Seither waren Karten für den nächsten Musicalbesuch mein alljährliches Weihnachtsgeschenk. Doch leider sah ich mich die meiste Zeit nur mit dem vorherrschenden Hochkultursnobismus konfrontiert, und meine Begeisterung für diese Musiktheaterform wurde vom Großteil meines Umfeldes belächelt. Im besten Fall. "Wieso müssen die denn immer anfangen zu singen?", "Das ist langweiliger, glattgebügelter Unterhaltungskommerz!", "Die können weder richtig singen, schauspielern, noch tanzen, deswegen machen sie Musicals!" Sätze, die ich mir sehr oft von meinen Mitschüler*innen anhören musste. Aber auch nach meiner Schulzeit hat mich diese Einstellung gegenüber Musicals verfolgt; ein Rendezvous hat sogar das weitere Kennenlernen wegen meiner Begeisterung für Stephen Sondheims Märchen-Mashup "Into the Woods" abgebrochen, da Musicalliebe für ihn ein Indikator meiner intellektuellen Einfältigkeit war.
Das subversive Potential des Musicals
Inzwischen bin ich Student der Theaterwissenschaft an der Freien Universität Berlin, aber wirklich fündig geworden bin ich auch da nicht, was Kurse zu und kritische Beschäftigung mit Musicals angeht. Umso mehr war ich auf diesen 328-Seiten-Sammelband gespannt, der gerade beim Querverlag erschienen ist. Dieser zeigt in zwölf Interviews, 16 Artikeln sowie Vor- und Nachwort plus einer Einleitung von Herausgeber Kevin Clarke die enge Verzahnung queerer Geschichte mit dem Musical, das subversive Potential der Theaterform, ihre Bedeutung für die LGBTQ-Community und damit die unfassbare Relevanz und Lebendigkeit des oftmals herablassend belächelten unterhaltenden kommerziellen Musiktheaters für die Gay Liberation. Es ist ein Band, der den Reichtum des Genres Musicals beleuchtet und einen am Ende wirklich ratlos zurücklässt mit der Frage: "Und wieso sehen wir nicht mehr Musicals im deutschsprachigen Raum?!"
Der deutsch-irische Herausgeber, Musikwissenschaftler, Journalist und Dozent, hat sich schon lange auf Musiktheater und LGBTQ-Themen spezialisiert. Er versammelt in seinem Band große Namen aus der Forschung, der künstlerischen Praxis und viele LGBTQ-Aktivist*innen, die sich auf verschiedenste Art und Weise mit Musicals auseinandersetzen. So erzählt zum Beispiel die Schauspielerin Dagmar Manzel im Interview mit Rosa von Praunheim von ihren Erfahrungen an der Komischen Oper Berlin: "Der Zugriff von Barrie Kosky aufs Musical war frech; er mischte alles zusammen. Es war egal, ob jemand schwul, lesbisch, hetero oder sonst was war, alle fielen übereinander her. Je extremer, desto besser. Ich finde das schön, mit so wunderbaren Menschen zusammenzuarbeiten, die unterschiedliche Lebensweisen führen. Das bereichert mein Leben."
Manzel erzählt auch, dass in der DDR das Theater ein Safe Space für LGBTQ war. Dass aber die Art und Weise, wie damals Musicals gespielt wurden – auch nach der Wende im wiedervereinigten Deutschland, sie "abgestoßen" habe: "Ich wollte kein aufgewärmtes spießiges Leben, das man sowieso schon dauernd um sich hat, auch noch auf der Bühne sehen." Erst Kosky mit seinem queeren Ansatz habe ihr gezeigt, wie "radikal, modern und wunderbar" Musicals sein können. Auf den Vorwurf vieler Kritiker*innen, Kosky offeriere nur eine endlose "Tuntenshow", kontert Manzel: "Ich habe mich da immer köstlich amüsiert – vor allem über den Humor, der sich selbst nicht so wichtig nimmt. Diese Lust am Verkleiden, die so souverän zweideutig daherkommt – das ist auch mein eigener Humor. Ich selbst muss das privat nicht so leben, aber ich genieße die Chance, es auf der Bühne tun zu können."
Wir Leser*innen bekommen auch einen Einblick in die Produktionsbedingungen, unter denen Musicals entwickelt werden und auf die Bühne gelangen. So erzählt etwa Florian Klein, besser bekannt als Pornodarsteller unter seinem Alias "Hans Berlin", wie er seine Erfahrungen in der Pornobranche in seinem 2019 in Los Angeles uraufgeführten Stück "Shooting Star – A Revealing New Musical" verarbeitet hat. Und wie es kam, dass Roland Emmerich sich das Drehbuch zu einer Filmfassung durchgelesen hat bzw. einer der Darsteller aus der Bühnenproduktion plötzlich von Disney nicht mehr engagiert wurde.
