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Katholische Kirche

#OutInChurch wirft Bischöfen "Pinkwashing" vor

Die Deutsche Bischofskonferenz zeichnete die ARD-Doku "Wie Gott uns schuf" mit dem katholischen Medienpreis aus – für die Initiative #OutInChurch eine "Imagekampagne auf dem Rücken queerer Menschen".


Standbild aus der ARD-Doku "Wie Gott uns schuf" (Bild: NDR)
  • 4. November 2022, 05:00h 7 3 Min.

Die Initiative #OutInChurch wirft den katholischen Bischöfen vor, ihre Auszeichnung der ARD-Dokumentation "Wie Gott uns schuf – Coming-out in der Katholischen Kirche" (bis Januar 2023 in der ARD-Mediathek streambar) sei lediglich eine "Imagekampagne". "Solange seitens der Bischöfe keine konkreten Taten folgen, nimmt #OutInChurch die Verleihung eines Medienpreises als Versuch einer reinen Imagekampagne auf dem Rücken queerer Menschen wahr", heißt es in einer Stellungnahme (PDF) der Initiative. "Das ist dann nichts anderes als Pinkwashing."

Der Katholische Medienpreis wurde am Donnerstag in Bonn verliehen. Die einstündige Doku "Wie Gott uns schuf" war am 24. Januar 2022 in der ARD-Primetime ausgestrahlt worden (queer.de berichtete). Darin outeten sich mehr als 120 Mitarbeitende der katholischen Kirche als schwul, lesbisch, bisexuell oder trans. Das Massen-Coming-out bedeutete den Startschuss für die Kampagne #OutInChurch, die hofft, über den Synodalen Weg Diskriminierung von sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten in der katholischen Kirche abbauen zu können. Die Autor*innen der Doku – Hajo Seppelt, Katharina Kühn, Marc Rosenthal und Peter Wozny – teilen sich den mit 5.000 Euro dotierten Hauptpreis.

Nach zehn Monaten keine einzige Forderung erfüllt

Die Jury, die unter dem Vorsitz von Weihbischof Matthäus Karrer aus der Diözese Rottenburg-Stuttgart stand, bezeichnete die Doku als "tief berührenden, erschütternden Film, der beschämt und aufrüttelt". Durch den Beitrag sei innerhalb der Kirche viel bislang Undenkbares diskutiert worden. "Für die Jury des Katholischen Medienpreises war es keine Frage, diesem Film den Hauptpreis zu verleihen", so das Fazit (queer.de berichtete).

Die Initiative #OutInChurch freue sich zwar mit den Preisträger*innen, warf den Bischöfen jedoch Tatenlosigkeit vor. "Mit der heutigen Preisverleihung wird ein Film ausgezeichnet, der die strukturelle Diskriminierung queerer Menschen in der Kirche zum Thema hat. Zugleich erleben queere Menschen bisher nicht, dass die Bischöfe sich weitreichend dafür einsetzen, diese Diskriminierung zu beenden", heißt es in der Stellungnahme. Zehn Monate nach Veröffentlichung der Dokumentation sei noch keine einzige Forderung von #OutInChurch erfüllt worden.

Bis heute würden "zahlreiche" Bischöfe sogar ein Gespräch mit der Initiative verweigern. Auch zur Preisverleihung sei niemand von #OutInChurch eingeladen worden.

Die Initiative erwarte von den katholischen Bischöfen, "dass sie bei der anstehenden Sitzung des Ständigen Rates eine Änderung des katholischen Arbeitsrechtes und der Grundordnung des kirchlichen Dienstes vornehmen, so dass die Diskriminierung queerer Mitarbeitender – und damit großes Leid – beendet wird". Zugleich müssten sie den anstehenden Besuch beim Papst dafür nutzen, "sich aktiv und glaubwürdig für die Änderung der im Katechismus formulierten Lehre, insbesondere der Sexualmoral, einzusetzen". (cw)

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#1 ZenkimausiAnonym
  • 04.11.2022, 10:01h
  • Hat irgendwer irgendwas anderes erwartet. Die römische katholische Kirche wird sich niemals ändern.
    Da hilft nur eins Austritt und endlich Trennung von Staat und Kirche. Steht ja auch im Grundgesetz.
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#2 SebiAnonym
  • 04.11.2022, 10:34h
  • Sorry, aber bei allen guten Vorsätzen, die manche Menschen mit "Out in Church" verbinden, muss ihnen doch langsam klar sein, dass sie für die Kirche nichts als "nützliche Idioten" sind, die man gerne fürs Marketing nutzt, um sich selbst ein moderneres, weltoffenes Image zu geben, aber wirklich ändern tut sich nichts.

    Und dort, wo ein Image-Wechsel nicht notwendig ist, hetzt dieselbe Kirche munter weiter.

    Das könnte ich nicht mit meinem Gewissen vereinbaren. Erst recht nicht, wenn man jemand ist, der sich selbst als Christ bezeichnet.

    Aber unabhängig davon könnte ich es auch nicht mit meinem Gewissen vereinbaren, Mitglied einer Organisation zu sein, die nach wie vor so viel Kindesmissbrauch und andere Verbrechen wie möglich vertuscht und nur gerade so viel zugibt, was sich eh nicht mehr verbergen lässt.

    Man kann doch auch gläubig sein, ohne Mitglied einer organisierten Kirche zu sein. Immer da, wo Organisationsstrukturen entstehen, geht es früher oder später nur noch um Geld und Macht. Und bei der Kirche ist das aufgrund ihrer Organisation und ihres Anspruchs besonders ausgeprägt.
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#3 KopfschüttelAnonym
  • 04.11.2022, 11:38h
  • Erstmal Respekt an die Leute, die sich geoutet haben. Aber haben noch alle ihre Jobs oder angestrebten Stellen und wurden auch nicht irgendwie wegversetzt oder weggemobbt?
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