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Appelle und Zitate

Kampagne #WirRedenMit macht Stimmen von trans*, inter* und nicht-binären Kindern hörbar

Vor der Reform des Selbstbestimmungsgesetzes machen trans, inter und queer Verbände auf die Lage von Kindern und Jugendlichen aufmerksam.


Ausschnitt aus der neuen Webseite, die zu insgesamt zwölf Appellen Informationen und Zitate der Kinder und Jugendlichen bietet (Bild: Keine Autoreninfo)

  • 2. November 2022, 09:02h 7 2 Min.

Selbstbestimmung für trans*, inter* und nicht-binäre Kinder und Jugendliche ist auch in Deutschland nicht selbstverständlich. Im Gegenteil: Medial und gesellschaftlich wird hitzig darüber diskutiert. Rechtskonservative, rechtsextreme und antifeministische Akteur*innen benutzen das Thema, um sich in der gesellschaftlichen Mitte Gehör zu verschaffen, und verwenden Fehlinformationen, um ungerechtfertigte Ängste zu erzeugen.

Das beklagen mehrere Vereine und Verbände, die am Mittwoch die Kampagne #WirRedenMit starten. Denn mit den Fehlinformationen verschärfe sich die Lage von Kindern und Jugendlichen – besonders wenn diese keine Unterstützung von ihren Sorgeberechtigten erhalten.

Auch wird beklagt, dass in den im Juni vorgestellten Eckpunkten des Selbstbestimmungsgesetzes stand, dass volle Selbstbestimmung erst ab 18 Jahren möglich sein soll. Minderjährige zwischen 14 und 17 Jahren sollen Vornamen und Geschlechtseintrag nur mit Zustimmung ihrer Sorgeberechtigten ändern können.

Zwölf begründete Forderungen

Um die Stimmen von trans*, inter* und nicht-binären Kindern und Jugendlichen in diesen Diskussionen wahrnehmbarer zu machen, veröffentlicht das Aktionsbündnis #WirRedenMit auf seiner Webseite und bei Instagram zwölf Appelle. Diese stammen von den Kindern und Jugendlichen selbst: Eine Online-Umfrage hatte Anfang 2022 die Meinungen und Perspektiven von 576 Personen zwischen fünf und 26 Jahren gesammelt.

Konrekt lauten die Forderungen:
- Wir wollen selbst über uns entscheiden!
- Wir sind Menschen! Wir verdienen Respekt!
- Sorgt für mehr Aufklärung und Informationen!
- Nutzt unsere Namen und Pronomen!
- Wir wollen ernst genommen werden!
- Wir fordern Schutz vor Diskriminierung!
- Geschlechter sind vielfältig!
- Informiert euch! Seid offen! Lernt dazu!
- Akzeptiert uns, wie wir sind!
- Wir brauchen mehr Repräsentation!
- Nehmt uns wahr! Denkt uns mit!
- Wir fordern Strukturen, die uns unterstützen und nicht einschränken!

Der Tenor der Forderungen ist eindeutig, so die Aktion von Bundesverband Trans* e.V., Intergeschlechtliche Menschen e.V., TRANS* – JA UND?!, Jugendnetzwerk Lambda e.V. und vielen weiteren Unterstützer*innen: "Auch Kinder und Jugendliche wollen ernstgenommen und respektiert werden. Auch Kinder und Jugendliche brauchen Selbstbestimmung." Menschen sollten sich über die Anliegen der Kinder und Jugendlichen informieren, diese verbreiten und die Teenager unter anderem dadurch unterstützen. (cw/pm)

-w-

#1 JawohlAnonym
#2 AnonAnonym
  • 02.11.2022, 17:39h
  • Selbst mal unabhängig davon, ob es sinnvoll ist, dass Jugendliche das selbst entscheiden dürfen (spoiler: ist es) - was sollte ihnen denn "Schlimmes" durch das Selbstbestimmungsgesetz passieren können?
    Es wurde doch schon alles bis auf Namens- und Geschlechtsänderung herausgeschnitten. Ist ja nicht so, als würde ein Zugriff auf Hormone oder Pubertätsblocker ermöglicht. Wovor hat man hier denn überhaupt Angst?
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#3 PolitikverdrossenAnonym
  • 03.11.2022, 05:42h
  • Antwort auf #2 von Anon
  • Das Problem der meisten, mit dem Selbstbestimmungsgesetz - frei nach Kreisler:
    "Meine Freiheit muss noch lang' nicht deine Freiheit sein
    Meine Freiheit, ja, deine Freiheit, nein
    Meine Freiheit wird von der Verfassung garantiert
    Deine hat bis jetzt nicht interessiert"
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