Vorwort von Barrie Kosky

Das Buch "Breaking Free. Die wunderbare Welt des LGBTQ-Musicals" ist am 13. Oktober 2022 im Querverlag erschienen
Doch zurück auf Anfang. Das Buch beginnt mit einem Vorwort von Kosky. Er erzählt von seinen ersten Erfahrungen mit Musicals in Australien und New York und seinem Entsetzen, als er das erste Mal in Amstetten eine deutschsprachige Musicalproduktion erlebte: "What the f*ck?!?" dachte er damals, "Was machen die da?". Für ihn hatte das nichts mit der Form von Musical zu tun, die er bis dahin als Selbstverständlichkeit angesehen hatte. Und über die ebenso selbstverständlich an der Schule, Universität, im Feuilleton oder überhaupt in der Gesellschaft diskutiert wurde. Kosky betont, dass im angloamerikanischen Raum Musicals Teil eines kulturellen Gesamtangebots sind, das von allen an- und ernstgenommen werde, auch von Intellektuellen.
Konträr dazu beschreibt Kosky die tiefe Kluft zwischen den Staatstheatern und der Welt der Musicals in Deutschland und Österreich. Er prangert die deutsche Unterscheidung zwischen E ("Ernster Kunst") und U ("Unterhaltung") an. Und er mahnt: Entertainment hafte in der deutschen Sprache heute etwas "Dreckiges" an, etwas, das – wenn auch unbewusst – mit Juden in Verbindung gebracht werde. Denn "fast die gesamte deutschsprachige Unterhaltungsindustrie vor 1933 war in jüdischer Hand". Diese Traditionslinie wurde bekanntlich von den Nationalsozialisten unterbrochen. Viele jüdische Künstler*innen mussten ins Exil fliehen oder fielen den Nationalsozialisten unmittelbar zum Opfer. Die Spätfolgen spüre man bis in die Gegenwart in Form eines Unbehagens, was die Unterhaltung angeht, von der viele immer noch glauben, man müsse sie "reinigen".
Olaf Jubin, renommierter Forscher und Dozent in London für Musicalgeschichte und Medienwissenschaft, setzt sich ebenfalls mit jüdischen und/oder schwulen Musicalmachern auseinander. Schwule jüdische Liedtexter haben Tradition – zumindest im angloamerikanischen Raum. Man denke an Stephen Sondheim oder Lorenz Hart oder Cole Porter (letzterer nicht jüdisch, nur schwul). Doch wie mit den oft mit sexuellem Subtext durchzogenen Texten umgehen, wenn man diese Stücke nach Deutschland holt? Jubin setzt sich in seinem Artikel mit deutschen Übersetzungen, den (Un-)Möglichkeiten ebenjener und historischen Beispielen für die Übersetzungen amerikanischer Musicals auseinander. Dabei beschreibt er die Schwierigkeiten, Sprachwitze wie Cole Porters "You're the Top" zu übersetzen ("But if baby I'm the bottom, you're the top"). Das ist nicht ganz das Gleiche wie "Ich bin, Baby, echt 'ne Niete / Du bist top." (So die vom Verlag derzeit vertriebene deutsche Fassung, bei der die "sexuelle Bedeutungsebene komplett ausgespart" wird.)
Queere Subtexte bei Übersetzung unsichtbar gemacht
Oft fallen queere Subtexte durch solche mangelhaften Übersetzungen einfach weg, und damit auch der queere Reiz vieler Musicals. Jubins Fazit: "Fast alle deutschen Übersetzungen im Bereich Musical sind als misslungen einzustufen." Kein Wunder, dass viele Kritiker*innen hierzulande denken, die teils peinigenden deutschen Liedtexte seien Beleg für die Minderwertigkeit des Genres insgesamt. Kein Wunder also, dass laut ihm die deutschsprachige Kritik fast ausschließlich über die Musik und nur selten über die Liedtexte spricht. Auf die Idee, sich die Originale anzuschauen und bessere Übersetzungen zu fordern, kommen wenige. Und Musicalfans in Deutschland scheinen sich am sprachlichen Niveau der meisten Stücke nicht zu stören. Helmut Baumann sagt dazu in seinem Interview: "In Deutschland sitzen bürgerliche Leute im Musical, die furchtbar viel Geld ausgeben und sich mal was 'gönnen' – mit Unterhaltung." Und Star vom Format eines Hugh Jackman oder einer Meryl Streep bzw. Judi Dench würden in Deutschland nicht im Musical mitwirken, weil man sie anschließend nicht mehr ernst nähme und ihnen keine seriösen Rollen mehr in Film und Fernsehen anböte. Dagmar Manzel sei, so Baumann, die Ausnahme. Aber selbst Jannik Schümann, der auch im Buch interviewt wird, bekomme keine Angebote für Musicals, obwohl er so oft öffentlich gesagt hat, dass er Musicals liebe und sogar als Kind in mehreren mitgespielt hat. Es bleiben getrennte Welten.
Stephanie Kuhnen, Aktivistin mit L-Schwerpunkt, erzählt von ihrer prägenden Erfahrung mit Barbra Streisands "Yentl" (1983), durch den sie viel über Anderssein verstanden habe und darüber, welchen Preis man zahlen muss, um diese Andersartigkeit ausleben zu können. Für sie habe dieses Musical etwas Unausgesprochenes und Unformuliertes in ihr auf einmal zu Bildern, Musik und eben Text ausformuliert und zum Leben erweckt. Für Kuhnen brauche es nicht zwangsläufig direkte LGBTQ-Repräsentanz im Musical. "The Wizard of Oz" begeistere sie vielmehr dadurch, dass es "die Erzählung vom Anderssein schlechthin" und die Geschichte vom "Weggehen müssen" sei, um zu sich selbst zu finden. Kuhnen spricht auch vom Musical "Fun Home", basierend auf Alison Bechdels berühmter Graphic Novel. Das Musical hatte 2013 am Off-Broadway Premiere und setzt sich u.a. mit den Themen lesbisches Coming-out, Pädosexualität des Vaters und häuslicher Gewalt auseinander. Es ist ein Stück weit weg von in Pailletten getauchter Unterhaltung fürs Spießbürgertum. Es ist ein Stück, das unmittelbar gesellschaftlich relevante Themen auf der Bühne verhandelt. Es ist auch ein Stück, das in Deutschland kaum Beachtung gefunden hat.
Diskussion um "authentische" Besetzung von Figuren
Diese kleine Auswahl an besprochenen Themen stellt natürlich nicht mal annähernd die Bandbreite dessen dar, was dieser Sammelband zu bieten hat. So kommt zum Beispiel der Geschlechterforscher Till Randolf Amelung zu Wort, der sich dem Musical mit identitätspolitischen Fragestellungen nähert. Er setzt sich kritisch mit der Forderung nach "authentischen" Besetzungen von Figuren auseinander, wie etwa im Falle des geplanten Musicals "The Danish Girl", basierend auf dem gleichnamigen Film von 2015. In diesem spielt Eddie Redmayne, ein weißer cis Mann, die Rolle der trans Frau Lili Elbe, eine Rolle, die er heute nicht mehr annehmen würde, wie Redmayne sechs Jahre später äußerte. Hintergrund der Kritik ist die "aktivistische Forderung, dass trans Figuren nur von trans Personen dargestellt werden dürften". Im neuen Musical von Komponist Alex Parker soll die Rolle bewusst – als "Zeichen" – mit der afroamerikanischen trans Darstellerin L. Morgan Lee besetzt werden. Wie "authentisch" ist das in Bezug auf Lili Elbe? Und werden durch solche Zeichensetzungen Forderungen nach Authentizität ad absurdum geführt?
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Amelung hat Interviews mit Musicalautor*innen und Leuten aus der internationalen Musicalbranche geführt, die einen Einblick in aktuelle Besetzungsprobleme geben und schildern, welche Angst viele Produzent*innen derzeit haben, in einen Shitstorm verwickelt zu werden wegen möglicherweise "falscher" Besetzung von Rollen. Shitstorms, die sich unmittelbar negativ auf den Kartenverkauf auswirken können und damit im Extremfall dazu führen können, dass eine Musicalproduktion gleich wieder schließen muss. Oder gar nicht erst zur Premiere gelangen, so eine "Hedwig and the Angry Inch"-Produktion in Australien, die wegen des cis-männlichen Hauptdarstellers ins Kreuzfeuer von Twitter-Aktivist*innen geriet. Sie sprachen ihm die Berechtigung ab, diese Rolle spielen zu dürfen, obwohl der Autor des Musicals öffentlich betonte, dass Hedwig nicht trans sei.
Der US-amerikanische Theaterwissenschaftler David Savran schreibt über "A Strange Loop", ein preisgekröntes Musical über einen übergewichtigen schwulen schwarzen Mann in New York, der ein Musical über einen übergewichtigen schwulen schwarzen Mann und seine verschiedenen Ausgrenzungserfahrungen schreibt – in der weißen Musicalszene, in der ultra-religiösen Welt seiner Eltern, auf dem Dating-Markt, für den sein Schwanz nicht groß genug ist und seine Bauchmuskulatur nicht definiert genug. Ein Musical, das ein deutschsprachiges Publikum wahrscheinlich niemals auf der Bühne sehen werde, wie Savran meint, weil es nicht zum hiesigen familienfreundlichen Musicalideal passe.
Hinweisen möchte ich darauf, dass das Thema "Race" und Rassismus an anderer Stelle mehrmals auftaucht, etwa im Interview mit dem philippinischen Musicaldarsteller Lyon Roque, der erzählt, wie Asiaten im Musicalbetrieb und in der LGBTQ-Szene behandelt werden. Auch Richard McCowen spricht über seine Erfahrungen als Afroamerikaner auf dem deutschen Musicalmarkt, und Yousef Iskandar schildert, wie er als junger Mann im Libanon zum Musical kam: mit Sally Bowles aus dem Musical "Cabaret". Auch trans Aspekte werden von Brix Schaumburg und Rory Six diskutiert sowie in einem eigenen Essay ("Trans und Travestie im Musical") historisch eingeordnet.
Am Ende bleibt Diskussionsbedarf
Am Ende bleiben trotzdem viele Fragen offen, es bleibt Diskussionsbedarf. Ein Seminar an der Humboldt-Universität zu Berlin ist da sicherlich ein idealer Anknüpfungspunkt, um über all das weiter zu reden. In der Einleitung steht deshalb explizit, dass sich dieses Buch nicht als Abschluss einer Diskussion verstehe, sondern als Auftakt. Ich kann Sie aber leider nicht alle zu diesem Seminar einladen. Sorry! Doch genau dafür ist dieser Sammelband da. Der Herausgeber äußert seine Hoffnung, dass es nicht bei diesem ersten deutschsprachigen Buch zu LGBTQ-Musicals bleibe, sondern weitere folgen mögen, die all das behandeln, was hier nicht berücksichtigt werden konnte. Einfach schon deshalb, weil fast jede Woche neue LGBTQ-Musicals rauskommen, auf der Bühne oder auf Tonträger. Man denke an "Drag: The Musical" oder "Transparent: The Musical" beziehungsweise kürzlich als Cast-Album veröffentlicht "My Son's a Queer (But What Can You Do?)" von Pippa Cleary und Rob Madge.
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Wem würde ich selbst als Student der Theaterwissenschaft dieses Buch empfehlen? Nun, die Menschen, denen ich es am meisten ans Herz legen würde, wird man nicht überzeugen können, es zu lesen. Aber jeder Mensch, der sich nicht direkt vom Begriff "Musical" abschrecken lässt, sollte einen Blick in den Sammelband werfen, um zu sehen, was diese Theaterform abseits der Stage-Entertainment-Produktionen bieten und leisten kann. Glücklicherweise sind viele der im Buch behandelten Stücke über YouTube, iTunes oder Spotify sowie Streamingdienste wie Netflix ("The Prom"), Disney+ ("Trevor – The Musical", "Glee", "High School Musical: The Musical: The Series") und Amazon Prime ("Everybody's Talking About Jamie") verfügbar, so dass man nicht immer warten muss, bis sich die deutschsprachige Theaterlandschaft LGBTQ-Musicals gegenüber öffnet.
Vielleicht geht es ja Theatermacher*innen hierzulande so wie Kultursenator Klaus Lederer. Der schreibt im Nachwort: "Bei der Lektüre des Manuskripts dieses Buches habe ich in mir eine wachsende Ungeduld verspürt. Wann endlich werden wir auch im deutschsprachigen Raum eine solche Vielfalt an Musiktheaterstücken mit unversteckt queeren Inhalten und Figuren besuchen können, wie sie sich im anglo-amerikanischen Raum in den zurückliegenden Jahrzehnten mit wachsender Rasanz entwickelt hat?" Musicals haben einen unfassbar reichen Schatz, der von den heimischen Theatermacher*innen nur noch entdeckt werden muss. Um es in den Worten David Savrans zu sagen: Das, was Musicals vorzüglich können, ist, "die Wahrheit zu leben, über Grenzen von Kultur, Genres, Gender, sexueller Orientierung und Race hinweg."
Ich persönlich freue mich auf alles, was diesbezüglich noch auf uns zukommen wird – auf den Bühnen und in weiteren Veröffentlichungen zu LGBTQ-Musicals.
Kevin Clarke (Hrsg.): Breaking Free. Die wunderbare Welt des LGBTQ-Musicals. 328 Seiten. Querverlag. Berlin 2022. Klappbroschur im Großformat: 29 € (ISBN: 978-3-89656-322-4)
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» Interview mit Helmut Baumann (Auszug aus dem Buch): "Viele haben mir später erzählt, dass meine Zaza ihr Coming-out befördert hat" (13.10.2022)
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Ich meine, Schauspiel, mitreißende Musik und sentimentale Powerballaden, Gesang, Tanz, tolle Kostüme (oft auch mit viel Glitzer und Flitter). Und nicht zuletzt auch attraktive, hübsche Männer.
Sowohl beim Publikum als auch bei den Darstellern und Kreativen war und ist das Musical immer schon ein Hort für Schwule. Oder wie mir mal ein britischer Musical-Darsteller sagte: Gay Heaven. ;)